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Das Wohl der Kinder geht über alles: KiJu-Haus-Leiterin Therese Englmeier (hinten, 2. v. l.) mit (v. l.) den Erzieherinnen Bianca Engl und Nicole Anzenberger und den Auszubildenden Anita Unterreithmaier und Maya Eckereder und Kindern. 

Nominiert für Deutschen Kita-Preis

Dorfen in Deutschland an der Spitze

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Das Kinder- und Jugendhaus Dorfen ist in der Endausscheidung um den Deutschen Kita-Preis 2020.

Dorfen – Mehr als 1500 Kitas und lokale Initiativen haben sich für den Preis beworben, Dorfen ist unter den 40 nominierten Einrichtungen und zählt schon jetzt zu den 15 besten Initiativen für frühe Bildung in ganz Deutschland. Aus Bayern sind insgesamt nur fünf Kindertageseinrichtungen dabei.

Erste Reaktion: „Wow“

„Wow.“ Mehr konnte Therese Englmeier, die Koordinatorin der Dorfener Kitas und Leiterin des Arbeitskreises Kinder- und Jugendarbeit nicht sagen, als sie erfahren hat, dass für Dorfen ein Preis in greifbare Nähe gerückt ist. Der Preis, der 2018 erstmals vergeben wurde, würdigt Menschen, „die hart daran arbeiten, dass die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft optimal aufwachsen können“, wie es heißt. Bei der Auszeichnung für Kitas und lokale Bündnisse für frühe Bildung spielen auch gute Prozesse und nicht ausschließlich gute Ergebnisse eine Rolle. Dabei werden die unterschiedlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt, in denen Kinderbetreuung stattfindet.

Riesiges Netzwerk aufgebaut

Das Dorfener Kinder- und Jugendhaus (KiJu) hat sich als Bündnis beworben. „Wir haben aufgezeigt, dass unser Kinder- und Jugendhaus ein zentraler Ort ist, von dem aus viele Netzwerke gesponnen wurden – zu Schulen, der Nachbarschaftshilfe, dem Marienstift, dem Zentrum für Integration und Familie, der Flüchtlingshilfe, um nur Beispiele zu nennen“, so Engelmeier. Kommende Woche wird im KiJu-Haus auch noch ein Familienstützpunkt des Landkreises eröffnet. Es sind viele Mosaikbausteine, die letztlich ein Bild ergeben, wie intensiv in Dorfen daran gearbeitet wird, allen Kindern die bestmöglichen Bildungsbedingungen bieten zu können. Dabei gilt die Qualitätsentwicklung als nie beendet, sondern die Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit begreifen sich als lernende Organisation.

Der Arbeitskreis Kinder- und Jugendarbeit in Dorfen setzt sich aus hauptamtlich und ehrenamtlich engagierten Menschen zusammen. Er greift als Impulsgeber relevante Themen auf und vertritt als Fachkreis die Interessen der Kinder und Jugendlichen sowie die Interessen der Kinder- und Jugendarbeit.

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Inklusion wird gelebt

Englmeier nennt hier als Beispiel die Inklusion. „Ein Kind, oder eine Person wird nicht mehr als ,anders‘ wahrgenommen und deren Förderung in den Alltag eingebaut. Raum- und Rahmenbedingungen sind so, dass ein Zusammenleben, -lernen und -arbeiten für alle möglich ist.“ Dazu seien alle Dorfener Kitas in einem Verbund vernetzt. Drei Einrichtungen sind laut Englmeier Inklusionshäuser mit je einen eigenen Heilpädagogen. Eine weitere Einrichtung werde 2020 folgen. Für die restlichen fünf Häuser übernehme eine externe Kraft den heilpädagogischen Fachdienst. Kinder mit Migrationshintergrund werden ebenfalls durch eine zusätzliche Fachkraft betreut, die eng mit den örtlichen Grundschulen zusammenarbeite und die Übergänge zur Schule mitgestalte.

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Zentrale Anlaufstelle

Das Kinder- und Jugendhaus sei die zentrale Anlaufstelle und bringe die Akteure zusammen. Dadurch entstünden enge Kooperationen mit verschiedensten Institutionen. Kinder und Eltern profitierten davon, weil sie über Projekte und Workshops Zugang zu diesen Bereichen erhielten und vielfältige Angebote kennen lernen könnten. Altersübergreifendes Zusammenarbeiten in den Häusern öffne für die Kinder Perspektiven im sozialen Lernen. Die Elterncafes dienten der Begegnung, das Kennenlernens und des Austausches.

Zehn der 40 bundesweit nominierten Kitas und Bündnissen erhalten im Mai 2020 eine Auszeichnung – fünf in der Kategorie „Kita des Jahres“ und fünf in der Kategorie „Lokales Bündnis für frühe Bildung“, jeweils dotiert mit 25 000 Euro. Vier weitere Einrichtungen und vier Initiativen erhalten jeweils 10 000 Euro. Wer ins Finale kommt, entscheidet sich Ende des Jahres.

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