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Beschluss  des Stadtrats

Dorfen fordert neue Lärmschutzwände an der A94

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Im Protest gegen den Lärm an der A94 agiert der Stadtrat Dorfen geschlossen. Alle Räte haben  sich hinter einen Grünen-Antrag gestellt.

DorfenWer eher seinen Augen als seinen Ohren traut, bekam am Mittwoch im Dorfener Stadtrat weitere Indizien: An der A 94 werden Lärmgrenzwerte überschritten. Ein im Sitzungssaal vorgespieltes Video zeigte ein Schallmessgerät – unter anderem in Lindum –, das teilweise über 62 Dezibel angab. Tagsüber sind hier Werte von 59 Dezibel gestattet.

Ob diese Angaben auch von professionellen Gutachtern bestätigt werden, diesen Beweis tritt derzeit die Stadt Dorfen selbst an. Ein Ingenieurbüro hat seine Messgeräte aufgestellt. Doch all diese Aktivitäten reichen den Stadträten nicht. Das Gremium verabschiedete geschlossen einen Antrag von Ulli Frank-Mayer. Die Grüne hatte ein Konzept mit vier Punkten gefordert.

Erstens will Frank-Mayer, dass auf drei Autobahnbrücken weniger wirksame durch hochabsorbierende Lärmschutzwände ausgetauscht werden: an zwei Unterführungen der Staatsstraße 2086 und auf der Lappachtalbrücke. Zweitens fordert die GAL-Rätin ein „Dorfener Lärmschutzkonzept A 94“. Dazu soll ein Lärmgutachten sämtliche Lücken im Schallschutz identifizieren. Die Grün-alternative Liste (GAL) Dorfen wolle darüber hinaus Verbesserungen auf den gesamten 33 Kilometern der Neubaustrecke. Daher soll drittens eine Lärmschutzkonferenz mit Vertretern aller betroffenen Gemeinden einberufen werden.

Die GAL-Rätin appellierte viertens an ihre Ratskollegen neben fachlichen Schritten auch den politischen Druck aufrecht zu erhalten. Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) attestierte dem Vorstoß „vollen Konsens“. Auch CSU-Fraktionschef Michael Oberhofer beteuerte, seine Partei unterstütze den Antrag „ganz außerordentlich“.

Gleichzeitig kritisierte Oberhofer aber: „Eine Autobahn ist nicht dafür da, dass man 120 fährt.“ Da widersprach nicht nur Martin Heilmeier (LDW). „Michael, deine Meinung ist überholt“, sagte er. In zwei Jahren werde es flächendeckend Tempolimits auf Autobahnen geben. Insbesondere den holprigen Fahrbahnbelag auf der Isentaltrasse bezeichnete Heilmeier als „Verbrechen an unserer Lebensqualität“.

Über die derzeit laufenden Messungen berichtete Bauamtsleiter Franz Wandinger: „Die höchsten Werte sind in Haidvocking und in Schwindkirchen-Steinberg ermittelt worden.“ Bisher lägen aber nur Rohdaten vor. An drei Messpunkten sei der Einsatz der Geräte eine Woche lang geplant, an einem vier Wochen lang. Im März oder April würden die Messungen des Fahrbahnbelags folgen, kündigte Wandinger an.

Auch die SPD unterstütze den Vorstoß, erklärte Heiner Müller-Ermann. Er warnte aber hinsichtlich der Verbesserungen beim Lärmschutz: „Wir sollten nicht nach außen signalisieren, dass wir das zahlen.“

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