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An dieser Stelle hätten einige Stadträte gerne eine Entlastungsbrücke für die Zeit der Baustelle, wenn die B 15-Isenbrücke (im Hintergrund) abgerissen und neu gebaut wird. 

Geplante Vollsperrung der Ortsdurchfahrt von Dorfen

B15-Baustelle: Nur eine Notbrücke ist möglich

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Beim Neubau der Isenbrücke muss die B 15 zeitweise voll gesperrt werden.  Die Hoffnung lag auf einer großen Behelfsbrücke zur Entlastung. Doch das Staatliche Bauamt lehnt das ab.

Dorfen – Mehr als ein halbes Jahr Stau und Verkehrschaos – dieses Szenario erwartet Dorfen ab April. Dann soll die B 15-Isenbrücke abgerissen und neu gebaut werden. Zumindest planmäßig, denn noch läuft die Ausschreibung, wie am Mittwoch im Stadtrat bekannt wurde. Welche Firma wann genau loslegt, weiß man also nicht. Klarheit gibt es dagegen bei der Behelfsbrücke über die Isen. Eine Notbrückerl kann an der Etzkapelle gebaut werden. Einer großen Lösung als Umleitung für Linienbusse oder gar den gesamten Verkehr schiebt das Staatliche Bauamt Freising allerdings einen Riegel vor.

Vor allem die CSU-Fraktion macht sich für das Bauwerk zwischen der jetzigen Isen-Brücke und dem Wehr südöstlich davon stark. Doch das für Bundesstraßen zuständige staatliche

Bauamt führt mehrere fachliche Argumente dagegen an. Unter anderem seien die möglichen Kurvenradien zu eng. „Eine Auswertung der Schleppkurven zeigt, dass für keine der Varianten eine Befahrbarkeit mit Linienbussen möglich ist“, schreibt die Behörde nach dem Bericht von Bauamtsleiter Franz Wandinger an den Stadtrat.

Kritisch sei außerdem der Platzbedarf für die Montage des Behelfsbauwerks. Wegen der engen Verhältnisse sei das nur auf der B 15 selbst möglich, so das Bauamt. Dafür müsste die Vollsperrung der Bundesstraße zwei Wochen früher erfolgen. Das hätte dann erhebliche Auswirkungen auf den Bauablauf und damit die Kosten.

Und auch der Naturschutz ist laut Wandinger ein Hindernis. Unmittelbar östlich befindet sich ein FFH-Schutzgebiet. Hier wäre ein aufwändiges Gutachten nötig. Das Jahr 2020 als Bauzeitraum wäre damit vom Tisch.

Aber: „Die Behelfsbrücke an der Etzkapelle wird vom Staatlichen Bauamt finanziert“, berichtete Wandinger den Stadträten. Die übrigen Umleitungsmaßnahmen und Beschilderungen im Zuge der Vollsperrung müsse aber die Stadt zahlen.

Diese Auskunft sei „sehr, sehr unbefriedigend“, klagte Michael Oberhofer (CSU). Wenn keine solche Entlastungsbrücke gebaut wird, „dann würde das eine chaotische Situation heraufbeschwören“, prophezeite er für die Zeit des Brückenbaus. Das sei „schlicht nicht hinnehmbar“. Daher forderte Oberhofer, dazu erneut das Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt zu suchen. Auf seine Bitte hin wird der Bauausschuss detailliert über die Ablehnung der Behelfsbrücke informiert. Das sicherte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) zu.

Verwaltung prüft Leih-Lastenrad

Ein anderes Thema wurde auch vor dem Hintergrund des zu erwartenden Verkehrschaos im Zuge des Brückenbaus diskutiert: Leih-Lastenfahrräder für Bürger. Erst am Montag hatte die Stadt zwei E-Lastenräder für den Bauhof und die Verwaltung in Dienst gestellt (wir berichteten). Nun stand der SPD-Antrag vom Oktober zur Beratung. Ziel sei ein kostenloser Lastenrad-Verleih für die Bürger, erläuterte Simone Jell-Huber (SPD). In anderen Kommunen gebe es das auch schon: in Ismaning über ein Radgeschäft, in Gräfelfing über die Bücherei und in Poing über das Umweltamt.

„Das Fahrrad soll seinen Standort am Rathaus haben“, hatte es urprünglich in dem SPD-Antrag geheißen. Darauf bestand Jell-Huber aber nicht. „Man wird das sicher in der Verwaltung besser wissen“, sagte sie. Michaela Meister (SPD) plädierte dafür, dass sich der Umweltausschuss damit befasst.

Man müsse sich dann nicht nur um Verleih und Rückgabe, sondern auch um die Beseitigung von Mängeln kümmern, gab der Bürgermeister zu bedenken. Martin Greimel (CSU) meldete ebenfalls Zweifel an: „Ich glaube nicht, dass das eine kommunale Aufgabe ist.“ Auch Josef Wagenlechner (TEG) forderte, örtliche Betriebe einzubinden, eventuell über eine Gutscheinlösung. Ludwig Rudolf (CSU) bescheinigte der Idee zwar „starke Symbolwirkung“, aber einen „untermikroskopischen Effekt“ auf den Verkehr in der Stadt.

Vize-Bürgermeister Günter Drobilitsch (Gemeinwohl) sah das positiver. Man könne damit eventuell Bürger für diese klimafreundliche Transportmethode begeistern. Seinen Antrag, dass die Verwaltung die Modalitäten eines solchen Verleihs ausarbeiten soll, nahm der Stadtrat schließlich einstimmig an.

Einen Nachtarock zum Kauf der Bauhof-Lastenräder von einer Taufkirchener Firma startete Ulli Frank-Mayer (GAL) „Warum sind Dorfener Fahrradhändler nicht angefragt worden?“, fragte sie. „Wir unterstützen die Dorfener Unternehmen“, erwiderte Grundner. Man habe sehr wohl einen heimischen Händler angefragt. „Bei mir nicht“, rief Georg Brandhuber aus dem Publikum.

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