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Stolz auf das erste Jahrzehnt (vorne, v. l.) Ludwig Rudolf und Evi Festl sowie (hinten, v. l.) Joachim Sommer, Franz Meitner, Georg Schmederer, Hans Weilnhammer und Anton Empl. 

Zehn Jahre Förderverein

Die Freunde des Jakobmayer machen Dorfen zur „kulturellen Metropole“

In zehn Jahren wurde im Jakobmayer viel auf die Beine gestellt. Der Förderverein hat daran großen Anteil.

Dorfen – Helmut Schleich, Django Asül, Marianne Sägebrecht oder auch Gerhard Polt – alles Kabarettisten von Rang, die ansonsten auf den großen Bühnen stehen, dennoch regelmäßig in Dorfen gastieren: „Bekannte Namen von Renommee mit gutem Programm“, fasste Ludwig Rudolf, Vorsitzender der „Freunde des Jakobmayer“, zusammen. Stolz können die Förderer der Dorfener Kultur allemal sein, denn die Vielfalt der Veranstaltungen reicht von Kabarett über Oper bis hin zum Dorfener Kino.

Am Sonntag, 10. November, feiert der Förderverein des Jakobmayer seinen zehnten Geburtstag. Die Bilanz kann sich sehen lassen. „Eine Erfolgsgeschichte“, kommentierte Rudolf knapp beim Pressegespräch. Seit Bestehen des Kulturzentrums haben die „Freunde des Jakobmayer“ exakt 100 Musik- und Sprechtheater-Veranstaltungen möglich gemacht. „Es war unser Ziel, in Dorfen kulturelle Events zu organisieren und zu fördern“, so Rudolf. Und: „Die hohe Qualität der Veranstaltungen und der große Publikumszuspruch machen Dorfen zur kulturellen Metropole des Landkreises.“ Nicht zuletzt haben die Kulturmanagerinnen Birgitt Binder und Astrid Wandinger an der Erfolgsgeschichte mitgeschrieben.

Der Förderverein ist zwei Jahre älter als der Kulturbetrieb, der am 11. November 2011 startete. Schon im Vorfeld war der Verein aktiv und organisierte einen großen Spendenaufruf, durch den die Bestuhlung des Kinos finanziert werden konnte. Mit einer weiteren Sponsoring-Aktion schafften es die Unterstützer, einen Flügel zu kaufen, der ebenso alt ist wie der renovierte Jugendstilsaal im Jakobmayer.

Dabei kam so viel Geld zusammen, dass noch ein guter Teil in den Stiftungsfonds einfloss. Mit den Spenden vieler Unternehmer und Privatpersonen sowie einer Zuwendung von 50 000 Euro durch die Sparkasse Erding-Dorfen kam ein Stiftungsvermögen von insgesamt 123 000 Euro zusammen. Die Beiträge der derzeit 100 Vereinsmitglieder summierten sich auf etwa 40 000 Euro, von der Stadt kamen nochmals knapp 20 000 Euro.

Seit 2011 hat der Freundeskreis insgesamt 100 000 Euro aufgebracht, um kulturelle Veranstaltungen zu organisieren und zu fördern. Insgesamt kamen 15 400 Besucher zu den Events. „Viele Veranstaltungen wären wegen ihres hohen finanziellen sowie organisatorischen Aufwands nicht möglich gewesen“, erklärte der Vorsitzende.

Dazu gehören die Operetten und Opern, für die Andreas Wiedermann und Ernst Bartmann als „Opera Incognita“ verantwortlich zeichnen. Gestartet hatte das Ensemble mit der Operette Fledermaus, die Dezember 2011 bis Januar 2012 zehn Mal aufgeführt wurde. Im Frühjahr 2019 wurde Tosca von Puccini gezeigt, derzeit ist „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß in Vorbereitung. „Sechs Opern, drei Operetten, drei Musicals und 19 Schauspiele haben wir gefördert“, bilanzierte Evi Festl, die sich beim Verein um die Inszenierungen kümmert. Vom Gewandhaus Gruber werde man hier mit Kleidung und Requisiten unterstützt.

Aus dem Stiftungsvermögen wurden 46 000 Euro entnommen – aktuell sind noch etwa 80 000 Euro vorhanden. Es ist also noch reichlich Geld in der Kasse. Zumal beim Kinobetrieb, die Stadt als Betreiber das Risiko trägt. „Wir haben einen öffentlichen Auftrag“, betonte Kino-Manager Georg Schmederer. „Die Wahl der gezeigten Filme ist ein guter Querschnitt durch die Genres, Blockbuster stehen dabei eher im Hintergrund.“ Mit Publikumsreißern wie „Leberkäs-Junkie“ oder etwa „Eine ganz heiße Nummer 2.0“ spielten das Kino auch in diesem Jahr so viel Geld ein, dass sich der operative Betrieb trage und Dokumentar- und Programmfilme, die nicht zu den Kassenschlagern gehören, gezeigt werden konnten.

Da vom Stiftungsvermögen regelmäßig abgebucht werde, möchten die „Freunde des Jakobmayer“ neue Zuwendungen und Spenden akquirieren. „Wir haben einen wegschmelzenden Betrag auf dem Konto“, so Rudolf, „Und Geld kann man schließlich nie genug haben.“

Das Fest:

Zehn Jahre „Freunde des Jakobmayer“ wird am Sonntag, 10. November, ab 18 Uhr im Jakobmayer-Bistro gefeiert.

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