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Freute sich über das Dillis-Buch: Len Harmon (l.), Direktor der Rumford-Society, mit Mitarbeiterin Darlene Garak. Michael Jank (r.) hatte es ihnen bei seinem Besuch in den USA übergeben.

Michael Jank übergibt Buch des Heimatvereins

Ein Platz für Dillis im Rumford-Museum in Boston

2015 gab der Heimatverein ein Buch über den Schwindkirchner Künstler Johann Georg Dillis heraus. Michael Jank aus der Dorfener Dillis-Gruppe überreichte ein Exemplar an die Rumford-Society in Boston.

Dorfen/Boston – Das Buch über den Künstler Johann Georg Dillis machte die Reise über den Großen Teich. Michael Jank (47) – Künstler und Mitglied der Dorfener Dillis-Gruppe – hatte es mit im Gepäck, als er kürzlich im Rahmen einer dreiwöchigen Studienreise das Örtchen Woburn in der Nähe von Boston besuchte. Dort wuchs Benjamin Thompson, der spätere Graf Rumford, in einem rot gestrichenen, frühen Siedlerhaus auf, bevor er während der Revolutionskriege nach Europa aufbrach. Heute dient dieses Gebäude als Museum.

In München begründete der vielseitig begabte Amerikaner nicht nur den Englischen Garten, er wurde bekannt durch zahlreiche Erfindungen und nicht zuletzt mit seiner Rumfordsuppe, ein einfaches Gericht zur Armenspeisung.

Kreisverein für Heimatschutz gab 2015 Buch über Dillis heraus

Während seiner Münchner Zeit spielte Graf Rumford eine entscheidende Rolle in der steilen Karriere des jungen Johann Georg Dillis (1759-1841), der in Schwindkirchen geboren ist. Der Maler, der auch Priester war, ist bekannt für seine Darstellungen des bäuerlichen Lebens und seine Reiseskizzen. Er war verantwortlich für den Aufbau der Alten Pinakothek in München und gilt als wichtigster Vertreter der sogenannten Münchner Schule. Zudem malte er Wolkenbilder, was ihn mit Michael Jank verbindet. Das wiederum war dem Dorfener Künstlerkollegen und Dillis-Bewunderer Anton Empl aufgefallen, der den Pfarrkirchener dazu ermutigt hatte, mehr über Dillis zu recherchieren. Die Fans der Region tauschen sich bereits seit Längerem in der sogenannten Dorfener Dillis-Gruppe aus, der Jank mittlerweile auch seit sieben Jahren angehört.

Der Kreisverein für Heimatschutz und Denkmalpflege würdigte den Schwindkirchener Künstler, indem er 2015 das Buch „Johann Georg Dillis – Familie Leben Schaffen“ herausgab. Darin schrieb Jank auch ein 25-seitiges Kapital – eben jenes über Wolken.

Jank überreicht der Rumford-Society ein Dillis-Buch

Graf Rumford hatte Dillis’ Talent im Zeichnen gefördert und ihn mit „den schönsten Ansichten Bayerns“ beauftragt. Schließlich nahm Graf Rumfords Tochter Sarah Zeichenunterricht bei ihm. Eine lebenslange Freundschaft verband Dillis mit Graf Rumford. Beinahe wäre er mit dem Grafen nach London gezogen – als sein Hofkaplan. Dort wartete auch seine Tochter Sarah, die ihn vielleicht sogar geheiratet hätte, wäre er nicht Priester geworden, wie sie laut Jank einmal schrieb.

Nun überreichte Jank das 2015 erschienene Buch des Kreisvereins an Len Harmon, Direktor der Rumford-Society. Dieser freute sich über das Geschenk, taucht doch auch ein schönes Rumford-Portrait im Kapitel „Dillis’ Wolkenstudien im Kontext der Zeit“ von Jank auf. Der Pfarrkirchener Künstler ist für seine Recherche zu Dillis’ Wolkenstudien vor über fünf Jahren auf Rumfords Wolkenbetrachtungen gestoßen. In Rumfords zahlreichen, zu Lebzeiten veröffentlichten wissenschaftlichen Schriften „Experimente über farbige Schatten“ empfahl er die Wolken als Anschauungsobjekte.

„Noch viel Spannendes zu entdecken“

Dillis wurde dank der Ausstellung in Dorfen im September, in der eine umfangreiche Privatsammlung gezeigt wurde, wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Albrecht Gribl, Anton Empl, Franz Wimmer, Alois Lehrhuber und Wolfgang Lanzinger, alle Mitglieder der Dillis-Gruppe, hatten die Schau organisiert.

Auch Jank versprach, dass er weiterforschen wolle: „Da gibt es noch viel Spannendes zu entdecken“, ist er sich sicher.

Alexandra Anderka

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