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„Legen Sie alles offen“, forderte Claudius Siebert aus Dorfen. 

Lärmschutzgipfel in Rattenkirchen

A 94: Alle Fakten kommen ins Internet

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Beim „Lärmschutzgipfel“ in Rattenkirchen sichern die  Regierung von Oberbayern und  die Autobahndirektion Transparenz zu. Es gab viel Diskussionsbedarf.

Rattenkirchen/Dorfen – Alle Fakten kommen auf den Tisch. Das ist die wichtigste Botschaft des A 94-Lärmschutzgipfels, zu dem MdB Stephan Mayer und MdL Marcel Huber am Freitag ins Bürgerhaus Rattenkirchen (Kreis Mühldorf) eingeladen hatten. „Sie können sämtliche Unterlagen bei uns einsehen“, erklärte Regierungspräsidentin Maria Els vor dem überfüllten Saal. Als sich Protest regte, lenkte Els weiter ein und versprach: „Wir können auch alles ins Internet stellen.“

Sie werde das gleich am Montag veranlassen, sagte Els. Zur Erläuterung der komplizierten Fakten und Daten stellte sie außerdem Termine mit Mitarbeitern ihrer Behörde in Aussicht.

Das Bürgerhaus in dem 1000-Einwohner-Örtchen nahe der Landkreisgrenze war am Nachmittag mit gut 200 Besuchern übervoll. Draußen wachten die Polizei und ein Sicherheitsdienst, Protestplakate waren zu sehen, die Feuerwehr regelte den Verkehr.

Im Saal sahen sich Behördenvertreter scharfer Kritik ausgesetzt. Claudius Siebert aus Dorfen hatte sehr vehement Transparenz eingefordert, bevor die Regierungspräsidentin ihr Angebot machte. „Wir müssen die Lärmberechnungen nachvollziehen können“, erklärte Siebert. Daher bräuchten die Bürger nicht nur eine Pressemitteilung, sondern alle Daten. „Legen Sie alles offen, was die Abnahmen betrifft“, rief er unter großem Applaus.

Auch seine Behörde könne die Daten veröffentlichen, sicherte Michael Kordon, Präsident der Autobahndirektion Südbayern, zu. Der Kritik, dass bei der Änderung des Planfeststellungsbeschlusses im Jahr 2015 eine Verschlechterung des Lärmschutzes auf Brücken eingetreten sei, trat Kordon entgegen. Die gläsernen Spritzschutzwände seien vollwertiger Schallschutz. „Es ist nicht so, dass das eine Billiglösung ist.“ Das quittierten Zuhörer mit lautem Protest.

Das Tempolimit thematisierte Huber. „Glauben Sie ja nicht, dasss das so einfach war“, rief er den Zuhörern entgegen. Die angekündigten Geschwindigkeitsbeschränkungen würden weit über die Regeln hinausgehen, die in Deutschland gelten. „Das hat Präzedenzfallwirkung.“

Unter den Bürgern, die sich zu Wort meldeten war Josef Platschka, der in Pfaffenkirchen (Kreis Mühldorf) 600 Meter von der Autobahn entfernt wohnt. „Es kann doch nicht sein, dass wir 2019 eine Straße mit einem Standard von 1970 in Betrieb nehmen“, klagte er über den schlechten Lärmschutz und forderte einen „vernünftigen Belag“ auf der ganzen Strecke. Mit derzeit 20 000 Fahrzeugen pro Tag sei ja erst die Häfte der prognostizierten Verkehrsbelastung erreicht.

Zugegen war auch Oliver Lauw – eine Besonderheit, denn der Geschäftsführer der Isentalautobahn GmbH hatte sich seit Eröffnung des Streckenabschnitts nicht mehr öffentlich geäußert. Nun stellte er sich gegen die Kritik, seine Firma arbeite nicht transparent. Die geforderten Messungen seien durchgeführt worden, eine folge noch. „Die bisherigen Zahlen haben wir der Autobahndirektion mitgeteilt.“

Zur Kritik von Erdings Landrat Martin Bayerstorfer, das Konsortium habe angebotene Flächen für zusätzliche Lärmschutzwälle nicht in Anspruch genommen, sagte Lauw: „Es wurde in der Bauphase ein intensiver Dialog mit den Anwohner geführt.“ Kaum hatte er diesen Satz aber gesagt, ertönte ein Aufschrei von vielen Zuhörern.

Mayer verwies auf das „enorme Potenzial der A 94 für den südostbayerischen Raum“. Für den „Flüsterasphalt“ – hier war schon erstes höhnisches Lachen aus dem Publikum zu hören – werde es im Frühjahr eine Lärmmessung geben. Eine erste Messung habe bereits am Freitag stattgefunden.

„Das Tempolimit kann aus meiner Sicht maximal sechs Monate bestehen“, erklärte Mayer. Dem widersprach wiederum Bayerstorfer. „Ich bin der Meinung, dass man es nicht bei sechs Monaten belassen kann.“ Es müsse vielmehr andauern, bis der Lärmschutz nachgebessert worden sei. Außerdem müsse für Lastwagen Tempo 60 gelten.

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