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An der Spitze der Liste (v. l.): Manfred Groh, Susanne Streibl, Ursula Frank-Mayer, Andreas Hartl, Tiziana Duphorn, Sebastian Emehrer, Gerald Forstmaier. 

Aufstellungsversammlung bei der GAL

Dorfens Grüne starten ohne Bürgermeisterkandidat aber mit erfahrenen Stadträten in die Kommunalwahl

Sie stehen für ein klimafreundliches und buntes Dorfen  - die Kandidaten Grün-alternativen Liste (GAL). Ein Bürgermeisterkandidat wurde nicht nominiert.

DorfenMit Elan und vielen Inhalten hat sich Dorfens Grün-alternative Liste (GAL) am Donnerstag im Gasthaus am Markt für die Kommunalwahl 2020 formiert. Ein Bürgermeisterkandidat wurde nicht aufgestellt, dafür stehen mit Ursula Frank-Mayer, Gerald Forstmaier und Andreas Hartl bekannte Gesichter auf der Stadtratsliste. Daneben setzen die Grünen auf politische Newcomer.

„Dorfen soll bunt und kinder- sowie enkelfreundlich bleiben, eine lebens- und liebenswerte Stadt für alle Bürger, egal wo sie herkommen“, wünscht sich die langjährige Kreis- und Stadträtin Frank-Mayer (Platz 1). Auf ihre Prioritätenliste setzte die 60-Jährige zudem, dass Dorfen nicht „nach außen zerfranst und zersiedelt wird – die Beschaffung von Wohnraum sollte kommunale Aufgabe sein und nicht dem freien Spiel des Markts überlassen werden“.

Forstmaier (52) ist seit zwölf Jahren Stadtrat. „Die nächsten Jahre sind entscheidend“, sagte er zu seinen Hausthemen Umwelt- und Klimaschutz. Er habe als Umweltreferent viele energetische Standards in städtischen Gebäuden durchgebracht, berichtete der Landschaftsarchitekt. „Ich freue mich immer, wenn Leute kommen und mich fragen, wie Flächen beispielsweise ökologisch optimiert werden können.“

Von Geburt an lebt Hartl (71) in Dorfen und war fast 40 Jahre Geschäftsführer im Rathaus, bevor er Stadtrat wurde. Die Themen Umwelt und Natur stehen bei dem Hobbyfotografen im Vordergrund. „Wer in Dorfen mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist eine arme Sau“, erklärte er. Die prekäre Verkehrssituation möchte er ändern und einen Impuls gegen das „Autoland“ setzen. Außerdem geht es ihm um die Isen, die nicht gesund sei: „Das liegt an der uralten Kläranlage aus dem Jahr 1974. Hier müssen Lösungen gefunden werden, nicht nur der Fische wegen.“

Die 27-jährige Tiziana Duphorn (Platz 3) kommt aus Freising und lebt seit über zwei Jahren in Dorfen. Schon seit ihrer Jugend engagiert sie sich für grüne Politik. Ihre Ziele sind Klimawandel und Stadtverkehr. Außerdem positioniert sie sich gegen die AfD: „Dorfen ist bunt und soll es auch bleiben – ohne braune Färbung.“ Auch Susanne Streibl gehört zu den Neuen. Die Lehrerin am Förderzentrum Dorfen sagt: „Die Politik im Bund muss ich hinnehmen – auf kommunaler Ebene möchte ich in Dorfen bei der Klima- und Verkehrspolitik was bewegen“, sagte sie. Der promovierte Physiker Manfred Groh will sein Knowhow bei Energiewende und Klimawandel einbringen: „Aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet, ist alles noch viel dramatischer.“

Mit 20 Jahren ist Sebastian Emehrer (Platz 8) der Jüngste im Team. Bei der Bahn macht er derzeit ein Duales Studium. Der Bahnausbau sei wichtig: „Allerdings nur in der Vieregg-Variante.“ Dass die Zugverbindung ab Dorfen in den MVV gehört, wünscht er sich. Auch möchte er den Dialog mit Dorfens Schülern suchen: „Schüler dürfen nicht wählen, müssen aber trotzdem repräsentiert sein.“

Michaele Heske


Die Stadtratsliste:

1. Ursula Frank-Mayer, 2. Gerald Forstmaier, 3. Tiziana Duphorn, 4. Andreas Hartl, 5. Susanne Streibl, 6. Manfred Groh, 7. Susanne Holzner, 8. Sebastian Emehrer, 9. Simone Empl, 10. Michael Rott, 11. Monika Roth-Dittlmann, 12. Stefan Weber, 13. Veronika Dürheim-Thalmeier, 14. Nikolaus Westenthanner, 15. Christin Dörr, 16. Christian Empl, 17. Elisabeth Füssinger, 18. Branko Pajtler, 19. Evi Festl, 20. Urs Ickler, 21. Claudia Honsberg, 22. Norbert Schertler, 23. Hanna Ermann, 24. Mathias Brechter.

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