Timo Aichele, stellv. Redaktionsleiter

Lehren aus dem Lärmschutzgipfel

Kommentar zum Protest an der A94: Dranbleiben, Gas geben, den Mund aufmachen

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Es lohnt sich, laut zu sein. Das gilt zumindest für den Widerstand gegen den Lärm an der A94 - auch wenn sich die Betroffene einfach nur Ruhe wünschen würden. Unser Kommentar.

Die Gräben sind tief – auch innerhalb der CSU. Das wurde beim „Lärmschutzgipfel“ deutlich. Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer versicherte zwar, sogar beim politisch dicksten Brett „dranzubleiben“: einer Verschärfung der Lärmgrenzwerte. Doch hier wirklich etwas erreichen zu wollen, dürfte ein Kampf gegen Windmühlen bleiben. Oder versucht er sich hier nur in öffentlichkeitswirksamem Schattenboxen?

Gleichzeitig pochten Mayer und Marcel Huber auf die große Bedeutung der Autobahn für Südostbayern. Im Saal widersprach ihnen keiner der Parteifreunde öffentlich (Anwohner allerdings schon). Der Forderung von Mayer, das Tempolimit zeitlich zu begrenzen, erteilten Landrat Martin Bayerstorfer und Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner aber eine Absage.

Wer hier am Ende Recht bekommt, wird eher vom politischen Gewicht abhängen als von Fakten. Und da hat Erding die schlechteren Karten: Mayer und Huber sind bundes- und landespolitisch echte Schwergewichte.

Dennoch war dieses Aufeinandertreffen ein Erfolg. Der Dorfener Claudius Siebert stellte die Behördenvertreter derart konsequent zur Rede, dass sie um ihr Transparenzangebot kaum herumkamen.

Wie viel es schließlich bringt, dass sich nun Bürger und Gemeindeverwaltungen in unendliche Zahlenkolonnen vertiefen? Vielleicht bleibt das dann doch nur ein Punktsieg. Aber auch hier heißt es: Dranbleiben! Es war ja auch „nur“ die Lärmbetroffene Maria Numberger, die die nun so umstrittene Planänderung von 2015 entdeckt und publik gemacht hat.

Auch wenn Mayer die „rückwärtsgewandten“ Argumente von Heiner Müller-Ermann im Bürgerhaus unterbinden wollte – der Altvordere des Isentalprotests ließ sich den Mund nicht verbieten. Seine Erinnerung an den Vertrauensverlust durch ein „unsägliches“ Planfeststellungsverfahren erklärt die Wut vieler Betroffener sehr gut. Sie müssen sich nicht vorhalten lassen, sie seien überempfindliche Fortschrittsverhinderer.

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