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Die tägliche Gefahr auf dem Schulweg: Petition in Dorfen

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Von: Timo Aichele

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Bei Rot über die Ampel: Fußgänger erleben auf der B 15 am Unteren Tor immer wieder Auto-Rambos; vorne im Bild: Helga Schuller.
Bei Rot über die Ampel: Fußgänger erleben auf der B 15 am Unteren Tor immer wieder Auto-Rambos; vorne im Bild: Helga Schuller. © Timo Aichele

Helga Schuller macht in einer Online-Petition Vorschläge für mehr Sicherheit auf Dorfens Straßen.

Dorfen – Straßenverkehr kennt Helga Schuller schon ihr Leben lang. Aufgewachsen ist sie direkt an der B 15 in Dorfen. Und auch München-Riem, wo sie ein paar Jahre gewohnt hat, ist nicht gerade als Ruheoase bekannt. Als sie jedoch 2015 zurückkehrte, „da war ich wirklich erschrocken“, erzählt die 46-jährige Innenarchitektin. Jetzt ist ihre Tochter Eva in der zweiten Klasse, und Schuller will nicht mehr nur zusehen, wie es auf Dorfens Straßen täglich gefährlicher wird. In der Bürgerversammlung hat sie ihr Anliegen vorgebracht, aktuell läuft eine Online-Petition.

„Wir, die Eltern der Dorfener Schulkinder, setzen uns gemeinsam ein für mehr Schulwegsicherheit in Dorfen“, lautet der erste Satz des Petitionstextes, in dem viele konkrete Vorschläge stehen. In einer Grafik zeigt Schuller neun besondere Gefahrenpunkte in der Innenstadt.

Gefahren-Karte: Mit dieser Grafik zeigt Helga Schuller kritische Stellen in der Innenstadt. Der Herzoggraben ist als roter Ring dargestellt. Er könnte als Rundweg die Lösung für Fußgänger sein.
Gefahren-Karte: Mit dieser Grafik zeigt Helga Schuller kritische Stellen in der Innenstadt. Der Herzoggraben ist als roter Ring dargestellt. Er könnte als Rundweg die Lösung für Fußgänger sein. © open strets map / Schuller

Für die Kinder an der Grundschule am Mühlanger ist das zum Beispiel der Volksfestplatz. Viele gehen dort morgens und mittags hinüber. „Die Situation ist krass“, meint die besorgte Mutter. „Das ist null geregelt. Es gibt keine Parkbuchten oder so.“ Das heißt: der Platz ist zugeparkt mit Autos und Lastwagen, Busse und Mama-Taxis rangieren – gerade für Kinder oft eine unübersichtliche und gefährliche Situation.

Schullers Vorschlag: ein gekennzeichneter Fahr- und Gehkorridor im Bereich des Grünstreifens im Süden. Dort könnten die Mädchen und Buben gehen, ohne den Autos in die Quere zu kommen. „Ich hab schon ein paar Mal in der Stadt angerufen und den Vorschlag gemacht“, erzählt die Dorfenerin. Die Antwort: Das sei nicht so leicht.

„Ich will nicht schimpfen, sondern Gespräche anstoßen“, sagt Schuller. Erste Überlegungen für ein „Dialogforum“ laufen schon, ein Treffen, zum Beispiel in einem Wirtshaus, bei dem Eltern, Stadträte, hoffentlich der Bürgermeister und weitere Interessierte über Lösungen für das Dorfener Verkehrsproblem sprechen. Schullers Argumente kennt Rathauschef Heinz Grundner bereits seit der Bürgerversammlung. Ihre Hoffnung, dass das Thema in der Oktober-Sitzung des Stadtrates besprochen wird, hat sich schon mal nicht erfüllt.

Dorfen ist für Radler und Fußgänger schon lange gefährlich. „Das Chaotische durch die Baustellen kommt jetzt dazu“, sagt Schuller mit Blick auf den aktuellen Dauerstau auf der B 15. Doch es wird schlimmer kommen. „Im Hinblick auf die B 15-Brückensanierung nächstes Jahr und die dadurch entstehenden Umleitungen fordern wir die Stadt zum raschen Handeln auf“, schreibt Schuller in der Petition.

Eine besondere Funktion könnte nach ihrem Konzept der Herzoggraben einnehmen. „Er wäre ja rundum begehbar, wird aber nicht genutzt“, beschreibt die Anwohnerin die Lage. Der Weg könne als „Grenze“ zur Innenstadt und „Verteiler“ für Fußgänger und Radfahrer fungieren. Schullers Vision: „ein sicherer, historischer Rundweg um Dorfen“.

Die 46-jährige Dorfenerin blickt auf das Thema mit ihren Erfahrungen als Radlerin und Mama einer Zweitklässlerin an der Grundschule Süd. Seitdem sie jedoch mit ihrer Petition online ist, bekommt sie Rückmeldungen aus ganz Dorfen. Eltern von Kindern an der Grundschule Nord haben sich schon bei ihr gemeldet und Familien aus Kloster Moosen oder Hampersdorf.

Und die Mama-Taxis vor den Schulen, veschärfen die das Problem nicht gewaltig? „Das ist so eine Henne-Ei-Problem. Wenn die Kinder sicher in die Schule gehen könnten, dann würden sie die Eltern vielleicht auch zu Fuß gehen lassen“, sagt die Mutter. „So kommen Kinder und Fußgänger einfach zu kurz.“

Die Petition im Internet

Bis Freitag haben sich bei der Online-Petition bereits 180 Unterstützer angeschlossen.

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