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Eine Familie, die zusammenhält: Katharina Bauer (vorne) mit (v. l.) Robert u nd Sandra Bauer sowie Sigrid und Joachim Ropertz. Vize-Bürgermeister Günther Drobilitsch gratulierte zum 80. Geburtstag.

Jubilarin hätte sich Ruhe gewünscht

Katharina Bauer feiert 80. Geburtstag – Glückwünsche im Autobahnlärm

Katharina Bauer aus Lindum feiert ihren 80. Geburtstag – im Autobahnlärm der neuen A 94.

Lindum – Ein bisschen Ruhe hätte sich Katharina Bauer zum 80. Geburtstag gewünscht. Doch diese findet sie künftig nicht mehr in ihrem Haus. Denn genau neben ihrem Hof in Lindum verläuft die A 94. Das Rauschen der Autobahn war deutlich in der Küche zu hören, in der die Jubilarin und ihre Kinder Vize-Bürgermeister Günther Drobilitsch zum kleinen Umtrunk empfingen.

Sie und ihre Familie waren von Anfang an gegen den Bau der Autobahn – und so kam neben Weißwurst und Weißbier am Geburtstag auch schnell das Thema Autobahn auf den Tisch. „Mein verstorbener Mann war immer ein ganz Ruhiger“, erzählt Katharina Bauer. „Aber als dann die Autobahn geplant wurde und der 30-jährige Kampf gegen die A 94 nichts genützt hatte, da hat er sich sehr geärgert.“ Sie sei mit den Jahren gelassener geworden: „Immerhin bin ich nun 80 Jahre alt, da überlässt man den Kindern gerne den Widerstand.“

Die Kleinen bringen Freude ins Haus

Gerade auf ihren Sohn Robert und die Tochter Sigrid ist sie sehr stolz, und natürlich auf die Schwiegerkinder: „Wir stehen eng beieinander“, freut sie sich über den starken Familienzusammenhalt. „Ich bin übrigens achtfache Urgroßtante“, sagt sie stolz. Die Kinder ihrer verstorbenen Schwester sowie ihre Großnichten und Großneffen kommen ebenfalls oft ins Haus. Das große Glück seien die Enkelkinder: „Die Kleinen bringen einfach Freude ins Haus.“ Vier Mädchen und zwei Buben sind es, der Kleinste ist ein Jahr, der älteste Enkel 13 Jahre alt. Sohn Robert wohnt im ersten Stock: „Ich koche jeden Tag für die Familie“, berichtet die gebürtige Dorfenerin. Laufen könne sie nicht mehr so gut, dafür löse sie jetzt Kreuzworträtsel.

Katharina Bauer wirkt zufrieden, obwohl ihr Leben nicht leicht war. „Meine Mutter war schwer krank, schon mit zwölf Jahren musste ich auf dem Hof helfen.“ Im Stall und auf dem Feld habe sie nach der Schule gearbeitet. Ihren Mann lernte sie beim Tanz bei einer Fahnenweihe in Zeilhofen kennen. 1971 wurde geheiratet.

Zunächst lebten die Bauers in Dorfen, dort hatten sie ein Haus gebaut. Doch nach dem Tod des ledigen Bruders zog das Ehepaar wieder auf das elterliche Anwesen in Lindum zurück: „Wir haben den Hof komplett neu aufgebaut“, erklärte sie. „Und jetzt die Autobahn – ein bisschen ärgere ich mich schon, nicht nur über den Lärm sondern auch über die Verschandelung der Natur.“

Michaele Heske

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