Großalarm auf dem Schliersee - Suche mit allen verfügbaren Kräften: Offenbar wird ein Kind vermisst

Großalarm auf dem Schliersee - Suche mit allen verfügbaren Kräften: Offenbar wird ein Kind vermisst
+
Badefreuden im Dorfener Freibad: Nadine Leitner mit Tochter Amira und ihrer Mutter Angela (v. l.): „Wir sind alle drei Wasserratten.“ 

Besuch im Freibad

Badespaß im Corona-Ernst

Die Sonne scheint, die Sommerferien haben begonnen. Da ruft das Freibad. Die Dorfener Badegäste freuen sich, dass die Stadt die Badesaison im Corona-Jahr nicht gecancelt hat.

Von Michaele Heske

Dorfen –Überzeugte Sonnenanbeter und Schwimmer schreckt das Virus jedenfalls nicht ab, auch fühlen sie sich im Freibad sicherer als an den Badeseen. „Momentan sind es exakt 290 Badegäste“, bilanziert Michaela Hoffmann, die seit 2017 Betriebsleiterin im Dorfener Schwimmbad ist. Bei 350 Menschen auf dem Gelände ist Schluss: „Mehr Gäste dürfen nicht rein, werden dann gleich an der Kasse abgewiesen.“ Die Akzeptanz der Besucher für die Auflagen sei nicht immer da, auch könnten die Bademeister nicht jedes Kind festbinden, meint Hofmann.

„Die Situation ist nicht immer einfach, aber jammern hilft nichts“, sagt Hoffmann, die es begrüßt, dass die Stadt sich für eine Badesaison trotz Corona entschieden hat. „Schwimmen ist ein wichtiger Sport für alle Generationen, nicht nur für Kinder und Jugendliche. Auch ältere Menschen brauchen Bewegung – joggen und radeln geht ab einem bestimmten Alter nicht mehr, belastet die Gelenke stark.“

In drei sogenannten Badekorridoren kann man derzeit das Dorfener Freibad besuchen – von 8.30 bis 12, von 12.30 bis 16.30 und von 17 bis 20.30 Uhr. In den Pausen müssen die Besucher die Anlage verlassen, alles wird vollständig gereinigt. Einen Euro zahlen Erwachsene für den begrenzten Badespaß, Kinder und Jugendliche 50 Cent.

Angela Byrne ist „super dankbar“, dass das Schwimmen im Dorfener Freibad auch heuer möglich ist. „Wir gehen sogar bei Regen ins Wasser“, erzählt die Dorfenerin, die direkt neben dem Bad wohnt. Voller Elan springt Byrne ins Becken. Nach einigen Bahnen stellt sie sich am Drei-Meter-Turm an. Vor ihr übermütige Jungs, die es kaum erwarten können, auf die Leiter zu klettern.

Derweil sitzt Pit Korbacher auf einer Bank vis à vis der Springtürme, beobachtet das Getümmel genau. Er habe einen Job mit viel Verantwortung, meint der Fachangestellte für Bäderbetriebe. Korbacher erzählt von Bienenstichen, vom Kreislaufkollaps einer Schwimmerin im vergangenen Jahr: „Wir sind viel mehr als Bademeister, die in der Sonne sitzen.“ Jetzt müssten seine Kollegen und er noch zusätzliches Augenmerk auf die Abstandsregeln richten. „Wir sind verantwortlich, dass nichts passiert.“ Deeskalation gehöre zu seinem Job, ebenso wie Voraussicht: „Mit den Jahren bekommt man einen Blick für Gefahrensituationen.“

Auch Renate Tischler von der Wasserwacht Dorfen ist wieder im Einsatz. Sie nimmt heuer die Schwimmabzeichen ab. „Die Abzeichen sind ein Anreiz für Kinder und Jugendliche, Schwimmen zu lernen und nicht nur im Wasser zu planschen“, sagt die Dorfenerin.

Jakob Bachmaier (13) und Tobias Mischke (14) haben den goldenen Jugendschwimmpass bekommen. „Jetzt darf ich alleine ins Schwimmbad gehen“, freut sich Bachmaier junior, der in den vergangenen Jahren mit seiner Familie im Sommer ans Meer gefahren ist. Die Ferien werden die beiden Freunde heuer überwiegend im Dorfener Freibad verbringen.

Nadine Leitner und ihre zweijährige Tochter Amira kühlen sich währenddessen im Planschbecken ab. „Wir sind Wasserratten“, sagt die Dorfenerin. Für die Kinder sei es im Freibad sicherer als am Weiher„Das Wasser ist klar, ich sehe auf den Grund. Und habe die Kleine im Blick.“

Töchterchen Amira soll früh in einen Schwimmkurs. „Die Eltern haben dabei eine Vorbildfunktion“, sagt Wasserwacht-Frau Tischler. Gerade in Oberbayern gebe es viele Gewässer, darum sei es extrem wichtig, dass Kinder frühzeitig Spaß am Schwimmen haben. „Damit ein Kind nicht ertrinkt, wenn es ins Wasser fällt.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Strogen: Hochwasserschutzkonzept kommt bis Ende des Jahres
Strogen: Hochwasserschutzkonzept kommt bis Ende des Jahres
„Du musst einfach da sein“ – Forsterns Bürgermeister Rainer Streu im Interview
Im März wurde Rainer Streu (AWG) zum neuen Bürgermeister von Forstern gewählt. Nach 100 Tagen im Amt zieht er im Interview eine erste Bilanz.
„Du musst einfach da sein“ – Forsterns Bürgermeister Rainer Streu im Interview
Cooles Brautpaar, schwitzender Standesbeamter
Es war eine richtig heiße Trauung.
Cooles Brautpaar, schwitzender Standesbeamter
Horror-Unfall auf der B20: Vier junge Männer sterben beim Versuch nachts zu Überholen - Neue Details zu den Opfern
In der Nacht auf Montag ereignet sich in Ascha (Landkreis Straubing-Bogen) ein schrecklicher Verkehrsunfall, der vier Leben kostet. Schuld ist ein missglückter …
Horror-Unfall auf der B20: Vier junge Männer sterben beim Versuch nachts zu Überholen - Neue Details zu den Opfern

Kommentare