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Kreativ: Cheraleen und die Goldstücke (v. l.): Georg Karger, Roland Biswurm, Geraldine Frisch und Roald Raschner.

Faszinierende Klangwelten

Eindringlicher Minimalismus

Ganz individuell und vor Kreativität sprühend war nicht nur das Release-Konzert von Cheraleen und die Goldstücke im Jakobmayersaal, sondern auch die dabei beworbene Vinyl-EP.

Dorfen Die Cover der auf 200 Stück limitierte Ausgabe von „Omarashi Eaieoii“ wurde einzeln von Frontfrau Geraldine Frisch handbemalt, somit ist jede Platte ein Unikat.

Schon mit dem ersten, titelgebenden Stück entführte die vierköpfige Band in ihre ganz eigenen Klangwelten. Zu einem dröhnenden Bass (Georg Karger) spielte Geraldine Frisch eine kurze Querflötensequenz als Loop ein, um dann mit sanfter und zugleich kraftvoller Stimme den Gesang zu übernehmen. Perkussiv untermalt wurde dies von Roland HH Biswurm, der im Verlauf des Abends bewies, dass er die gesamte Bandbreite der Perkussion beherrscht. Ohne erkennbar wiederkehrenden Rhythmus steuerte er hier mal einen Trommelwirbel, mal ein zurückhaltendes Becken-Gezische bei.

Unverzichtbar für die Kompositionen der „Goldstücke“ ist dabei Roald Raschner, der einige Zeit „Haindling“ begleitete. Am E-Piano und Synthesizer ist er maßgeblich für den „Cheraleen“-Sound, der nahe an Electro, aber auch im Jazz anzusiedeln ist, zuständig. Zur Performance gehörte auch eine Leinwand hinter der Bühne, auf der Binärcodes oder Farbspiele zu sehen waren. In das rauschend und donnernd beginnende „Under water“ stiegen die vier Musiker nach und nach ein. Roland HH Biswurm auf zwei Bongos, Georg Karger mit Slap-Bass und Roald Raschner mit live-verzerrter Stimme. Cheraleen wechselte, sichtlich von der eigenen Musik durchströmt, wieder zwischen Querflöte und Gesang und blieb bei beidem minimalistisch, aber eindringlich. Vor einigen Liedern ging sie auch auf die Entstehung ein, so zum Beispiel bei „Schüttle dich, Baby“, mit dem sie sich ihr Segeltörn-Übelkeitstrauma von der Seele schrieb. Nach lang anhaltenden E-Piano Akkorden und Sprechgesang übernahm Roald Raschner mit einem Elektrobeat, das erste Stück bei diesem Konzert mit durchgehendem Gesang und Vers-Chorus-Struktur.

Experimenteller wurde es wieder, als Roland HH Biswurm zur musikalischen Begleitung seiner Bandkollegen ein selbst verfasstes, reimloses Gedicht vortrug, in dem er mit Wörtern und Betonungen spielte und in unverständlichem Geflüster endete. Südländisches Flair zauberten die Goldstücke mit einem „Flamenco-Salsa“, ein lebendiges und rhythmisches Stück, zu dem Cheraleen nach anfänglichen Stimmschwierigkeiten Ukulele spielte.

Im Gespräch mit unserer Zeitung siedelte die Isener Architektin ihre Musik zwischen Ambient, Elektro und Jazz an. Seit drei Jahren steht sie mit ihren „Goldstücken“ auf der Bühne. Für Vinyl anstatt CD bei der neuen EP hat sie sich wegen des volleren Klangs, der Haptik und der reizvollen Kratzgeräusche entschieden. Ihre Querflöte war ein Geschenk ihres Mannes, erst dann hat die Pianistin dieses Instrument erlernt. FABIAN HOLZNER

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