Testen lernen: Die Marienstift-Mitarbeiter haben gegenseitig Schnelltests gemacht und dies so unter Anleitung des Betriebsarztes gelernt. Hier Tanja Folger und Anita Herz.
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Testen lernen: Die Marienstift-Mitarbeiter haben gegenseitig Schnelltests gemacht und dies so unter Anleitung des Betriebsarztes gelernt. Hier Tanja Folger und Anita Herz.

Seniorenzentrum in Dorfen

Die Top-Corona-Strategie des Marienstifts in Dorfen

  • vonTimo Aichele
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Das Marienstift in Dorfen ist bisher ohne Infektionen bei Bewohnerhn durch die Pandemie gekommen. Das Seniorenzentrum hat früh auf Schnelltests und FFP2-Masken gesetzt.

Dorfen – Das Marienstift Dorfen ist bisher relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. „Wir feiern jetzt Einjähriges: Das Marienstift bleibt coronafrei“, berichtete Leiterin Marion Prey am Mittwochabend den Stadträten im Heimausschuss. Von den Bewohnern habe sich niemand infiziert, und lediglich zwei Mitarbeiter seien positiv auf das Virus getestet worden. Gleichzeitig sind die Impfungen fürs Erste abgeschlossen. „Außer drei Bewohner sind alle geimpft“, sagte Prey. Bei den Mitarbeitern seien es 60 Prozent.

Die Heimleiterin ist überzeugt von der Teststrategie im Haus. „Einen der beiden infizierten Mitarbeiter haben wir per Schnelltest rausgezogen“, berichtete Prey. Das beweise für sie, dass das die richtige Vorsichtsmaßnahme sei. Diese Praxis gebe es bereits seit Anfang November im Haus, vorgeschrieben war es erst Mitte Januar. „Auch die FFP2-Masken hatten wir, bevor der Beschluss gekommen ist“, sagte die 50-Jährige.

„Wir haben mittlerweile 2200 Schnelltests gemacht“, schilderte die Leiterin. Genug Testmaterial habe das Marienstift stets gehabt. Das Landratsamt habe die Einrichtung großzügig beliefert, und zusätzlich habe man selbst Tests bestellt. Das Ergebnis: erstens keine Infektion unter den 90 Bewohnern und zweitens: „Wir haben unser Haus immer offen gehabt für Besuchspersonen, beschränkt auf eine Person pro Bewohner.“ Natürlich sind diese Besuche auch nur beschränkt und unter strengen Hygienebestimmungen möglich. „Wir testen die Besucher jedes Mal, wenn sie reinkommen.“

„Wir feiern jetzt Einjähriges: Das Marienstift bleibt coronafrei.“ Leiterin Marion Prey ist glücklich über den Erfolg ihrer Hygienemaßnahmen.

Von der Alternative zu selbst gemachten Schnelltests hält Prey dagegen wenig – nämlich, dass Besucher einen negativen PCR-Test mitbringen. Dieser gelte bis zu 48 Stunden nach der Ergebnismitteilung. Allerdings liege der Befund oft auch erst nach zwei Tagen vor. „Da wären die Besucher dann schon vier Tage unterwegs gewesen und hätten sich in der Zwischenzeit wieder anstecken können“, schildert Prey ihre Bedenken. Zudem muss ein Besucher im Marienstift für einen Schnelltest nichts zahlen, während wiederum in Arztpraxen 35 Euro oder mehr dafür verlangt wird.

Das Marienstift war das erste Seniorenzentrum im Landkreis, zu dem das mobile Impfteam des BRK Erding ausgerückt ist. Diesem ersten Einsatz am 30. Dezember folgten drei weitere. Auch Tagespflege-Gäste hätten geimpft werden können, berichtete Prey.

Zur Impfbereitschaft der Mitarbeiter sagt die Leiterin auf Nachfrage aus dem Gremium: „Das ist deren Entscheidung, es gibt keine Impfpflicht.“ Mit der Skepsis am AstraZeneca-Impfstoff habe die Ablehnung einzelner nichts zu tun. „Das Marienstift ist Biontech-geimpft“, sagte Prey. Bei diesem mit einem Boten-Gen funktionierende Vakzin hätten gerade jüngere Mitarbeiter andere Bedenken, ergänzte Pflegedienstleiterin Freyja Brönnle. Mitunter würden Probleme bei der Fortpflanzung befürchtet. Hier hätte bessere Aufklärung helfen können, zeigte sich Prey überzeugt. Es sei schwierig gewesen, dass aufgrund der Pandemie keine Infoveranstaltung abgehalten werden konnte. Aber: „Pflegekräfte sind immer noch in der Prioritätsklasse 1 und bekommen jederzeit einen Termin im Impfzentrum in Erding“, erklärte Brönnle.

Diese Schilderungen und auch der mit einem kurzen Film visualisierte Halbjahresbericht beeindruckte die Stadträte. Auch der Hemadlenzn-Umzug 2021 war darin zu sehen. Mitarbeiter und Bewohner konnten drinnen ein bisschen Faschingsgaudi haben. „Und es ist keine Polizei gekommen“, sagte Prey lachend.

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