Das „Armenhaus“ muss weichen: An der Stelle dieses Gebäudes wird neu gebaut.
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Das „Armenhaus“ muss weichen: An der Stelle dieses Gebäudes wird neu gebaut.

Neubau an Stelle des Armenhauses

Architekturwettbewerb für Dorfener Senioren-Wohnhaus läuft

  • vonTimo Aichele
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Eine Senioren-WG, weitere barrierefreie Wohnungen, eventuell eine Tagespflege -  die Stadt Dorfen erwartet für ein Projekt am Schießhallenplatz Konzepte von mehreren Architekturbüros. 

Dorfen – Fünf Architekturbüros arbeiten bereits an Entwürfen für das Senioren- Wohnhaus am Schießhallenplatz. Noch steht dort in unmittelbarer Nähe von Stadtpark und Innenstadt das 1947 errichtete „Armenhaus“. Es soll abgerissen werden und einem viergeschossigen Neubau weichen, in dem eine ambulant betreute Wohngruppe mit zehn Plätzen, seniorengerechte Apartments sowie weitere Wohnungen Platz finden. Die Planer aus München, Freilassing und Bern müssen ihre Konzepte am 24. Juni abgeben, am 3. Juli tagt dazu ein Dorfener Bewertungsgremium.

Bauamtsleiter Franz Wandinger stellte dem Stadtrat diesen Zeitplan für das im März 2019 beschlossene Projekt vor. Die Kommission besteht aus Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) sowie Vertretern des Planungsverband, der Regierung von Oberbayern, der Stadtverwaltung und des Stadtrates. Diese sind nach einem Beschluss in jüngster Sitzung Rudolf Angermeier (EWG), Anton Stimmer (CSU), Simone Jell-Huber (SPD), Ulli Frank-Mayer (GAL) und Josef Jung (ÜWG, beratend).

Das Projekt wird auf dem 1150 Quadratmeter großen Planungsgebiet im Rahmen des kommunalen Förderprogramms zur Schaffung von Mietwohnraum realisiert. Die betreute Wohngruppe, oder Senioren-WG, soll nach den Ausschreibungsunterlagen aus zehn Einzelzimmer-Apartments mit Bädern plus Gemeinschaftsfräume bestehen.

Überlegt wird auch, auf 200 Quadratmetern eine Tagespflege mit bis zu 15 Plätzen anzubieten. Da über diesen Wunsch des Marienstifts noch nicht endgültig entschieden ist, sollen die Architekten eine alternative Lösung mit Wohnungen vorlegen. Die zusätzlichen Wohnungen, zum Beispiel für Angestellte des Marienstifts, sollen ein, zwei oder drei Zimmer haben.

Die von einzelnen Stadträten geforderte Tiefgarage ist nicht vorgesehen, stattdessen werden 15 oberirdische Stellplätze gebaut. Die Tiefgarage würde 800 000 bis eine Million Euro kosten, erläuterte Wandinger: „Salopp gesagt: Das ist es uns einfach nicht wert.“ Außerdem werde eine staatliche Förderung hier kritisch gesehen, wenn oberirdische Parkplätze angelegt werden könnten.

Hier widersprach Martin Heilmeier (LDW). Seine Fraktion halte eine Tiefgarage für sinnvoll. „Für Parkplätze schenken wir wertvolle Flächen her.“ Die Verwaltung gehe davon aus, dass eventuelle nicht alle 15 Stellplätze benötigt werden, erwiderte Wandinger. „Diese Wohnanlage ist wegen der innenstadtnahen Lage prädestiniert für nicht motorisierten Verkehr“, sagte der Bauamtsleiter.

Auch den großen Wendeplatz vor dem Gebäude kritisierte Heilmeier: „Da schenken wir wertvolle Flächen her.“ Günther Drobilitisch (Gemeinwohl) bezeichnete dies sogar als „reinen Luxus“. Das rückte Wandinger zurecht. Der Wendeplatz werde für mehrere Zwecke benötigt: um den benachbarten Bauhof zu beliefern sowie als Vorfahrt für Taxen, Betreuungsdienste und Angehörige- Außerdem, so Wandinger: „Der schlagende Punkt ist die Feuerwehr.“

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