+
Die aus dem Mittelalter stammenden Krautgärten stellte Bürgermeister Heinz Grundner (M.) der Delegation vor.

Delegation zu Besuch in Dorfen

Landesgartenschau: Fehlen Millionen?

  • schließen

Der Traum einer Landesgartenschau in Dorfen ist möglicherweise schon ausgeträumt. Darauf deuten Aussagen des Fachbeirates der Bayerischen Landesgartenschau GmbH hin, der am Dienstag den möglichen Veranstaltungsort geprüft hat. Im Finanzkonzept der Stadt klaffen offenbar Millionenlöcher.

Dorfen – Es war nur eine kurze Einlassung von Regierungsdirektor Wolfram Güthler. Die hatte es aber in sich – und machte die Vertreter der Stadt Dorfen am Dienstag für kurze Zeit sprachlos. „Im Finanzplan sind Sachen enthalten, die von der Landesgartenschau nicht gefördert werden können“, befand Güthler beim Besuch des Fachbeirats der Bayerischen Landesgartenschau. Er nannte hier etwa den Abbruch von bestehenden Anlagen wie dem Schwimmbad. Bürgermeister Heinz Grundner maß diesen „Detailfragen“ zunächst keine große Bedeutung zu. Der Regierungsdirektor aber machte unmissverständlich klar: „Da geht es sicher um einige Millionen.“

Der Beirat begutachtete die Flächen, die Dorfen für die Bewerbung um die Ausrichtung der Landesgartenschau in den Jahren 2024 bis 2026 gemeldet hat. An die 20 Delegationsmitglieder machten sich ein Bild, um die Frage zu klären: Passt die Landesgartenschau nach Dorfen?

Grundner und weitere kommunale Vertreter führten die Mitglieder des Fachbeirats durch die Stadt. Für Dorfen ergeben sich zwei große Probleme, die möglicherweise den Traum der Landesgartenschau platzen lassen: Erstens ist das präferierte Jahr 2026 auch der Wunschtermin anderer Bewerber, etwa Schweinfurt und Forchheim. Zweitens scheint das Finanzierungskonzept Millionenlöcher aufzuweisen.

Gefördert würden vor allem die Schaffung von Grünanlagen, die auch langfristig bestehen blieben, sagte Güthler. So etwa der von der Stadt beim geplanten neuen Sportzentrum bei Rutzmoos vorgesehene Schwimmteich, der rund 1,5 Millionen Euro kosten soll. Diese Förderung gebe es aber auch nur dann, wenn der Teich für die Allgemeinheit ohne Eintrittsgelder zugänglich bleibe, so Güthler.

Die Vorsitzende der Bayerischen Landesgartenschau GmbH, Dagmar Voß, versuchte die getrübte Stimmung etwas zu lockern. Es gebe ja die Möglichkeit, die im Finanzkonzept der Stadt bestehende Millionenlücke etwa durch Zuschüsse aus der Städtebauförderung einigermaßen auszugleichen.

Dass Dorfen 2026 für die Ausrichtung der Landesgartenschau präferiert hat, das sieht Voss dagegen nicht so positiv. Denn es gibt mehrere Mitbewerber, die ebenfalls auf 2026 setzen.

Für Dorfen sprechen laut Voss vor allem die innerstädtischen Flächen, die durch die Absiedelung der Sportanlagen zum zentralen Punkt der Landesgartenschau werden sollen. „Wir wollen ja mit der Landesgartenschau versuschen, die innerstädtischen Naherholungsflächen zu stärken“, sagte Voss auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Dass diese Flächen nur zehn Hektar umfassen, sieht die Delegationschefin nicht als problematisch an. „Ein Kernbereich von zehn Hektar Größe ist völlig ausreichend. Aber ein Rundweg mit sechs Kilometern ist lang und sicher eine Herausforderung für die Besucher. Aber solche dezentrale Konzepte gab es schon öfters, und das hat immer auch ganz gut funktioniert.“

Ob Dorfen eine Chance hat, wird die Gesamtschau mit den anderen Bewerbern Forchheim, Furth im Wald, Kirchheim-Heimstetten, Schweinfurt, Waldsassen und Weilheim zeigen.

Der Fachbeirat gibt seine Empfehlung so schnell wie möglich an das Landwirtschafts- und Umweltministerium. Dort wird in zwei bis vier Wochen entschieden, wer die Landesgartenschauen ausrichten darf.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Barfuß und mit Holzvergaser zum Spiel
Der TSV Wartenberg wird 100 Jahre alt. Es gab allerdings eine Zeit, in der die Welt andere Sorgen und Themen hatte als Turnen und Fußball.
Barfuß und mit Holzvergaser zum Spiel
Mehr Platz für Kita, Bauhof und Recyclinghof
Der Gemeinderat Buch am Buchrain hat allerhand Umgestaltungen im Ortskern geplant. Betroffen sind unter anderem Feuerwehr, Recyclinghof und Kita.
Mehr Platz für Kita, Bauhof und Recyclinghof
„Kirche als starker Player“
Christian Weigl löst Jochen Hauer ab, der diesen Sommer in den Ruhestand geht. Als stellvertretender Dekan konnte Weigl schon viel Erfahrung in der Kirchenleitung …
„Kirche als starker Player“
Wie ein Smartphone, nur viel größer
Die FOS/BOS Erding erhält demnächst höhenverstellbare Touch-Displays. Dieses Pilotprojekt wird die Kreidezeit beenden, in der sich die Schule als eine der wenigen im …
Wie ein Smartphone, nur viel größer

Kommentare