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Ehrenamtliche der ersten Stunde: Anita Ascher (l.) und Gründerin Margot Jüde in der Tausche, in der Mütter seit 40 Jahren Kindersachen kaufen.

Kinderkleider und mehr

Gebrauchtladen „Tausche“ in Dorfen feiert 40-Jähriges

Kinder wachsen schneller, als man Klamotten abtragen kann. Deshalb eröffnete in Dorfen ein Gebrauchtladen – vor 40 Jahren.

DorfenKinder, Kinder – der Nachwuchs wächst so schnell aus den Klamotten. Eben hat der Strampelanzug noch gepasst, nun braucht der Kleine schon einen Anorak in Größe 68. Kinderkleidung ist bekanntlich teuer – aus diesem Grund haben engagierte Mütter 1979 in Dorfen die „Tausche“ eröffnet, die am 8. November ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

Hebamme Margot Jüde hat selbst vier Kinder großgezogen. Weil sie das Dilemma von teurer Babyausstattung kennt und weiß, wie schnell diese dem Nachwuchs nicht mehr passt, hatte sie die Idee, für Nachhaltigkeit zu sorgen. „Gerade nach der Geburt eines Kindes müssen Eltern viele Sachen anschaffen – vom Kinderwagen bis zum Autositz, über Wickeltisch und Spielzeug. Das ist alles sehr teuer.“ Warum also nicht weitergeben und verkaufen?

Über 1000 Besucher pro Jahr

Schnell waren auch andere Mütter von dieser Idee begeistert. Anita Ascher gehört zu den Helferinnen der ersten Stunde: „Geld sparen stand zunächst an erster Stelle, aber schnell machte es auch Spaß, im Laden zu stehen, Kinderkleidung zu verkaufen und sich vor allem mit anderen Müttern auszutauschen.“

Getragen wird die Tauschzentrale in der Mühlangerstraße 37 vom sozialen Helferkreis der Pfarrei Maria Dorfen. Über 1000 Besucher hat die Tausche mittlerweile im Jahr. Und die Kinder von Jüde und Ascher kaufen mittlerweile selbst hier für ihren Nachwuchs ein, oder engagieren sich als ehrenamtliche Helferinnen in Verkauf und Annahme von Kleidung oder Spielsachen.

Tausche wünscht sich mehr Migranten

„Vor 40 Jahren kamen die ersten Zweifel an der Wegwerfgesellschaft auf. Zwar standen Recycling und Umweltbelastung für mich vor 40 Jahren noch nicht an erster Stelle. Mich hat aber immer gereut, dass mit Kleidung so sorglos umgegangen wird.“ Dabei setzt die Hebamme seit jeher auf Qualität. „Man muss die Klamotten nicht in Billigmärkten kaufen. Schon nach zwei, drei Mal in der Waschmaschine sind die T-Shirts vom Kleiderdiscounter verzogen, Pullover und Hosen fusselig und nicht schön anzusehen.“

In der Tauschzentrale wird nur Qualität verkauft, die Kleider müssen sauber und gut erhalten sein. Das Angebot reicht von Babybedarf bis zur hochwertigen Damen- und Herrenbekleidung. „Gerade jetzt im Herbst haben wir viele Jacken im Angebot – für Vater, Mutter, Kind.“ Gerade Teenager kommen gerne in den Laden: „Hier finden sie Klamotten, die sie sich von ihrem Taschengeld leisten können“, sagt Ascher. Enttäuscht sind die ehrenamtlichen Helferinnen allerdings, dass so wenige Migranten zur Tausche kommen.

Auch wenn das Erfolgsprojekt 1979 noch absolutes Neuland war, so setzte sich das Konzept doch durch. Im vergangenen Jahr wurden die ehrenamtlichen Helferinnen um Gründerin Jüde mit der Liebfrauen-Medaille der Pfarrei Maria Dorfen für besondere Verdienste im Ehrenamt ausgezeichnet.

Das Fest:

40. Geburtstag feiert die „Tausche“ am Freitag, 8. November, von 10 bis 16 Uhr an der Mühlangerstraße 37.

Michaele Heske

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