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Neue B15-Isenbrücke: Die Träger für die Behelfsbrücke sind da

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Von: Hermann Weingartner

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Bauteile einer alten Eisenbahnbrücke bilden das Grundgerüst der Behelfsbrücke. Ein Autokran hob die je 15 Tonnen schweren Teile ein. So wird die Hilfsfrist eingehalten Debatte über Ampel an Wesner Tor
Bauteile einer alten Eisenbahnbrücke bilden das Grundgerüst der Behelfsbrücke. Ein Autokran hob die je 15 Tonnen schweren Teile ein. So wird die Hilfsfrist eingehalten Debatte über Ampel an Wesner Tor © Hermann Weingartner

Die Eisenträger für die Behelfsbrücke am Isen-Flutkanal sind da. Im Zuge des Neubaus der B15-Isenbrücke wurden sie von einem Kran auf ihre Fundamente gehievt. Der Steg für Fußgänger und Feuerwehr soll an Pfingsten fertig sein. Dann wird B 15 komplett gesperrt.

Dorfen – Gerüchte kursieren um den Neubau der B15-Isenbrücke in Dorfen. Vor allem Bauverzögerungen werden befürchtet. Gestern ging es aber einen wichtigen Schritt weiter: Die Eisenträger für die Behelfsbrücke am Isen-Flutkanal wurden von einem Kran auf ihre Fundamente gehievt. Trotz leichter Verzögerung der Vorarbeiten sei man beim Gesamtprojekt in der Zeitschiene, erklärte Thomas Jakob, Pressesprecher des Staatlichen Bauamts Freising, vor Ort,

Ursprünglich hätte die Behelfsbrücke für Fußgänger, Radler und Feuerwehr bis Anfang Mai fertig sein sollen. Die Bohrarbeiten für die Gründung hatten sich aber verzögert, sagte Jakob. Pfingsten soll dann der Steg zwischen den Straßen Am Flutkanal auf der einen und Etzkapelle auf der anderen Seite des Kanals in Betrieb gehen. Gleichzeitig wird die B 15 endgültig voll gesperrt, und der Abriss der alten Brücke kann beginnen.

So wird die Hilfsfrist eingehalten

Die Träger sind Teile einer alten Eisenbahnbrücke. Mit einem Autokran wurden die je rund 15 Tonnen schweren und 19 Meter langen Bauteile über die Etzkapelle hinweg Millimeter genau auf die Fundamente gehoben. Die nächsten Schritte sind der Einbau der Fahrbahn aus Holzteilen und des Geländers.

Mit dem Abbruch der B 15-Isenbrücke fällt die wichtige Nord-Süd-Verbindung in der Stadt komplett weg. Das bringe auch Probleme für Noteinsätze, betonte Kommandant Stefan Beham gestern auf Nachfrage. Das habe die Behelfsbrücke nötig gemacht. Die Wehr habe sich diese Brücke „nicht gewünscht“. Es gehe vielmehr um die Einhaltung der Zehn-Minuten-Hilfsfrist bei Einsätzen.

Es hätte nichts genützt, einfach ein Feuerwehrfahrzeug auf der anderen Seite der Isen zu positionieren, erläuterte Beham. Auch die Drehleiter müsse nach der Sperrung zwingend auf beiden Seiten der Isen zur Verfügung stehen. Und dann müssten ja auch noch die Einsatzkräfte im Notfall schnell zum Gerätehaus kommen können, erklärte Beham. Die Brücke wird mit umklappbaren Absperrpfosten gesichert und kann so nur von Feuerwehrfahrzeugen genutzt werden.

Jetzt beginnen laut Jakob erste Vorarbeiten für den Abbruch der alten B 15-Isenbrücke. Dabei habe sich das Abrisskonzept verändert. Von dem Vorhaben, die alte Brücke in Teile zu sägen, wurde abgesehen. Hintergrund sei, dass keinerlei Abbruchmaterial in die Isen gelangen dürfe. Beim Zersägen der Brücke wäre es ein enormer Aufwand gewesen, Staub und Betonschlamm aufzufangen.

Debatte über Ampel an Wesner Tor

Daher werde die Brücke jetzt „ganz klassisch“ mit dem Presslufthammer abgebrochen. Brocken ließen sich leichter aufgefangen. Dafür brauche es Schwimmpontons auf der Isen, die jetzt eingesetzt werden. Ob der Termin der Brückenfertigstellung Ende des Jahres gehalten werden könne und auch die Kosten im Rahmen bleiben, das lasse sich aufgrund der allgemeinen Situation und der Marktlage nicht seriös beantworten.

Auch Bürgermeister Heinz Grundner war gestern kurz an der Brückenbaustelle. Er betonte erneut gegen über unserer Zeitung: „Positiv ist, dass die Innenstadt jederzeit weiter erreichbar ist“. Nach einer „gewissen Anlaufzeit“ werde sich die verkehrliche Situation „noch beruhigen“ auch wenn es weiter zu Behinderungen komme. Wo es möglich sei, versuche die Stadt Staus zu vermeiden, versicherte Grundner.

Nach den ersten Erfahrungen werde nun noch diese Woche beraten, ob man nicht doch eine Kreuzungsampel am verkehrlich besonders neuralgischen Punkt am Wesner Tor aufstelle. Der Bürgermeister appellierte aber trotz aller Behinderungen an alle Verkehrsteilnehmer, während der Bauarbeiten etwas Geduld zu haben und gegenseitige Rücksicht zu nehmen.

Schon gestern Mittag wurde die Geduld von Autofahrern an genau dieser Stelle aber strapaziert. Ein Lastwagen hatte eine Laterne am Johannisplatz angefahren und sich darin verfangen. Kurzzeitig staute sich der Verkehr bis durchs Wesner Tor bis hinein in die Innenstadt.

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