Neue Traumrollen spielt sie in der BR-Reihe „Fraueng’schichten“: darunter Bauhof-Chefin Burgi.
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Neue Traumrollen spielt sie in der BR-Reihe „Fraueng’schichten“: darunter Bauhof-Chefin Burgi.

Fernsehshow

Ganz viel Angie und eine Prise Dorfen in Angela Aschers „Fraueng‘schichten“

  • Wolfgang Krzizok
    vonWolfgang Krzizok
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Seit vielen Jahren ist die Dorfener Angela „Angie“ Ascher als Film- und Fernsehschauspielerin bekannt und hatte auch Auftritte beim Singspiel auf dem Nockherberg. Dort begeisterte sie als Double von Christine Haderthauer und Ilse Aigner. Jetzt hat die 42-Jährige den nächsten Schritt gemacht, mit einer eigenen Comedyserie.

Dorfen – Seit vergangenen Freitag laufen Angela Aschers „Fraueng’schichten im Bayerischen Fernsehen, fünf weitere Folgen werden an den nächsten Freitagen, jeweils um 22 Uhr, ausgestrahlt. Ascher zeigt sich in verschiedenen Frauenrollen, von Pfarrhaushälterin Magdalena bis Burgi Strohmeyer, der resoluten Chefin vom Wertstoffhof. Zwischen den eingespielten Film-Sketchen präsentiert sie sich als Stand-up-Comedian.

Frau Ascher, wie sollen wir Sie ansprechen? Magdalena, Burgi, Uschi, Vroni, Evi oder Babsi?

Angie – wie immer.

Wie waren denn die Reaktionen zum Auftakt der  „Fraueng’schichten“?

Via Facebook, Instagram und Whatsapp sehr gut – auf der Straße trifft man ja derzeit leider keinen. Die Quote war sehr gut, auch bei der Wiederholung am Sonntag haben richtig viele Leute zugeschaut. Und die Quote ist halt nun mal der Maßstab.

Wie kam es zur Comedian-Idee?

Das war vor ein paar Jahren, da hab ich innerhalb von einem Tag drei Absagen für tolle Filmprojekte gekriegt, die eigentlich schon fix waren. Meine Agentin hat geweint, ich hab nur noch gelacht. Wenige Tage später habe ich auf dem Oktoberfest Thomas Lienenlüke getroffen, den damaligen Singspiel-Autoren vom Nockherberg. Und dann ging alles relativ schnell. BR-Unterhaltungschefin Annette Siebenbürger hat mich dann ermutigt und gemeint, sie würden solche Formate suchen, gerade mit Frauen.

Und dann ging’s gleich los?

Nein, noch lange nicht. Sowas braucht Zeit und ist eine Tüftelei. Wir waren dann ein richtig großes Team, jeder hat seine Ideen eingebracht, und so sind nach und nach die Figuren entstanden. Vier Autoren waren letztlich im Einsatz, wir haben quasi Tag und Nacht gearbeitet, und im Herbst haben wir gedreht. Danach wurden die Stand-ups geschrieben, über Weihnachten habe ich gelernt wie blöd, und dann ging es auf kleinere Bühnen und schließlich in den Ebersberger Speicher, wo Anfang des Jahres für den BR aufgezeichnet wurde.

Gut, dass alles rechtzeitig vor Corona im Kasten war.

Ich hätte es ehrlich gesagt gerne später aufgenommen, habe mich aber gebeugt. Und jetzt bin ich heilfroh darüber, dass alles im Februar aufgezeichnet wurde.

Einem größeren Publikum wurde Angela Ascher auf dem Nockherberg bekannt –hier 2017 als Double von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (Bild l. unten).

Gibt es eineLieblingsfigur?

Ich mag sie alle. Bei der Burgi zum Beispiel gehört eine wahnsinnige Veränderung dazu. Die ist fast ein bayerischer Mann. Die Pfarrhaushälterin mag ich sehr gerne. Die Figur ist etwas angelehnt an Dorfen. Da hatten wir ja auch eine Zeit lang einen indischen Pfarrer. Eine meiner Töchter ist vor 13 Jahren von ihm getauft worden. Die Magdalena soll zeigen, dass Frauen in der bayerischen Kirche eigentlich viel mehr zu sagen haben.

Bei diesen zum Teil sehr aufwändigen Verkleidungen haben Sie sicher sehr viel Zeit in der Maske verbracht.

Es waren sehr lange Drehtage, wir mussten mit einem kleinen Budget viel schaffen. Drehbeginn war immer um 8 Uhr. Das heißt, ich bin meistens so gegen 4 Uhr abgeholt worden, und danach saß ich drei Stunden in der Maske. Diese Maskenbildner sind einfach Künstler.

Apropos Dorfen: Ihre Eltern kommen ja in den Stand-up-Teilen auch regelmäßig vor?

Ja, die müssen immer wieder herhalten. Fast alles ist wahr, bisschen was ist erfunden.

Ihre Töchter spielen auch mit. Sie „leiden“ unter ihrer peinlichen Mutter. Wie viel Angie steckt in Babsi?

Schon sehr viel. Ich würde mich als modern, aber auch sehr bairisch traditionell bezeichnen. Die Konflikte, die sich da mit Teenagern entwickeln können, wollen wir humorvoll abbilden.

Für Pfarrsekretärin Magdalena ließ Ascher Dorfener Vorbilder einfließen.

Was steht als Nächstes an?

Im Moment kann man leider gar nichts planen. Wir Schauspieler stehen alle in den Startlöchern und hoffen auf August, dass wir ab da wieder Geld verdienen können. Und dann möchte ich irgendwann auf Tour gehen.

Dann dürfen wir Sie sicher auch daheim in Dorfen auf der Bühne sehen.

(Lacht) Vor diesem Auftritt habe ich großen Respekt. Es heißt bei uns: „Da, wo ich herkomme, trete ich als Allerletztes auf.“ Natürlich freue ich mich auf einen Auftritt im Jakobmayer. So einen schönen Saal gibt es selten. Ich weiß auch, dass es alle meine Kollegen lieben, dort zu spielen, sei es Luise Kinseher, Stephan Zinner oder Hannes Ringlstetter.

Bei Hannes Ringlstetter sind sie ja heute Abend um 22 Uhr zu Gast.

Ja, und da freue ich mich schon sehr drauf. Und ich hoffe, dass viele Leute zuschauen, genauso wie bei den nächsten fünf Folgen von „Fraueng’schichten“, die immer am Freitag um 22 Uhr laufen. Ich kann versprechen, dass da noch ganz tolle Sendungen kommen mit ein paar deftigen, lustigen Sachen. Jetzt geht’s richtig ab.

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