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Fesches Erbprinzenpaar: Leni von Turn und Tanz und Leon, der Hüter des Tors, hatten ihren ersten Auftritt vor großem Publikum bei der Dorfener Maschkera. An diesem morgigen Sonntag sind sie beim Kinderfasching der KG Dorfen im Jakobmayer zu erleben.

Dorfener Erbprinzenpaar genießt den Fasching

Leni und Leon liegt die Narretei im Blut

Das nennt man Karrieresprung: Letztes Jahr war Leni noch Hippie-Mädchen und Leon einfacher Cowboy. Heuer repräsentieren die beiden die närrische Dorfener Aristokratie.

Dorfen – Das nennt man Karrieresprung: Ging Leni Göschl im vergangenen Fasching noch als Hippie-Mädchen, und Leon Mohapatra war einfacher Cowboy – so repräsentieren die beiden heuer die närrische Dorfener Aristokratie. Als Leni von Turn und Tanz und Leon, der Hüter des Tors, tanzt das Erbprinzenpaar in der bunten Isenstadt.

Armeen aus Gummibärchen und Unterricht gegen Mobbing schon ab der ersten Klasse, das würden die beiden sich wünschen, wären sie tatsächlich an der Macht. Und Fußball als Wahlfach, so Prinz Leon: „Die tägliche Unterrichtszeit soll verkürzt werden und keine Hausaufgaben mehr, damit alle Schüler mehr Zeit für Freunde haben – das wär’s.“

Rotes Abendkleid und Smoking

Fesch sind die beiden: Leni von Turn und Tanz im roten Abendkleid mit hochgesteckten Haaren und Leon, ganz klassisch im Smoking mit Fliege und Lackschuhen. „Die Mama frisiert mich vor jedem Auftritt. So ungefähr eine Stunde brauchen wir, bis ich dann eine echte Prinzessin bin“, erzählt die Viertklässlerin. Dabei sind die Königshäuser in England oder Schweden keineswegs ihr Vorbild: „Wer ist Herzogin Meghan?“, fragt Leni. „Die kenne ich gar nicht.“

Leni: „Ich bin eine Rampensau“

Leni liebt, abseits des royalen Dresscodes, eher legere Klamotten. „Die Mama findet mein Outfit schrecklich, weil ich gerne enge Hosen und kurze Pullover oder bauchfreie T-Shirts trage.“ Mit ihren Freundinnen gehe sie in Dorfen oft shoppen. „Im Sommer trinken wir danach was am Marienplatz und essen Chips.“ Auch der Sport liegt bei der Dorfener Infantin hoch im Kurs. Skifahren, Einrad- und Rollschuhfahren sowie Ballett macht sie. Und sie ringt – nicht etwa um Worte („Ich bin eine Rampensau“), sondern als Kraftsportart: „Da kann ich dann die Jungs umlegen“, sagt Leni und lacht. Beim Prinzen macht sie eine Ausnahme. Die beiden verstehen sich. „Wir machen schon viel zusammen“, sagt Leni.

Prinz Leon: FC-Hörgersdorf-Torwart und FC-Bayern-Fan

Prinz Leon, der Hüter des Tors, ist ein liebenswerter, wohlerzogener Viertklässler. Auch er ist mittlerweile zum Bühnenkünstler mutiert, wenn auch mit verhaltenerem Charme als Leni. „Ich bin Torwart beim FC Hörgersdorf“, erzählt er. Und ergänzt bescheiden: „Das kann ich sehr gut.“ Fan vom FC Bayern sei er ebenfalls, wie auch sein Papa. „Ich war schon in der Allianz Arena. Da hat Bayern gegen Heidenheim gespielt und 5:4 gewonnen.“

Nadine Schöder von der Karnevalsgesellschaft Dorfen hat die Neunjährigen schon im vergangenen Jahr gefunden. „Ich habe erst lange überlegt – und mich dann doch getraut, Prinz zu werden. Es macht richtig viel Spaß, auf der Bühne zu stehen. Eine ganz wichtige Erfahrung für mich“, erzählt Leon.

Auch Leni musste überlegen, ob sie Prinzessin werden wollte: „An Fasching gehe ich sonst immer Skifahren, aber der Papa hat gesagt, Erbprinzessin wird man nur einmal im Leben.“ Und so entschied sich Leni gegen die Skibretter und für jene Bretter, die zumindest für die Narren in der fünften Jahreszeit die Welt bedeuten: „Ich stand schon öfters auf der Bühne. Wenn die Leute dann klatschen, ist es einfach nur toll.“

Showtanz und Gedicht

Seit September üben die beiden Hoheiten jeden Freitag eine Stunde lang für ihre Auftritte. In der Dorfener Sporthalle lernten sie unter der Regie von Alena Wismath und Manuela Wolf die Schritte für den Langsamen Walzer und studierten einen Showtanz ein. Jetzt sitzt jeder Schritt: „Das war ganz schön schwierig. Mir haben die Trainerinnen fast schon leid getan“, sagt Prinz Leon. Und Leni ergänzt: „Alles geht nach ABBA-Songs.“ Außerdem tragen die beiden ein Gedicht vor – im Wechsel. „Was meinst du, wird der Fasching toll?“, fragt etwa Leni. Und Leon antwortet: „Jawoll!“

Nur beim ersten Auftritt, der traditionellen Maschkera in Dorfen, hatten die beiden Schüler Lampenfieber. Jetzt freuen sie sich aufs Hemadlenzn und die Faschingsbälle im Jakobmayer.

Kinderfasching am Sonntag

Der nächste Auftritt der beiden ist dort an diesem Sonntag beim Kinderfasching der KG Dorfen. Auch beim Empfang des Landrats in Erding hat das Erbprinzenpaar die Stadt Dorfen repräsentiert. Doch: „Bei der Maschkera und dem Hemadlenz, da sind Freunde und die Familie – und die sind viel wichtiger“, weiß Leni. Auch die Klassenkameraden finden es cool, wenn Leon und Leni tanzen, ihre Eltern sind sehr stolz. Leon wurde das Faschingsgen quasi in die Wiege gelegt: „Ich bin an einem Unsinnigen Donnerstag geboren und meine Mama auch“, erzählt der kleine Prinz.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Oder doch nicht? „Vielleicht werden Leon und ich mal das richtige Dorfener Prinzenpaar – in zehn Jahren oder so“, sagt Leni hoffnungsvoll.

Michaele Heske

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