Hochwasserreferent Gerald Forstmaier fordert ein Schutzkonzept für den Seebach.
+
Hochwasserreferent Gerald Forstmaier fordert ein Schutzkonzept für den Seebach.

Zahlreiche Evakuierungen

Hochwasser im Landkreis Erding: Referent alarmiert - Umstände haben ihn „besonders schockiert“

  • VonTimo Aichele
    schließen

Keller unter Wasser, evakuierte Menschen - das darf sich in der Siedlung am Seebach in Oberdorfen nicht wiederholen. Nach den Überflutungen der vergangenen Woche stellt Hochwasserreferent Gerald Forstmaier daher einen Eilantrag.

Dorfen – Rechnerisch war es keine Jahrhundertflut. Dennoch hat der Starkregen vom 30. August im Landkreis Erding einen Millionenschaden hinterlassen. 24 Familien in der Siedlung am Seebach in Oberdorfen mussten ihre massiv beschädigten Häuser verlassen. Hochwasserreferent Gerald Forstmaier fordert nun ein Schutzkonzept für den Seebach.

Nach Überflutungen in Oberdorfen: Hochwasserreferent stellt Eilantrag

Nun fordert der Dorfener Hochwasserreferent Gerald Forstmaier die sofortige Beauftragung eines Hochwasserschutzkonzepts entlang des gesamten Seebachs. Aus der Sicht des GAL-Stadtrats Forstmaier ist es „besonders schockierend, dass dieses Regenereignis in Dorfen keine Jahrhundertflut war und von den Regenmengen in keinster Weise vergleichbar mit den Hochwasserereignissen in Simbach 2016 oder im Ahrtal vom Juli 2021 ist“.

Die Niederschlagsdaten vom Wasserwirtschaftsamt entsprächen in Dorfen eher einem häufig wiederkehrenden Niederschlagsereignis, das sich in weniger als fünf Jahren wiederholen kann. Daher ist aus Sicht des Hochwasserreferenten Gefahr im Verzug.

Siedlung „Am Seebach“ bereits dreimal überschwemmt

Wichtig für Forstmaier: „Lösungsmöglichkeiten sind nicht beschränkt auf die Siedlung Am Seebach zu betrachten, um nicht Unterlieger oder Oberlieger zu gefährden.“ Aufgrund der Intensität der Überschwemmung, der starken Betroffenheit der Gebäude und der Gefahr von erneuten Hochwasserschäden in diesem Ortsteil werde dieser Antrag als Dringlichkeitsantrag gestellt, schreibt Forstmaier. Er fordert eine Behandlung in der Stadtratssitzung am morgigen Mittwoch. Das Ziel: Erstellung eines Hochwasserschutzkonzeptes entlang des gesamten Seebaches mit konkreten Lösungsvorschlägen, um die Siedlung vor einem hundertjährlichen Hochwasserer zu schützen. Ein 15-prozentigerr Klimazuschlag ist einzurechnen.

Die neue Siedlung „Am Seebach“ wurde seit ihrem Bestehen bereits drei Mal überflutet. Die Debatte, ob sie an diesem tiefen Punkt des Überschwemmungsbereichs am Seebach überhaupt hätte ausgewiesen werden dürfen, ist in Dorfen bereits in vollem Gange. Das jüngste Hochwasserereignis habe die Siedlung aber in einem bisher nicht bekannten Ausmaß getroffen, schreibt Forstmaier in dem von seinem Referentenkollegen Walter Zwirglmaier (ÜWG) mit unterzeichneten Antrag. Die Auswirkungen und Schäden der Anwohner in finanzieller Sicht seien noch nicht abschließend geklärt, aber gravierend und existenzgefährdend.

Hochwassergefahr in Oberdorfen: Referent hat konkrete Forderungen

Darüber hinaus seien viele Anwohner vor allem durch die Unsicherheit, ob sich solch ein Schadensfall wiederholen kann, psychisch belastet. Aus diesem Grund soll der gesamte Seebach mit seinem Einzugsgebiet untersucht und bearbeitet werden. Forstmaier fordert dafür konkret die Erhöhung der Wasserdurchflussmengen an mehreren Stellen. An der Straße nach Oberdorfen müsse dafür zum Beispiel die Brücke verbreitert und deren Durchlass erhöht werden. Um die Wassermengen vor Niederham zu verringern, solle ein Damm mit Drosseldurchlässen errichtet werden.

Diese und weitere technische Maßnahmen seien von einer Renaturierung des Gewässers in Zeilhofen zu flanieren. Der Grundstückseigentümer habe dazu bereits ein positives Signal gegeben. Die Stadtverwaltung Dorfen solle zeitnah Angebote für ein Hochwasserschutzkonzept entlang des gesamten Seebachs einholen und ein Ingenieurbüro für die Ausarbeitung beauftragen. Die Finanzierung soll nach dem Antrag aus dem laufenden Haushalt erfolgen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare