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Endlich wieder an einem Tisch beim Griechen: Wirt Kostas Kostaras mit seinen Gästen Anastasia Richter, André Richter und Nichte Georgia (v. l.).

Gaststätten wieder geöffnet

Die Angst der Gäste vor Corona

Die meisten Restaurants in Dorfen haben wieder geöffnet und freuen sich auf die Gäste. Damit kehrt ein weiteres Stück Normalität zurück. Schließlich kann Essen „to go“ nicht die Wirtshaus-Atmosphäre ersetzen.

Von Michaele Heske

Dorfen – Ein leerer Schankraum ist bekanntlich wie ein Schweinsbraten ohne Knödel und Weißbier. Dennoch läuft das Geschäft nur schleppend an. O’zapft is: Im Wirtshaus am Markt fließt nun wieder der Gerstensaft. Seit Montag werden hier die Gäste bewirtet. „Wir hatten viel zu tun vor der Öffnung“, erzählt Wirt Sascha Sauer. Von Mitarbeiterschulung bis Umbau- und Hygienemaßnahmen reichten die Vorbereitungen für die Lockerung. Sicherheitsabstand von 1,50 Metern und Maske seien Pflicht, erzählt der Gastronom. Ebenso dürften nur Personen aus zwei Hausständen an einem Tisch sitzen. Maximal zehn Gäste. Das schrecke ab. „Zum Mittagstisch waren zwar etliche Gäste in der Gaststube“, so der 31-jährige Koch. „Aber abends konnte ich nur sechs Essen servieren.“

Gerade das Wirtshaus am Markt trafen die Schließungen hart. Die Neueröffnung war am 15. Februar, schon einen Monat später mussten Sauer und seine Lebenspartnerin Nicola Beck die Gaststätte wieder schließen. „Lange halten wir nicht mehr durch“, sagt der Gastronom aus Schwindkirchen. Das Wirtspaar wartet auf besseres Wetter: „Am Wochenende wird im Außenbereich mehr los sein. Hoffentlich.“ Schließlich sei Sauer Gastronom aus Leidenschaft: „Es fehlt ein bisschen der Gemütlichkeitsfaktor. Doch schauen wir mal, wie die nächsten Tage laufen.“

Die Taverna Sirtaki hielt sich mit Essen „Gyros to go“ über Wasser. „Wir hatten schon vor der Corona-Krise einen gut gehenden Lieferservice“, sagt Inhaber Kostas Kostaras. Er müsse zum Glück keine Pacht zahlen – doch die Personalkosten seien hoch, auch er habe große Verluste gemacht.

Freilich freut sich Kostaras, dass der Betrieb wieder losgegangen ist. Ihm leuchten allerdings die Öffnungszeiten nicht ein. Im Innenraum dürfen die Gäste bis 22 Uhr sitzen, auf der Terrasse ist schon um 20 Uhr Schluss. „Die Leute kommen oft erst nach 19 Uhr von der Arbeit – da bleibt zu wenig Zeit fürs Essen. Das Virus hat doch keine Nachtschicht“, wirft er den Verantwortlichen für die neuen Gastro-Regelungen vor.

Die Leute hätten große Angst vor Infektionen, meint Kostaras. Stammgast André Richter hält dagegen: „Endlich dürfen wir wieder unter die Leute gehen – die Corona-Zeit war ein bisschen wie im Gefängnis.“ Am Montag, dem ersten Restaurant-Besuch seit langem, wurde dann auch gleich kräftig bestellt: Einen Grill-Teller orderte der Dorfener, während seine Frau sich auf einen großen, griechischen Vorspeisenteller freute.

Das HQ Wok & Sushi macht erst Anfang Juni wieder für die Gäste auf. Bis dahin wird geliefert. „Wir haben ein kleines Lokal – draußen stehen auch nur wenige Tische“, begründet Stella Graupner. Außerdem laufe der Sushi-Lieferservice recht gut.

Das Gasthaus Lebzelter und die Wailtl Bräu Gaststätte haben wieder geöffnet. Ebenso das Restaurant im Jakobmayer, das im Außenbereich schon seit dem 18. Mai. bewirtet. Die Dorfenerin Petra Feuchtner fand es trotz Abstand und Meldezettel vor dem Jakomayer gemütlich: „Ein Restaurant-Besuch bedeutet für mich momentan helfen und gleichzeitig faul sein – sich dabei wieder mit leckerem Essen verwöhnen lassen.“ Dass in den Wirtschaften Namen und Adressen notiert werden, hält Feuchtner für richtig: „Dann kann man gegebenenfalls die Infektionskette zurück verfolgen – das gibt mir Sicherheit.“

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