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Zu niedrig: Nach dem zweigleisigen Ausbau muss die Brücke in Embach 4,5 Meter hoch sein.
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Zu niedrig: Nach dem zweigleisigen Ausbau muss die Brücke in Embach 4,5 Meter hoch sein.

Zweigleisiger Ausbau ABS 38 München - Mühldorf

Bahn macht in Dorfen Druck beim Brückerl-Bau

  • vonTimo Aichele
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Es geht um 300 000 Euro Zuschuss. Also muss die Stadt Dorfen schnell auf ein Schreiben der Bahn reagieren. Doch die Stadträte seen das als Erpressung.

Dorfen – Die Eisenbahnüberführung in Embach ist 2,9 Meter hoch – und damit für eine Gemeindeverbindungsstraße zu niedrig. Im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Bahnstrecke muss der Durchlass auf 4,5 Meter erhöht werden. Noch heuer soll für den Abschnitt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden. Darauf hat die Bahn die Stadt Dorfen im Dezember hingewiesen. Daher müsse die Stadt schnellstens ein „Änderungsverlangen“ formulieren. Sonst seien Zuschüsse von bis zu 300 000 Euro in Gefahr.

Der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates wollte sich davon aber nicht ohne Weiteres erpressen lassen. Das Gremium beschloss am Mittwoch einstimmig, den Sachverhalt juristisch prüfen zu lassen. Außerdem werden die Unterführungen in Embach, Esterndorf und Anning sowie vor allem die Nutzung der hindurchführenden Straßen untersucht. Erst dann entscheidet der Stadtrat.

Der Bauausschuss hatte bei der letzten Beratung des Themas 2018 für die drei Eisenbahnüberführungen in Anning, Esterndorf und Embach keine Änderungsverlangen festgestellt. Das aktuelle Schreiben sei nun „nicht so erfreulich“, erklärte Bauamtsleier Franz Wandinger in der Sitzung. In Embach „sind wir in der Baulast dabei“. Die geschätzten Gesamtkosten des Bauwerks lägen bei 2,3 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt liege bei 600 000 Euro abzüglich des Zuschusses. „Am Ende werden wir wohl auf 200 000 bis 300 000 Euro sitzen bleiben“, berichtete der Bauamtsleiter.

„Sollten wir kein Änderungsverlangen formulieren, hätten wir keinen Anspurch auf Zuschüsse“, warnte Wandinger. Dazu meinte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU): „Das wäre die schlechteste Alternative.“

Möglich wäre laut Wandinger, den Durchgang zu schließen und den Verkehr über Esterndorf umzuleiten. „Das wären etwa 400 Meter Umweg.“ Das lehnte wiederum Vize-Bürgermeister Günther Drobilitsch (Gemeinwohl) ab. Schließlich bekomme man mit Ausgaben von 300 000 Euro eine neue Unterführung. „Wir reden ja nicht über den Dorfener Anteil, es geht um 2,3 Millionen Euro Steuergelder“, widersprach Heiner Müller-Ermann (SPD).

„Ich kann da erst entscheiden, wenn ich weiß, welcher Verkehr da drauf ist“, erklärte der Genosse. Das Beispiel zeige ohnehin „die ganze Irrsinnspolitik der Bahn. Sie redet seit 35 Jahren davon, dass der zweigleisige Ausbau vor der Tür steht, baut dafür Brücken und entmietet Häuser.“ Und jetzt müsse es auf einmal ganz schnell gehen.

Der Bürgermeister widersprach in einem Punkt: Die höhengleiche Übergänge seien nicht nur wegen der Zweigleisigkeit errichtet worden. Aber insgesamt pflichtete er Müller-Ermann bei. Planungen zum zweigleisigen Ausbau gebe es bereits seit den 1930er Jahren. „Wir werden wahrscheinlich eher das Hundertjährige der ersten Planungsüberlegungen erleben, als dass wirklich was passiert“, sagte Grundner.

Auf Nachfrage von Sebastian Sperr (CSU) berichtete Wandinger über die Unterführung in Esterndorf: „Da könnte uns ein ähnliches Schicksal ereilen.“ Der Durchlass dort sei zwar hoch genug, die Straße aber eventuell sieben Zentimeter zu schmal. Das Rathaus sei hier nicht beteiligt. „Sonst hätten wir auch dafür etwas von der Bahn bekommen müssen“, erklärte der Bauamtsleiter. Dort müsse dennoch etwas gemacht werden, erklärte Andreas Hartl (GAL), weil die Kurve für große Fahrzeuge kaum passierbar sei.

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