Allen Grund für Freudensprünge haben die Besten (v. l.) Julian Walker, Rona Schüler und Georg Scheffler. 
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Allen Grund für Freudensprünge haben die Besten (v. l.) Julian Walker, Rona Schüler und Georg Scheffler. 

Dreimal 1,0

Abi am Gymnasium Dorfen: Der Corona-Jahrgang hat’s geschafft

  • vonTimo Aichele
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98 Schüler  haben am Gymnasium Dorfen  ihr Abitur abgelegt. Mit 2,2 ist der Gesamtschnitt wieder überdurchschnittlich gut. Dreimal wurde eine glatte 1,0 erreicht. Das Lernen  war in der Corona-Zeit schon anders, auch für Partys sind Alternativen geplant.

Dorfen – 98 Schüler haben heuer am Gymnasium Dorfen ihr Abitur abgelegt. Seit der Notenbekanntgabe am Freitag ist klar: 29 Absolventen haben auf ihrem Abi-Zeugnis eine Eins vor dem Komma stehen, zwölf von ihnen einen Durchschnitt von 1,5 oder besser und drei Schüler eine glatte 1,0. Georg Scheffler, Rona Schüler und Julian Walker bilden dieses Spitzentrio, und sie sind sich einig: Normaler Unterricht hätte manches leichter gemacht. „In der Schule lernt man automatisch“, meint Scheffler. Doch anderseits hätten sie auch durch die Verschiebung der Prüfungen wegen Corona weitere drei bis fünf Wochen zum Lernen gewonnen.

Mit 296 Punkten in der Prüfung hat Walker fast das Maximum von 300 erreicht. Davon sei er auch überrascht gewesen, stapelt der 18-jährige Dorfener tief. Eine 1,0 insgesamt habe er aber durchaus erwartet. Die Corona-Ruhe habe ihm schon geholfen. „Ich dachte mir: Bevor ich jetzt nix tue, kann ich auch lernen“, sagt Walker. „Es war etwas entspannter“, sagt Scheffler über die unterrichtsfreie Zeit. „In den Abifächern waren wir zum Glück schon fast fertig mit dem Stoff“, erzählt der 18-jährige Dorfener.

Relativ leicht fanden alle drei heuer das Mathe-Abitur. Auch in Deutsch sei ihr die Aufgabe entgegenkommen, erzählt Rona Schüler, die Analyse eines Eichendorff-Gedichts. Die 18-jährige Dorfenerin weiß schon: „Ich will Physik studieren.“ Bis dahin stehen Aktivitäten mit Freunden und Familienbesuche in Berlin, Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen auf dem Programm. Eigentlich hätte sie sich auf eine USA-Reise gefreut, doch die Pandemie macht dem einen Strich durch die Rechnung.

Walker geht es ähnlich. „Ich hatte große Pläne. Ich wollte nach Indonesien reisen, wo meine Familie lebt“, erzählt er. Dann hätte er noch gerne einen Trip durch Südostasien angehängt. Seine Studienwahl ist noch nicht so richtig klar. Physik, Mathe oder Informatik wären für den jungen Dorfener gute Alternativen. „Jetzt habe ich Zeit für diese Entscheidung.“

Scheffler ist hier schon weiter. „Ich werde wahrscheinlich Medizin studieren. Chirurgie fände ich sehr cool“, meint er. Statt großer Pläne hat er für die Zwischenzeit ein paar kleine. „Ich will meinem Bruder beim Umzug helfen und mich so bei ihm dafür revanchieren, dass er mir in der Oberstufe geholfen hat“, erzählt der 18-jährige Dorfener.

Und jetzt sei endlich wieder Zeit für Hobbys. Ringen und Schlagzeugspielen habe er hinten anstellen müssen. Rona Schüler freut sich auch wieder aufs Musikmachen. Geige und Blockflöte sind ihre Instrumente. Und Julian Walker hat schon in der Lernzeit sein Skateboard wieder ausgepackt und ein paar Tricks aufgefrischt.

Alle drei bedauern, dass es Corona-bedingt keine großen Abi-Partys geben kann. „Auch, dass viele Schulkonzerte ausgefallen sind, war echt schade“, sagt Scheffler. Doch eine Gelegenheit zum Auftritt könnten er und andere Musiker am Gymnasium noch bekommen. Da ein Abi-Ball nicht stattfinden kann, soll die Zeugnisverleihung am 17. Juli in der Aula einen feierlichen Rahmen bekommen, berichtet Schulleiter Markus Höß. Er sei dazu noch im Kontakt mit dem Gesundheitsamt. „Ich hoffe, dass wir eine Regelung für 150 Personen hinbekommen“, sagt er.

Das würde bedeuten, dass man die Veranstaltung zweiteilt. Neben den Absolventen sollen dann auch noch ihre Eltern mitfeiern dürfen. Im Anschluss an diese Stunde am frühen Nachmittag geht es dann ins Tonwerk – zum gemütlichen Zusammensitzen. „Man darf ja nicht mal tanzen“, bedauert Höß. Und vielleicht haben dann sogar alle Dorfener Abiturienten Lust zu feiern. Denn vier mussten gestern erfahren, dass sie durchgefallen sind.

Allerdings hat jeder Absolvent dieses Corona-Jahrgangs die Möglichkeit, ein verhauenes zweites Halbjahr 2020 durch eine Ersatzprüfung zu verbessern. Freiwillige mündliche Prüfungen sind wie jedes Jahr auch möglich. Am Schnitt von überdurchschnittlichen 2,2 für den gesamten Jahrgang werde das aber nur marginal etwas ändern, meint Höß.

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