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Birgt viele Schätze: Isental.

Genau hinschauen!

Experten klären auf: Diese Schätze des Isentals kennen Sie noch nicht

Es tut sich viel im Isental. Die Vielfalt der Natur war Thema von zwei Infoabenden. Dort wurden interessierte Bürger, vor allem Landwirte und Jäger, von den Betreuerinnen des „Natur, Vielfal, Isental“-Projekts informiert.

Eibach/Walkersaich– Das seit 2016 bestehende Projekt setzt sich für den Erhalt der Wiesenbrüter und eine naturverträgliche Landbewirtschaftung im Isental ein. Die Besonderheit: Es wird durch einen Zusammenschluss der Gemeinden Lengdorf, Dorfen, Schwindegg, Obertaufkirchen, Rattenkirchen und der Wildland-Stiftung Bayern getragen.

Der Infoabend für den Landkreis Erding fand im Gasthaus Mayr in Eibach statt. Gebietskenner Andi Hartl führte mit einem spannenden Vortrag zum Leben in und am Gewässer in den Abend ein. Selbst Naturkenner erfuhren neue spannende Details zum geheimnisvollen Leben im Wasser.

Hartls Fazit: Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass im Isental mindestens genauso faszinierende Symbiosen zwischen den Arten bestehen wie im Tropischen Regenwald. So schwimme beispielsweise das Bitterling-Männchen stetig vor der zuschnappenden Öffnung einer Bachmuschel auf und ab, um sie zu desensibilisieren. Erlahmt der Schließreflex der Muschel, ist das Weibchen an der Reihe. Mit einem langen Rohr legt es seinen Laich in die Muschel. Dort können sich die Eier geschützt gegen Fraßfeinde entwickeln und verlassen die Muschel als winzige Fischchen.

Genauso packend gestaltete sich der Abend in der Schlosswirtschaft in Walkersaich mit den Fotografen Erwin Wolf und David Faßl. Die beiden hatten im Sommer unzählige Stunden im Thalhamer Moos verbracht und dort Kiebitz, Bekassine, Blaukehlchen und Braunkehlchen fotografiert.

Im Anschluss stellten die Projektbetreuerinnen Anja Aigner und Carina Baum das Erreichte und die Pläne für die Zukunft vor. Ihr Fazit: Viele naturschutzfachliche Maßnahmen konnten nach Ablauf der Hälfte der Projektzeit bereits umgesetzt werden. „Neben der Ansaat blütenreicher Wiesen oder dem Bau seichter Wasserflächen für die Nahrungssuche der Kiebitze wurden alte Torfstiche entbuscht, um Krähen und Greifvögeln keine Ansitzwarten für die Jagd auf Wiesenbrüter zu geben“, erklärte baum. Zudem wurden brachliegende Flächen wieder in ein Pflegeprogramm aufgenommen, um sie offen zu halten – eine Grundvoraussetzung dafür, dass sich Wiesenbrüter ansiedeln.

Baum betonte, dass alle Maßnahmen in enger Absprache mit Jägern, Flächeneigentümern, Landwirten und Behörden geplant und durchgeführt werden, um alle Interessen berücksichtigen zu können. Außerdem hat man Unterrichtsvormittage für Schulklassen, Ferienprogramme und Führungen angeboten. Sogar Bastelmaterial für die Umweltbildung wurde selbst entworfen.

„Ganz im Sinne von Hartls Vortrag möchte sich die Wildland-Stiftung Bayern im kommenden Projektjahr der ökologischen Aufwertung der Gewässer im Isental widmen“, kündigte Baum an. Zudem seien eine Ausstellung und die Fortführung des Umweltbildungsprogramms mit neuen Schwerpunkten geplant. „Bei allen Aktivitäten ist der beständige Austausch mit den Akteuren vor Ort unerlässlich, wozu auch die vergangenen Infoabende gedient haben“, so Baum.  zie

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