Das hat gefehlt: Thyra Klotz, Florian Geisberger, Lea Donbeck, Markus Mittermaier, Sophia Donbeck, Florian Konsal, Tobias Maier mit Hündchen Yuna und Simone Binsteiner (v. l.) freuen sich, dass sie zusammensitzen können. 
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Das hat gefehlt: Thyra Klotz, Florian Geisberger, Lea Donbeck, Markus Mittermaier, Sophia Donbeck, Florian Konsal, Tobias Maier mit Hündchen Yuna und Simone Binsteiner (v. l.) freuen sich, dass sie zusammensitzen können. 

Nach dem Lockdown

Ende der Corona-Einsamkeit: Endlich wieder Freunde treffen 

Junge Dorfener erzählen von ihrer Stimmung im Corona-Lockdown und worauf sie sich jetzt wieder freuen.

Dorfen – Im Corona-Lockdown konnte es daheim schon fad werden. Vor allem junge Leute, die es gewohnt waren, mehrmals die Woche auszugehen und Freunde zu treffen, mussten sich ganz schön umstellen. Jetzt sind wieder Restaurants, Bars und Biergärten angesagt – gemeinsam mit den Freunden. Junge Dorfener erzählen bei einem Treffen im Tonwerk-Biergarten von ihrer Stimmung in den vergangenen Monaten.

Im „Hotel Mama“ ließ sich der Lockdown gut überstehen, meinen die diejenigen, die noch zuhause leben. Die jungen Leute wissen genau, wie schön sie es „dahoam“ haben: „In München, da hatten es Gleichaltrige deutlich schwerer“, glaubt Thyra Klotz aus Dorfen, 24 Jahre alt. Schon allein, weil das Leben mit Familienanschluss inklusive Garten vor dem Haus deutlich leichter sei als in den anonymen Wohnblöcken der Städte.

Der Fußball sei ihm abgegangen, sagt Markus Mittermaier. „Endlich wieder spielen können – herrlich!“ Je länger die Ausgangsbeschränkungen dauerten, desto ungeduldiger wurde der 24-jährige Student. Zumal er niemanden persönlich kannte, der sich mit dem Corona-Virus infiziert hatte. „Irgendwann ließ das Verständnis für den Lockdown nach“, meint Mittermaier deshalb.

Doch hochgerechnet auf eine Lebenszeit von 80 Jahren, da seien die Wochen des Social Distancing ein Klacks gewesen, meint der Student –selbst wenn ihm Training, Freunde und die Uni abgingen. An die Ausgangsbeschränkungen hielt sich der junge Dorfener strikt, er war auch auf keiner „Corona-Party“, wie Feiern genannt wurden, die trotz der Beschränkungen stattfanden. „Ich wollte schließlich niemanden gefährden.“

Dass es diesen Sommer keine Volksfeste geben wird, findet Florian Konsal (23) sehr schade: „Diese Feste sind bei uns Tradition.“ Er selbst habe vom Lockdown aber nicht viel mitbekommen: „Ich bin Handwerker, hab’ durchgehend gearbeitet. Die Baubranche hatte keine Einbußen durch die Pandemie.“ Und auch für Thyra Klotz, war die Zwangspause kein großes Dilemma: „Ich schreib’ gerade meine Masterarbeit, konnte konzentriert und ohne Ablenkung daran arbeiten“, sagt die Psychologie- und Marketing-Studentin. Einziges Manko: Die Bibliotheken hatten geschlossen. „Aber es gibt ja Internet – da konnte ich mir schon helfen.“

Ohne Netflix wäre der Lockdown allerdings schlimm geworden, meint Simone Binsteiner (24). Dank des Streaming-Senders konnte die junge Frau unbegrenzt Serien ansehen. „Ich habe aber auch viel gelesen.“ Die Personalreferentin zieht ein überwiegend positives Resümee: „Ich hatte vorher so viel Freizeitstress, manchmal vier Veranstaltungen in der Woche.“ Sie sei runtergekommen. Außerdem gehöre nun ein Welpe zur Familie: „Es ist der richtige Zeitpunkt für einen kleinen Hund.“

Verunsichert sei Binsteiner in der ersten Zeit des Lockdowns dennoch gewesen: „Irgendwann kam in den Nachrichten nur noch Corona, Corona, Corona.“ Ihr Lebenspartner Tobias Maier ließ sich indes von den Meldungen nicht irritieren, obwohl es für ihn als Geschäftsführer des Dorfener Tonwerks auch wirtschaftlich ans Eingemachte ging. „Zunächst war die Ausgangssperre schon ein herber Schlag. Uns ist die gesamte Open-Air-Saison weggebrochen“, sagt Maier.

Doch schnell hätten er und Kompagnon Andreas Wagner neue Ideen entwickelt, sich den neuen Herausforderungen gestellt. Die Idee eines Autokinos ließ sich leider nicht umsetzen (wir berichteten).Für normales Freiluftkino haben die Tonwerker aber schon die Genehmigung und wollen ihr Defiziteetwas ausgleichen. Gute-Laune-Filme mit Matthias Schweighöfer und Elyas M’Barek oder „Dirty Dancing“ sollen die Zuschauer ins Tonwerk locken.

Schon jetzt ist der Pop-up-Biergarten ein Anziehungspunkt für Alt und Jung.

Die Zwillinge Lea und Sophia Donbeck freuen sich, dass Mutter und Vater mit am Tisch sitzen. Schwierigkeiten mit den Eltern kennen sie auch nach der Corona-Zeit nicht, obwohl sie während der Ausgangsbeschränkungen alle gemeinsam im Haus in Dorfen gelebt haben: „Wir sind alle super miteinander ausgekommen“, sagt die 21-jährige Lea. Und ihre Schwester ergänzt: „Es hat sogar gut getan, wieder mehr Zeit miteinander zu verbringen.“

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