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Stundenlang kämpften 150 Feuerwehrler gegen den Großbrand auf dem Stadtwerkegelände in Dorfen.

Großeinsatz begann in der Nacht

Marathon für die Feuerwehr: Hackschnitzel-Lager der Stadtwerke wird Raub der Flammen

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150 Feuerwehrleute bekämpfen seit dem frühen Donnerstagmorgen ein Großfeuer bei Dorfen. Es entstand großer Schaden für die Stadtwerke

Dorfen – Es war gegen 3 Uhr, als ein Zeuge Flammen auf dem Betriebsgelände mit Heizwerk der Stadtwerke in Rinning, am westlichen Stadtrat Dorfens, entdeckte. Wenige Minuten später trafen rund 150 Feuerwehrleute der Wehren aus Dorfen, Eibach, Hausmehring, Hofkirchen, Taufkirchen, Zeilhofen, Altenerding, und Erding ein. Alarmiert wurden auch die Kreisbrandinspektion, der Katastrophenschutz des Landkreises, die Polizei und der Rettungsdienst zur Absicherung der Einsatzkräfte. 

„Schnell klar, dass Lagerhalle nicht mehr zu retten war“

„Als wir kamen, stand das Gebäude schon in Vollbrand“, berichtet Dorfens Zweiter Kommandant Tobias Brandl. „Für uns war schnell klar, dass die Lagerhalle nicht mehr zu retten war.“ In ihr befanden sich seinen Schätzungen zufolge 6000 bis 7000 Kubikmeter Hackschnitzel. Die Stadtwerke Dorfen sprechen von rund 5000 Kubikmetern. Die hölzerne Außenwand der Betonständerkonstruktion stand ebenfalls bereits in Vollbrand. Das Blechdach mit einer Photovoltaikanlage musste ebenso aufgegeben werden. 

Daher habe man sich darauf konzentriert, das benachbarte Heizwerk und eine Maschinenhalle zu schützen, so der Einsatzleiter. „Das ist uns auch gelungen.“ Eine Herausforderung sei gewesen, eine relativ lange und leistungsstarke Schlauchleitung zu einem nahen Löschteich zu legen. 

Fotostrecke Großbrand

Nachdem der Brand unter Kontrolle gebracht war, begann der langwierigste Teil des Marathoneinsatzes, der sich bis Donnerstagnachmittag hinziehen sollte. Die Berge von Hackschnitzel mussten ins Freie gebracht, auseinander gezogen und abgelöscht werden. „Dabei hatten wir Unterstützung von vier Radladern, einem Bagger und Muldenkippern“, schildert Brandl, der einen so schweren Brand in einer Hackschnitzelanlage lange nicht erlebt habe. „Wir wussten von Anfang an, dass das ein sehr langer Einsatz wird.“ Brandl ist froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist, auch die Feuerwehrleute blieben unversehrt. 

In der Nacht und in den Morgenstunden wurde die Bevölkerung wegen der starken Rauchentwicklung aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. 

Selbstentzündung oder technischer Defekt? 

Die Brandfahnder der Kripo Erding versuchen seit Donnerstagmittag, die Brandursache zu ermitteln. In Frage kommen Selbstentzündung oder ein technischer Defekt. Das Polizeipräsidium Ingolstadt beziffert den Schaden auf rund 400 000 Euro. 

Trotz Totalschaden: Versorgung der Bürger gesichert

Alois Huber, technischer Leiter der Dorfener Stadtwerke, berichtet, dass die Halle zwar wohl ein Totalschaden, die Versorgung der Bürger aber gesichert sei. „Wir betreiben ein Fernwärmenetz, zu dem auch ein Hackschnitzelofen gehört.“ Daran hängen etwa 200 Abnehmer, darunter Schulen und 180 Haushalte. „Im Sommer wird der Ofen turnusmäßig überholt.“ Es habe sich, so Huber, weiter, bereits gezeigt, „dass wir die Anlage kommende Woche planmäßig wieder in Betrieb nehmen können“. Die Hackschnitzel werden nun sortiert. „Einen Teil werden wir entsorgen müssen, einen Teil werden wir sicher noch verwenden können“, ist der technische Leiter überzeugt. Das Lager sei auch deswegen so voll, „weil wir wegen der Borkenkäfer-Bekämpfung den Bauern sehr viel Holz abgekauft haben.“

Inferno im Kreis Freising: Feuerwehrler muss reanimiert werden 

Großbrand Anfang August bei Wang: Feuerwehren aus drei Landkreisen löschten bis in die Morgenstunden einen Brand im Lager eines Holzhandels, berichtet Merkur.de.

In der Nacht auf Freitag, den 14. September, kam es zudem auf der weltbekannten Lürssen-Werft bei Bremen zu einer Feuer-Katastrophe. Auf einer Luxus-Yacht loderten plötzlich die Flammen.

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