Zwei Pläne in einem: Hier sind die neuen Standorte des Schul- und des Wohngebäudes (rot) dargestellt sowie darüber der vom Büro Vieregg-Rössler vorgeschlagene Schienenverlauf für die Tieferlegung der Gleise beim Bahnausbau. Grau dargestellt sind die bestehenden Gebäude auf dem ehemaligen Meindl-Areal.
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Zwei Pläne in einem: Hier sind die neuen Standorte des Schul- und des Wohngebäudes (rot) dargestellt sowie darüber der vom Büro Vieregg-Rössler vorgeschlagene Schienenverlauf für die Tieferlegung der Gleise beim Bahnausbau. Grau dargestellt sind die bestehenden Gebäude auf dem ehemaligen Meindl-Areal.

Neuer Bebauungsplan

Frieden an der Dorfener Bahntrasse: Beamtenschule wird versetzt

  • vonTimo Aichele
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Die Aufregung um die Beamtenschule in der Nähe der Bahn war groß. Nun haben Bauunternehmer Robert Decker und die BI Bahnausbau eine neue Lösung präsentiert. Der Bebauungsplan geht in eine neue Runde.

Dorfen – Zurück auf Los heißt es beim Sondergebiet Fachschule auf dem Meindl-Areal. Die Aufstellung des Bebauungsplans war von heftigem Streit über eventuelle negative Folgen für den Bahnausbau begleitet gewesen. Doch zwei Tage vor dem endgültigen Satzungsbeschluss kam es zum Versöhnungsgespräch. Nun geht die Stadt Dorfen mit einer neuen Fassung in eine zweite Runde der Öffentlichkeitsbeteiligung. Dieser Beschluss fiel am Mittwoch den meisten Räten im Bau- und Verkehrsausschuss leicht.

Am Ende der Sitzung musste Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) die Stimmung beim Thema Bahnausbau aber vermiesen. „Der Termin am 1. September ist gecancelt“, berichtete er von einer E-Mail des Bundesverkehrsministeriums. Wegen Corona empfange das Ministerium nun doch keine Besuchergruppen. „Wir hätten aber die Möglichkeit, das im Rahmen einer Videokonferenz zu machen“, sagte Grundner. Darüber wird noch entschieden.

Genau dieser Termin war es, der den Plänen von Bauunternehmer Robert Decker so viel Gegenwind beschert hatte (wir berichteten). Er errichtet in Holzmodul-Bauweise ein Schulhaus und eine Wohnanlage für Studenten der Akademie für Sozialverwaltung. Die im September beginnende Nutzung ist auf ein paar Jahre befristet, und zusätzlich hätte sich Decker verpflichtet, die Gebäude zu versetzen, falls sie der Bahntrasse im Weg stehen.

Das wäre dann der Fall, wenn das Ministerium der „Dorfener Vorzugsvariante“ Grünes Licht gibt. Auf Betreiben der BI Bahnausbau hat das Büro Vieregg-Rössler für die Stadt eine Planung mit tiefergelegten Gleisen erstellt, um meterhohe Lärmschutzwände zu vermeiden.

Die Trasse würde aber auch etwas nach Süden versetzt werden – in den Bereich des Meindl-Areals, wo das Unterrichtsgebäude steht. Kritiker befürchteten, dass eine solche Planung ein fatales Signal ans Bundesverkehrsministerium darstellt. Der Bürgermeister sah das entspannt, schließlich gebe es die Zusicherung Deckers, bei Bedarf den Schienen zu weichen.

Der Unternehmer berichtet auf Nachfrage, dass er den Kontakt mit der BI Bahnausbau gesucht habe. „Ich habe gehört, dass sich die Initiative am Montag trifft. Da habe ich angerufen“, erzählt Decker. Bei dem Treffen bei BI-Vormann Georg Brandhuber habe man sich gegenseitig gut zugehört, erzählt Decker.

„Die Tatsache, dass die Gebäude in vier Wochen errichtet werden können, zeigt ja, dass sie auch schnell wieder versetzt werden können“, erklärt er. Deswegen hätte er das Ganze nicht kritisch gesehen. Man dürfe auch nicht vergessen, dass wegen des städtebaulichen Wettbewerbs für diesen Teil Dorfens jede Nutzung vorübergehend sei. „Ich will aber nicht mit dem Kopf durch die Wand.“

Ihm sei es darum gegangen, miteinander zu reden und nicht übereinander. Daher habe er einer Umplanung zugestimmt. „Wir schieben das Schulgebäude jetzt mitten ins Gelände hinein“, so Decker. Mit dieser für ihn nicht optimalen Lösung könne er nun auch leben.

Im Vergleich zur vorigen Planung wurde die Baugrenze zurückgenommen. „Die Gebäudekante verläuft jetzt 30 Meter südlich der jetzigen Bahngrundstücke“, erklärte Bauamtsleiter Franz Wandinger den Stadträten im Ausschuss. „Dieses Gebäude würde also die Tieferlegung der Bahn nicht mehr tangieren.“

„Ich bin wirklich froh“, erklärte Ulli Frank-Mayer (GAL) in der Sitzung. Es müsse aber im weiteren Verfahren sichergestellt werden, dass das Gebäude „nicht wie eine Mauer wirkt, die den Schall zurückwirft“. Hier hätten Bürger Sorge. Ihr Fraktionskollege Andreas Hartl war jedoch nicht besänftigt, er stimmte erneut gegen die Planung, weil diese „nicht konkretisiert sei“. 

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