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Mit einem Lied in die fünfte Jahreszeit

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Von: Michaele Heske

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Das Dorfener Faschingsprinzenpaar Susanne I. und Matthias I. freut sich auf die narrische Zeit – und genießt bis dahin den Blick über die Stadt bei Spaziergängen, wenn die vielen Tanzstunden genügend Zeit lassen. Umzug trotz Verkehrsproblemen Auftritt im Marienstift geplant Erbprinzenpaar Tamara und Enzo
Das Dorfener Faschingsprinzenpaar Susanne I. und Matthias I. freut sich auf die narrische Zeit – und genießt bis dahin den Blick über die Stadt bei Spaziergängen, wenn die vielen Tanzstunden genügend Zeit lassen. Umzug trotz Verkehrsproblemen Auftritt im Marienstift geplant Erbprinzenpaar Tamara und Enzo © Michaele Heske

Die Dorfener Faschingsprinzessin Susanne I. singt leidenschaftlich gern. Sie und ihr Prinz Matthias I. hoffen auf freie Bahn für die Hemadlenzn.

Dorfen – Einmal Prinzessin sein: Für Susanne I., glitzernde Regentin über Jugend und Gesang, geht ein Kindheitstraum in Erfüllung. „Das ist alles wie im Märchen“, sagt sie strahlend. Gemeinsam mit Gemahl Matthias I. von der Hofkirchener Hofburg macht sich die Dorfenerin bereit für die Regentschaft in der fünften Jahreszeit.

Der große Wunsch ihrer Majestät: freie Bahn für die Hemadlenzn. Am Unsinnigen Donnerstag soll in der Isenstadt endlich wieder Humor und Gaudi glänzen, hofft sie. Zwei Jahre Karenz wegen Corona – jetzt wackelt der traditionelle Umzug der Weißhemden, weil sich der Durchgangsverkehr auch im kommenden Jahr noch durch die Innenstadt quetschen wird. Wie aber soll der Bürgermeister aus dem Rathaus geholt werden, wenn sich die Autos stauen? „Die Karnevalsgesellschaft ist da im Gespräch mit Stadt und Landratsamt. Irgendwas fällt uns ein“, verspricht die Prinzessin.

Jeder Dorfener, der was auf sich hält, trägt an dem Tag weißes Nachthemd, Zipfelmütze oder eine Nachthaube und lange weiße Unterhosen. Bis zu 3000 Hemadlenzn zieht es gewöhnlich auf die Straße. „Da ist es besser, wenn der Verkehr offiziell umgeleitet wird. Nicht, dass noch was passiert“, meint Susanne I. Die Narren in der Faschingshochburg würden sich ihren Umzug nicht nochmals nehmen lassen und trotzdem auf die Straße gehen, glaubt sie.

Fasching, das ist für sie „mit Freunden singen, lachen, Gaudi haben“. Schon mit sieben Jahren war Susanne Neumayer, wie die Prinzessin mit bürgerlichem Namen heißt, in der Tanzgarde der Karnevalsgesellschaft Dorfen (KG) und wuchs von der kleinen Garde bis zu den Jumping Jacks mit. Zudem spielte sie die große Hofdame, als ihre Schwester Melanie und Schwager Wolfgang Lanzinger im Jahr 2005 Prinzenpaar waren. „Das war einfach einmalig, so was vergisst man nicht.“

Als KG-Präsident Martin Pommer dieses Jahr seinen Besuch ankündigte, war Susanne sofort klar, um was es geht: „Ich war gleich Feuer und Flamme. Matthias musste erst noch überzeugt werden“, erzählt die 31-jährige Sozialarbeiterin. Doch seiner Frau zuliebe willigte auch der Hofkirchener in die Regentschaft ein.

Offiziell inthronisiert werden Susanne I. und Matthias I. bei der Maschkera am 13. Januar im Tonwerk. Da wird dem Prinzenpaar auch symbolisch der Rathausschlüssel von Bürgermeister Heinz Grundner überreicht. Und die Prinzessin zeigt erstmals ihr Kostüm.

Bis dahin heißt es: tanzen, tanzen, tanzen. „Walzer kann ich schon ganz gut“, sagt Susannes Prinz Matthias, der als Heilerziehungspfleger in Algasing arbeitet. Dienstags und donnerstags wird geprobt, mit Tanztrainerin und Hofstaat.

Viele Auftritte stehen an. „Hoffentlich können wir auch ins Marienstift oder zumindest in den Garten des Altenheims, es ist wichtig, den älteren Menschen zu zeigen, dass sie dazugehören“, erklärt die Jugendreferentin der Katholischen Jugendstelle Erding. Denn soziales Engagement gehört für das Prinzenpaar ebenso dazu wie ausgelassenes Feiern.

Matthias Neumayer (42) ist ein Freund schneller Entschlüsse. „Wir haben uns am zweiten Weihnachtsfeiertag 2017 im Johanniscafé kennengelernt. Ein halbes Jahr später machte er mir einen Antrag“, verrät seine Susanne. Nach der standesamtlichen Trauung zog sie zu ihm nach Hofkirchen. Die kirchliche Trauung war in diesem Sommer, danach ging es auf Hochzeitsreise auf die Malediven.

Reiselustig sind sie alle beide. Ob mit dem Auto nach Italien oder dem E-Bike nach Straubing: Das Paar ist viel auf Tour. Susanne I., glitzernde Regentin über Jugend und Gesang – der Name ist Programm für die Prinzessin mit der schönen Stimme: „O du Himmel auf Erden, liebefroher Karneval, sing im Jubel frohe Lieder durch das Isental“, stimmt sie an. Sie singt im Lyrico Vocale, seit 28 Jahren ist sie in den Chören von Lydia Ulrich-Riedl. Der Prinz ist Fußballfan und geht regelmäßig ins Stadion zu den Spielen der Löwen vom TSV 1860 München.

Zum Hofstaat gehört auch Erbprinzessin Tamara Stehr (11), die mit Beinamen die „tänzelnde Perle“ heißt. Der Partner an ihrer Seite wird Erbprinz Enzo Damerau sein, der Hüter des Handycaps, denn der achtjährige Bub ist passionierter Golfer.

Tickets

für die Maschkera und die Kinderbälle im Februar 2023 können an den Samstagen im Advent jeweils von 14 bis 16 Uhr im Reisebüro Kuliga gekauft werden. Beim Vorverkauf am Samstag, 10. Dezember, ist übrigens das Prinzenpaar anwesend.

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