Tagelang entsaftet hat IG-Vorsitzender Matthias Tafelmeier.
+
Tagelang entsaftet hat IG-Vorsitzender Matthias Tafelmeier.

Drei Tonnen geerntet

Aronia: Die Super-Beere aus Adlstraß

Die Interessengemeinschaft erntet drei Tonnen Aronia. Es ist ein Super-Food aus Mittelamerika mit vielen heilsamen Eigenschaften.

Dorfen – Nach der Lavendel-Ernte sind nun die Aronia-Beeren bei der Interessengemeinschaft Adlstraß an der Reihe. Über drei Tonnen wurden von den Mitgliedern per Hand geerntet. Das Zeitfenster war dabei sehr eng, nur eine Woche, erklärt Vorsitzender Matthias Tafelmeier. Tage lang hat er mittlerweile an der Entsaftungsanlage gearbeitet. Neben Saft wolle man Essig, Marmelade und aus dem getrockneten Trester Müsli-Beigabe machen, verrät der Landwirt sowie gelernte Landschafts- und Gartenbaumeister.

Erst im April 2018 wurden die 3300 Sträucher der Schwarzen Apfelbeere (Aronia melanocarpa) gleich neben seinem Hof bei Adlstraß/Grüntegernbach gepflanzt. 2019 sei die Ernte noch mager ausgefallen, vielleicht eineinhalb Tonnen, schätzt Tafelmeier. Dieses Jahr ist er mit der Ausbeute sehr zufrieden. Für jedes der über 30 Mitglieder gebe es etwas, sagt er. Sie haben Sonderkonditionen durch ihre Vereinszugehörigkeit und erhalten einen Bonus. Auch der Verkauf an die Allgemeinheit, mittelfristig im geplanten Vereinsladen und jetzt schon via Internet auf www.adlstrass.de, ist möglich. Die Bestelllisten seien schon eingestellt. Der Erlös fließe wieder in das Projekt zurück.

Aronia sei keine Hochzuchtfrucht, sondern schon immer ein „Super Food“, wie man es heute nennen würde. Sie sei eine uralte Pflanze, die die Indianer in Mittelamerika schon als Heilpflanze genutzt hätten, erzählt der Experte. Diese Wildbeere habe viel Gutes in sich. Seit einigen Jahren würden ihre Inhalts- und Wirkstoffe erforscht, „Gott sei Dank, da duad sich was.“ Es gebe auch positive Rückmeldungen, dass Aronia bei Magenschleimhautentzündungen, Harnwegsinfektionen, Arterienverkalkung, bei Bluthochdruck oder bei der Blutbildung helfe.

Gesund: die Schwarze Apfelbeere oder Aronia.

Im Trester sei ebenfalls noch Vieles drin. Auch das OPC, das man aus Traubenkernextrakt kenne, sei in der Aronia um ein Vielfaches konzentrierter. „Wenn man es regelmäßig isst, geht’s richtig vorwärts“, glaubt Tafelmeier. „Die Menschen entdecken es wieder für sich.“

Aber die Pflanze mache auch viel Arbeit. „Wir wollen auch das die Landschaft gepflegt ausschaut. Das ist uns ganz wichtig. Dann können sich auch die Pflanzen besser entwickeln.“ Je nachdem, wie die Sträucher wachsen, müssen sie auch geschnitten werden. Heuer stehe wieder ein Oberschnitt an, damit die Stauden gut zu beernten seien und große Früchte ausbilden können.

Bei guter Pflege könne die Pflanze Jahrzehnte alt oder auch mal wieder auf Stock zurückgeschnitten werden, erklärt der Landschaftsbauer, der sich mit dem Wuchs von Bäumen und Sträuchern bestens auskennt. „Darum mache ich es auch gern und ich finde es toll, es den Menschen beizubringen“, strahlt er. „Wenn die Leute mitmachen, machen wir einen Workshop und schneiden mal einen ganzen Tag lang dahin.“

Überhaupt wolle er die Menschen besser einbinden. Das sei die große Herausforderung in der nächsten Zeit, über Homepage, Verein und Mundpropaganda. Auch in den Gartenbauvereinen seien viele interessierte Mitglieder, weiß der frühere Vorsitzende der Gartler in Grüntegernbach. Aber sie seien so mit ihren Gärten beschäftigt, dass ihnen für andere Projekte draußen oft die Zeit fehle.

Daneben könnte sich Tafelmeier auch Schulklassen in der Oberstufe vorstellen, die mithelfen, wenn sie Interesse hätten. Denn die Landschaftspflege werde künftig immer wichtiger, und vielleicht könne sich der ein oder andere für einen Beruf in diesem Bereich begeistern. „Wir würden sofort ein paar Arbeitsplätze schaffen, wenn wir das Kapital dafür zur Verfügung hätten.“ Aber das dürfte noch dauern. Bis dahin wird der Vorsitzende mit seinen Mitstreitern weiterhin viel Idealismus in sein „spannendes, enkeltaugliches, solidarisches und gemeinwohlorientiertes Landschafts-Paten-Projekt“ stecken.

Birgit Lang

Auch interessant

Kommentare