Großalarm auf dem Schliersee - Suche mit allen verfügbaren Kräften: Offenbar wird ein Kind vermisst

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Schlechte Aussichten bot der Schwammerl während des Autobahnbaus. Nicht zuletzt durch Veranstaltungen der Aktionsgemeinschaft gegen die A 94 wurde er zum Symbol des Widerstands. Davor war er aber schon lange ein beliebtes Ausflugsziel.
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Schlechte Aussichten bot der Schwammerl während des Autobahnbaus. Nicht zuletzt durch Veranstaltungen der Aktionsgemeinschaft gegen die A 94 wurde er zum Symbol des Widerstands. Davor war er aber schon lange ein beliebtes Ausflugsziel.

Wahrzeichen

Der Dorfener Schwammerl bekommt einen neuen Platz ohne Romantik

  • vonTimo Aichele
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Der Bauausschuss  legt einen Standort  für das Dorfener Wahrzeichen fest. Sonnenuntergänge kann man dort aber nicht mehr erleben.

Dorfen – Wahrzeichen, Protest-Symbol, Romantik-Platzerl: Der Schwammerl ist im Bewusstsein der alteingesessenen Dorfener vieles – und vor allem wichtig. Entsprechend engagiert debattierten die Stadträte am Mittwoch im Bau- und Verkehrsausschuss über einen neuen Standort für den seit fünf Jahren im Bauhof eingelagerten Fliegenpilz. Trotz der vorgerückten Stunde nahmen sich die Räte ausgiebig Zeit für Punkt 19 der Tagesordnung. Am Ende kam es zur Kampfabstimmung. Mit 6:5 Stimmen legte das Gremium einen neuen Standort fest. Und eines ist schon klar: Sonnenuntergangs-Romantik wird man am Schwammerl nicht mehr erleben können.

Denn der neue Schwammerl-Platz östlich des Fürmetz-Hölzls (siehe Karte) wird keine freie Sicht nach Westen mehr bieten. Ein Gehölz steht zwischen den Besuchern und der Abendsonne. Dafür gibt es freien Blick nach Osten bis zur Stadt Dorfen – vielleicht also eher ein Vergnügen für Frühaufsteher, die den Sonnenaufgang genießen wollen.

„Das ist ein völliges No Go. Das geht gar nicht“, meinte Günther Drobilitisch (GEM) zu dieser Situierung – zwar mit einem Lächeln im Gesicht, aber doch mit Nachdruck. „Ich wusste gar nicht, dass du so ein Romantiker bist“, frotzelte Martin Heilmeier (LDW) zu seinem Ratskollegen hinüber. Doch gerade er pochte auch auf sein Recht auf Sonnenuntergang („Das ist ein absolutes Manko“). Auf die Tagesordnung war der Schwammerl durch einen Antrag von Heilmeiers Landliste gekommen. Als sich der Platz mit Ost-Blick abzeichnete, wollte er das Thema für eine weitere Suche vertagen. Eine 7:4-Mehrheit stimmte allerdings für eine sofortige Entscheidung.

Der neue Standort liegt westlich der B 15 am Fürmetz-Hölzl.

Eines schickte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) vorweg: „Der Schwammerl ist in einem derart schlechten Zustand, dass er neu gemacht werden muss.“ Angesichts dessen appellierte später Michael Oberhofer (CSU) an die Debattier-Zurückhaltung seiner Ratskollegen: „Ich weiß jetzt schon, dass wir diskutieren werden, ob der Schwammerl gefällt oder nicht. Dann haben wir im Stadtrat 25-Schwammerl-Experten.“

Doch vor dem Neubau ging es erst einmal um den Platz. Die Verhandlungen, das Wahrzeichen wieder am alten Standort aufzustellen, seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen, berichtete Grundner. Es handle sich um Privatgrund, und der Eigentümer sei nicht einverstanden. Das nahe gelegene Grundstück am Fürmetz-Hölzl befinde sich dagegen im Besitz der Stadtwerke Dorfen und könne daher genutzt werden.

„Wir lehnen diesen Antrag ab“, erklärte 3. Bürgermeister Sven Krage für die ÜWG-Fraktion. Der Standort sei nicht geeignet. Er sei dafür, mit dem früheren Grundeigner und dessen Nachbarn noch einmal zu sprechen, ob sie einer Aufstellung an ihrer Grundstücksgrenze zustimmen, sagte Krage und zeigte seinen Ratskollegen einen Punkt auf der Landkarte. Das Nein sei gekommen, „weil dort Partys und ähnliche Beeinträchtigungen befürchtet werden“, so Krage. Daher schlage er eben jenen Ort mit einer gestatteten Nutzung bis 20 Uhr vor. „Dorfen besteht nicht zu 95 Prozent aus Vandalen, Gott sei Dank“, antwortete Grundner. Aber eine Schwammerl-Schlusszeit müsse dann am Ende auch noch überwacht werden.

Michaela Meister (SPD) vertrat eine ganz andere Meinung. „Das ist so ein starkes Symbol des Autobahn-Widerstands. Ich würde den Schwammerl gar nicht mehr aufstellen“, sagte sie und fand dafür aber keine Unterstützer. „Auch wenn der Kampf verloren ist, soll es ein Zeichen davon geben“, widersprach Heilmeier. Dieses „Denkmal, das es nicht mehr gibt“, biete auch Chancen der Erinnerungskultur, erklärte Oberhofer. Man könne ja ein Schild anbringen, das die Geschichte dieser symbolträchtigen Stätte erläutert, ergänzte Ulli Frank-Mayer (GAL). „Selbstredend“, antwortete Grundner. Dis Diskussionen dürften noch lange nicht vorbei sein . . .

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