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Von oben schaut es recht grün und harmonisch aus, doch weiter unten ist der Verkehr ein echtes Problem, finden Dorfens Stadträte.

SPD-Antrag: Stadt fasst Grundsatzbeschluss

Dorfen macht mobil für sanfte Mobilität

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Vor einem Jahr forderte die SPD ein Mobilitätskonzept für Dorfen. Nun war er endlich Thema beim Stadtrat.

Dorfen – Der Verkehr rast, die Probleme damit explodieren – auch und gerade in Dorfen. Umso frustrierter waren die SPD-Stadträte, dass ihr Antrag auf Erstellung eines Mobilitätskonzepts ein Jahr lang in der Rathausverwaltung geparkt wurde. Nun stand das Thema endlich zur Beratung, und der Stadtrat fasste bei nur zwei Gegenstimmen den Grundsatzbeschluss, ein solches zu erstellen.

„So ein Konzept würde 140  000 bis 200 000 Euro kosten. Das heißt, es wäre ausschreibungspflichtig“, erklärte Bauamtsleiter Franz Wandinger. Unter anderem müssten dafür ja auch mehrere Bürgerversammlungen durchgeführt werden.

Antrag noch zu unspezifisch

„Meines Wissens gibt es eine Förderung vom Bundesumweltministerium“, erklärte Simone Jell-Huber (SPD). Die Gemeinde Taufkirchen gebe nach ihren Informationen 90 000 Euro für ein solches Konzept aus.

„Der Anstoß war gut“, lobte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) den Antrag. „So wie er hier gestellt wurde, ist er mir aber zu unspezifisch“, meinte der Rathauschef und erklärte: „Dass Mobilitätskonzepte nötig sind, ist selbstredend. Die Frage ist aber: Wohin wollen wir?“, Daher müsse die Verwaltung erst Vorarbeit leisten.

Aktion „Nimm mich mit“ kam nicht so gut an

Das seien lobenswerte Ansätze, erklärte auch Ludwig Rudolf (CSU). Im Antrag und in der Diskussion seien Themen vom Verkehr auf der B 15 über Lastenfahrräder bis Carsharing genannt worden – „da müssen wir uns noch fokussieren und professionalisieren“.

„Wir sollten aber nicht zu lange warten“, forderte Vize-Bürgermeister Günther Drobilitsch (Gemeinwohl). „Wir haben ein Riesenproblem in Dorfen: Das ist der Verkehr, der uns erdrückt.“ Gerald Forstmaier (Grüne) schlug vor, verschiedene Initiativen einzuladen, um von ihnen zu lernen. „Kriegt man die Kosten runter?“, fragte Josef Jung (ÜWG). Er erinnerte an die Aktion „Nimm mich mit“, die nicht so gut angenommen worden sei.

Motorisierter Individualverkehr muss reduziert werden

Auch die Genossen stimmten für den Grundsatzbeschluss. Ursprünglich hatten sie aber beantragt, dass der Stadtrat ein Mobilitätskonzept bei einem darauf spezialisierten Büro in Auftrag gibt. „Dadurch sollen die sanfte Mobilität gefördert und Klima- und Umweltziele stärker berücksichtigt werden“, heißt es in dem Antrag.

Ein solches Konzept könne Ideen und Optimierungsvorschläge liefern, wie man in Dorfens Außenbezirken besser, umweltfreundlicher und schneller von A nach B kommen könne. „Ziel muss es sein, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren“, schreibt die SPD-Fraktion. Dabei könnte eine stärkere Förderung von Carsharing ebenso eine Rolle spielen wie der Einsatz von Lastenrädern für Lieferdienste, öffentliche Fahrradmietstationen oder der Ausbau des Stadtbusangebots. Der überörtliche Verkehr durch das Gemeindegebiet – also vor allem auf der B 415 und der A 94 – sei auch ein wichtiges Thema.

Die Bevölkerung solle unter anderem mit einer Mobilätsumfrage eingebunden werden. „Anregungen von Menschen, die beispielsweise mit Kindern oder Senioren arbeiten, können wichtige Beiträge liefern“, heißt es in dem SPD-Antrag.

Timo Aichele

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