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Brückenabriss in Dorfen: Ein Ponton schützt die Isen

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Von: Michaele Heske

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Los geht’s: Zunächst reißt der Bagger die Pfeiler nieder, dann die Träger. Bis Ende Juni ist die alte Isenbrücke Geschichte. „Der eigentliche Abriss geht schnell, der Brückenneubau zieht sich“, sagte Jessy Swoboda, Abteilungsleiterin Brückenbau beim Staatlichen Bauamt in Freising.
Los geht’s: Zunächst reißt der Bagger die Pfeiler nieder, dann die Träger. Bis Ende Juni ist die alte Isenbrücke Geschichte. „Der eigentliche Abriss geht schnell, der Brückenneubau zieht sich“, sagte Jessy Swoboda, Abteilungsleiterin Brückenbau beim Staatlichen Bauamt in Freising. © Michaele Heske

Die Arbeiten an der alten Isenbrücke an der B 15 haben am Montag begonnen. Eine diffizile Aufgabe, denn es dürfen keine Trümmer in die Isen geraten. Der Fluss wird durch ein Ponton geschützt.

Dorfen – Die alte Isenbrücke an der B 15 wird seit Montag demontiert. Die Abrissarbeiten werden bis Ende Juni dauern. „Das ist hier schon eine ganz besondere Situation, denn diese Brücke wird über Wasser abgebrochen“, erklärte Jessy Swoboda, Abteilungsleiterin Brückenbau beim Straßenbauamt Freising, beim Ortstermin am Montag.

Zunächst würden die Pfeiler niedergerissen, später dann die Träger, erklärte sie den Ablauf. Und Bauleiter Flavio Schatzberger fügte an: „Es dürfen keine Trümmer in die Isen kommen.“ Zwar sei der Bauschutt nicht kontaminiert, dennoch würden Stahl, Ziegelsteine und Beton nicht in einen Fluss gehören. So schreiben es die Auflagen des Wasserwirtschaftsamtes und des Naturschutzes vor.

Ein Ponton unterhalb der Brücke werde deshalb den Bauschutt abhalten, erklärte Schatzberger. Und: „Bei Hochwasser wird die Schwimmplattform sofort rausgenommen.“ Der eigentliche Abriss dauere keine zwei Wochen, meinte Swoboda. Der Neubau benötige die meiste Zeit: „Es dauert, bis die Spundwände drin sind. Wir müssen zudem das Gewässer schützen, und der Beton muss aushärten.“

Die Fachfrau sieht aktuell keine Verzögerungen: „Wir haben freilich keine Zwischentermine vorgegeben, aber ich gehe davon aus, dass die Baufirma es so zügig wie möglich durchzieht. Das ist ja auch in ihrem eigenen Interesse.“

Eigentlich hätte die Behelfsbrücke über den Isen-Flutkanal schon Anfang Mai fertig sein sollen, aber erst zu Pfingsten wurde der Steg für Fußgänger und Radfahrer freigegeben. Die Behelfsbrücke soll zudem sicherstellen, dass Feuerwehr und Rettungsdienste nicht im Stau in der Innenstadt feststecken und schnellstmöglich an den Einsatzort gelangen.

„Wir sind mit dem Verkehrsgeschehen seit Beginn der Bauarbeiten im Großen und Ganzen zufrieden“, erklärte Karlheinz Lauffer, Verkehrssachbearbeiter der Dorfener Polizei und verantwortlich für das Umleitungskonzept. „Der Schwerverkehr hält sich an die Umleitungen“, berichtete er. Lediglich das Wesner Tor sei nach wie vor ein Nadelöhr. Nicht nur zu den Hauptverkehrszeiten stauen sich dort die Autos bis weit in die Haager Straße hinein. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir den Verkehr hier entzerren können“, sagte der Polizeihauptkommissar – so auch über eine Ampel. „Eine Lichtsignalanlage macht an dieser Stelle aber keinen Sinn“, erklärte Lauffer.

Dass sich am Wesner Tor mittlerweile die Gemüter der Autofahrer erhitzen, wundert ihn nicht. Doch das Jammern und Schimpfen nütze nichts: „Da müssen wir jetzt das nächste halbe Jahr durch.“ Sein Tipp: „Auto stehen lassen – zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Innenstadt fahren, das entlastet den Verkehrsknotenpunkt.“

Für Bürgermeister Heinz Grundner ist es wichtig, die Mobilität in der Innenstadt zu erhalten. „Wir haben den Einzelhandel und die Gastro in der Stadtmitte, die können wir nicht abschneiden.“ Auch er rät zum Spaziergang: „So umgeht man den Stau.“

Dass das Wesner Tor derzeit auch für die Fußgänger schwer passierbar ist, weiß Grundner längst. „Durch das ehemalige Kaufhaus Schmederer wird es eine Passage für Passanten geben“, versprach er vor diesem Hintergrund. Dort baut derzeit Bauträger Georg Scharl. Dieser Durchgang würde freilich auch nach den Bauarbeiten bestehen bleiben, so der Bürgermeister: „Wir warten jetzt nur noch auf die Baugenehmigung.“ MICHAELE HESKE

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