Steil geplant: Der Entwurf nutzt die Hanglage für einen terrassenförmigen Aufbau des Mehrfamilienhauses.
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Steil geplant: Der Entwurf nutzt die Hanglage für einen terrassenförmigen Aufbau des Mehrfamilienhauses. Architekt Peter Byrne

Neuer Bebauungsplan

Das Terrassenhaus: Wohnen auf einem Dorfener Hügel

  • vonTimo Aichele
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Der Dorfener Bauausschuss zeigt sich begeistert von einem Komplex mit 39 Wohnungen an der Oberdorfener Straße.

Dorfen – Der Dorfener Bauausschuss hat den Bebauungsplanentwurf für ein Wohnbauprojekt an der Oberdorfener Straße gebilligt – einstimmig und durch die Bank begeistert. Denn in steiler Hanglage wird östlich der Siedlung Am Oberfeld ein Komplex mit 39 Wohnungen errichtet, der sich das schwierige Gelände regelrecht zunutze macht. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) lobte diese flächenschonende Bauweise: „Eine solche Architektur kann richtungsweisend sein.“

Bei der Vorstellung der Planung geriet Bauamtsleiter Georg Wandinger geradezu ins Schwärmen. „Diese Hangbebauung ist für Dorfen ein Novum“, sagte er. Die stufenförmigen Gebäude schmiegen sich an den Hügel an, der im bebauten Bereich um bis zu 17 Meter ansteigt. Insgesamt sind es drei unterschiedlich große Baukörper.

Der größte hat inklusive Tiefgarage acht Stockwerke, dem Hang folgend ist jede Etage jedoch nur so tief wie eine Wohnung. Dieses Haus hat acht Meter Abstand zum zweitkleinsten mit sechs Etagen, das wiederum direkt an das kleinste mit drei Etagen anschließt.

„Das Ziel war, dem Geländeverlauf zu folgen und möglichst wenig Abgrabungen vorzunehmen“, erläuterte Architekt Peter Byrne den Stadträten. Dieses „extrem ungewöhnliche Grundstück“ habe es erforderlich gemacht, bereits für den Bebauungsplan eine derart detaillierte Planung zu erstellen.

Vorgesehen sind 14 Zweizimmer- und 25 Dreizimmerwohnungen. Alle sind nach Byrnes Worten barrierefrei, da jedes der Häuser mit einem Aufzug versehen ist. Jedes Apartment hat nach Süden einen etwa fünf Meter tiefen Balkon – „mit einem großen Trog, der den Blick nach unten abschirmt“. Ob dieser Sichtschutz an den Brüstungen komplett bepflanzt oder mit Holz verkleidet werde, sei noch offen. Nun wird der Entwurf öffentlich ausgelegt.

Bei einem anderen Bebauungsplan war dieser Verfahrensschritt bereits zweimal nötig, eine dritte Runde hat der Ausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch gleich noch beschlossen. Es geht um die Änderung des Bebauungsplan Gewerbegebiet südlich der Bahnlinie. In einem Bereich des Meindl-Geländes möchte Bauträger Robert Decker eine Beamtenakademie mit Übernachtungsmöglichkeit für die Schüler errichten (wir berichteten mehrfach).

Unter den eingegangenen Stellungnahmen von Träger öffentlicher Belange seien drei zu beachten gewesen und führten teilweise zu erneuten Änderungen, erklärte Wandinger den Räten. So habe die Kreisbrandinspektion die Löschwasserversorgung kritisch gesehen.

Die Stadt antwortet darauf mit dem Verweis auf einen im Frühjahr 2021 geplanten Ausbau der Wasserversorgung auf dem ehemaligen Ziegeleigelände. Laut einem Prüfsachverständigen würden aber die aktuell zur Verfügung stehenden 73 Kubikmeter pro Stunde reichen, so die Stadtverwaltung. Um der Sorge des Landratsamts bezüglich der Versickerung von Niederschlagswasser gerecht zu werden, soll im Osten noch ein Regenrückhaltebecken angelegt werden.

Für den geforderten Immissionsschutz ist eine besondere Form von Lärmschutzwand geplant. Auf einer Länge von 70 Metern sollen Baumstämme vier Meter hoch gestapelt werden. „Sehr originell“, sei diese Idee, befand Wandinger. Die Stämme würden entfernt, sobald die Arbeiten für den Bahnausbau beginnen. Dann werde die Deutsche Bahn einen Lärmschutz im gesetzlich vorgeschriebenen Maß herstellen.

Günther Drobilitsch (GEM) wollte wissen, ob das Regenrückhaltebecken nicht der von der Stadt Dorfen gewünschten Vieregg-Variante des Bahnausbaus im Weg sei. „Das wäre dann unser allerkleinstes Problem“, antwortete Wandinger. In diesem Fall wäre eine „größere Umgestaltung des Areals“ notwendig, ergänzte der Bürgermeister.

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