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Kampf bis zum Umfallen: In dieser Szene retten Gladiators-Torwart Louis Albrecht und Verteidiger Konstantin Mühlbauer (l.) vor Dorfens Florian Fischer.

Eishockey- Bayernliga

Derby-Wahnsinn: Dorfen gewinnt 7:5

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Dorfen - Wer ist die Nummer eins auf dem Eis? So lautete die Frage vor dem Eishockey-Bayernligaderby zwischen den Dorfener Eispiraten und den Erding Gladiators, die am Sonntagabend beantwortet wurde – nach einem irren Schlussdrittel.  Dass die Eispiraten nach 2:5-Rückstand noch 7:5 (2:3, 0:2, 5:0) gewannen, passte zu diesem verrückten Spiel.

Die Voraussetzungen für ein tolles Derby waren gegeben: Die ESC-Halle war am Sonntagabend brechend voll, und beide Teams konnten nahezu in Bestbesetzung antreten. Und dass die Eispiraten nach 2:5-Rückstand noch 7:5 (2:3, 0:2, 5:0) gegen die Erding Gladiators gewannen, passte zu diesem verrückten Spiel.

Schon der Auftakt war furios mit vier Toren in den ersten viereinhalb Minuten. Bereits nach 49 Sekunden drückte Tobias Feilmeier den Puck zum 1:0 für Dorfen ins Tor. Die Gladiators antworteten mit einem Doppelschlag durch Florian Zimmermann innerhalb von 36 Sekunden. Aber wiederum nur 84 Sekunden später gelang Florian Brenninger nach einem groben Abwehrschnitzer der Erdinger das 2:2.

Das Offensivspektakel ging weiter. Lukas Miculka hatte für Dorfen das 3:2 ebenso auf dem Schläger (6.) wie Feilmeier (12.) und Mario Sorsak (13.) – bei Erding vergab Alex Gantschnig eine Großchance (11.). Daniel Krzizok war es dann, der in der 13. Minute den Puck zum 3:2 für die Gladiators an Andreas Tanzer vorbeibrachte. Aufregung gab es 54 Sekunden vor Drittelschluss, als der Puck bei Überzahl der Eispiraten im Erdinger Kasten lag, Hauptschiedsrichter Tobias Wurm erst auf Tor entschied, die Entscheidung nach Rücksprache mit seinen Linesmen wegen Schlittschuhtor aber zurücknahm. Damit ging ein erstklassiges Drittel, das auf hohem Niveau stand, zu Ende.

Im zweiten Abschnitt dauerte es, bis die Partie wieder Fahrt aufnahm. In der 28. Minute schoss Christian Poetzel freistehend am leeren ESC-Tor vorbei. Im Gegenzug traf Mario Sorsak ebenso freistehend nur die Latte (30.), und Sekunden später schoss Florian Fischer am Tor vorbei. In Überzahl erhöhte kurz darauf David Michel auf 4:2 (31.), ehe es zu einer Rauferei kam – mit entsprechenden Strafen für die Streithähne. In der 36. Minute durften dann wieder die Gladiators-Fans jubeln, als Krzizok eine tolle Einzelleistung eiskalt zum 5:2 abschloss.

Wer glaubte, dass die Partie damit entschieden sei, sah sich getäuscht. Denn nur 150 Sekunden nach Anpfiff des dritten Drittels stand es nurmehr 4:5. Florian Brenninger hatte nach nur 20 Sekunden zum 3:5 getroffen, Fischer ließ den vierten ESC-Treffer folgen. Obwohl Erdings Interims-Coach Robert Steinmann eine Auszeit nahm, kippte die Partie. Fischer stellte nach Vorarbeit von Miculka auf 5:5 (48.), und Florian Brenninger brachte die Eispiraten 6:5 in Führung (51.).

Dreieinhalb Minuten vor Schluss nahm Dorfens Coach Hein Feilmeier eine Auszeit – und Erding den Torwart vom Eis. Jetzt setzten die Gladiators alles auf eine Karte, schnürten die Eispiraten in ihrem Drittel ein, doch Torwart Andreas Tanzer zeigte Wahnsinnsparaden. Als 15 Sekunden vor Schluss ein Befreiungsschlag von Johannes Kroner zum 7:5 im Erding Tor landete, waren die Fronten endgültig geklärt. (Wolfgang Krzizok)

Statistik

Tore: 1:0 (1.) Feilmeier (Kreß), 1:1 (3.) Zimmermann (Poetzel, Krzizok), 1:2 (4.) Zimmermann (Krzizok, Poetzel), 2:2 (5.) F. Brenninger (Mayer), 2:3 (13.) Krzizok (Bernhardt, Zimmermann), 2:4 (31.) Michel (Borrmann, Spindler/5-4), 2:5 (36.) Krzizok, 3:5 (41.) F. Brenninger (Attenberger, Göttlicher), 4:5 (43.) Fischer (Numberger, Feilmeier), 5:5 (48.) Fischer (Feilmeier, Miculka), 6:5 (51.) F. Brenninger (Kroner), 7:5 (60.) Kroner (5-6). – Zuschauer: 800. – HSR: Tobias Wurm. – Strafminuten: Dorfen 24, Erding 20.

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