Ein großes Vergnügen war das neue Programm von Kabarettistin Martina Schwarzmann für das Publikum.
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Ein großes Vergnügen war das neue Programm von Kabarettistin Martina Schwarzmann für das Publikum.

10 Jahre Jakobmayer

Dorfen kulturell ganz vorne dran: Jakobmayer-Jubiläum mit Vorpremiere von Martina Schwarzmann gefeiert

Das Kulturzentrum Jakobmayer feiert sein zehnjähriges Bestehen mit einem hochkarätig besetzten Jubiläumsprogramm. Zum Auftakt brachte Martina Schwarzmann eine umjubelte Vorpremiere ihres neuen Programms auf die Dorfener Bühne.

Dorfen – Zehn Jahre Jakobmayer, zehn Jahre hochkarätiges Programm – Kulturmanagerin Birgitt Binder eröffnete am Freitagabend mit einem Paukenschlag den großen Jubiläumsherbst. „Pratatatusch“, rief sie. Erste Gratulantin: Kabarettistin Martina Schwarzmann, die im ausverkauften Saal erstmals ihr neues Programm vorstellte.

Zuschauerin Gisela Wilhelm erinnerte sich noch gut an den Jakobmayer, so, wie er vor der Renovierung aussah: „Als Kind war ich auf vielen Faschingsbällen hier, auch wurden Hochzeiten in dem Saal gefeiert.“ Nicht zu vergleichen mit dem heutigen Ambiente, sagte die gebürtige Dorfenerin: „Die Atmosphäre in dem Jugendstilsaal ist einzigartig, einfach toll.“

Wilhelm und ihre Freundin gehen oft zu Veranstaltungen ins Kulturzentrum: „Wir sehen gerne Kabarett, lustige und frische Stücke, da können wir dem Alltag entfliehen“, meinte Helga Ernst. Beide kennen Martina Schwarzmann aus dem Fernsehen, auf der Bühne haben sie die Kabarettistin bislang nicht gesehen. So wie Andrea und Sepp Wieser aus Niederstraubing, die die Künstlerin bislang nur online kennen. „Ich bin fasziniert von der Schwarzmann und freue mich, dass sie jetzt endlich live auf der Bühne steht“, sagte Andrea Wieser. „Fast schon eine Seelenverwandte, denn sie mag auch keine Eisbegonien auf dem Grab.“

Mit großer Geste läutete Jakobmayer-Chefin Birgitt Binder (Bild rechts) den ersten Abend des Jubiläumsprogramms ein: „Pratatusch!“

Die Vorpremiere von Schwarzmann war ein besonderes Geschenk für das Dorfener Publikum: Denn am Freitag trat sie mit ihrem neuesten Programm „Ganz einfach“ auf, vor der offiziellen Premiere im Oktober in München. Bissige Texte und freche Lieder hatte die Powerfrau aus Fürstenfeldbruck im Repertoire. Das Publikum feierte „die Schwarzmann“, ein Lacher folgte dem anderen – lang anhaltender Applaus.

Lampenfieber merkte man der Kabarettistin nicht an, gelassen spielte sie Gitarre, verhaspelte sich kaum bei den neuen Gags. Dafür war Birgitt Binder „ein bisserl“ aufgeregt: „Volles Haus, Vorpremiere einer außergewöhnlichen Künstlerin – und dann noch der Auftakt zum Jubiläum, das ist schon ein ganz besonderer Abend“, erklärte die Jakobmayer-Chefin vor der Vorstellung. Auch hätten die eineinhalb Jahre Corona an den Nerven gezerrt. „Wir hatten bei der Planung immer im Hinterkopf, dass möglicherweise das Jubiläum gar nicht stattfinden kann.“

Doch jetzt ging es endlich los – Gerhard Polt, Maxi Schafroth, Luise Kinseher oder Georg Ringsgwandl mit Band sowie Michael Mittermeier und viele weitere Künstler werden auftreten, von denen jeder und jede alleine sehr viel größere Hallen füllen könnte. „Das wird ein Best-of mit Spitzenprogramm“, prophezeite Binder.

Wichtig ist der Eibacherin, dass die Frauenquote stimmt. „Auf den meisten Bühnen spielen nur Männer“, meinte sie. „Und weil unser Team frauenlastig ist, haben wir natürlich auch viele Künstlerinnen eingeladen.“

Endlich live: Andrea und Sepp Wieser freuten sich auf Schwarzmann (ganz links).

Binder hatte von Anfang an beste Kontakte in die Kleinkunstszene. Unter anderem hatte die Eibacherin vor ihrem Engagement als Jakobmayer-Chefin lange Hans Söllner gemanagt und in den 1980ern die Dorfener Kulturboazn „Soafa“ betrieben. Der erste Konzertabend am 12. November 2011 im Jakobmayer war „ein Paukenschlag aus dem Nichts“, erinnerte sich die heute 61-Jährige, „ein wahnsinnig toller Abend“. Neben Söllner traten Lokalmatador Alfred Mittermeier und die Biermösl Blosn auf.

Die Erfolgsgeschichte des Jakobmayer in Zahlen: Mehr als 1400 Veranstaltungen fanden seit der Eröffnung am 11. November 2011 allein im Saal statt. Fast jeden zweiten Tag war etwas geboten. Pro Jahr kamen mehr als 20 000 Besucherinnen und Besucher, von den Corona-Jahren mal abgesehen. Bald erwartet man hier den 200 000. Gast, dabei ist das Publikum im Kino, das täglich mehrere Filme zeigt, nicht mitgezählt.

„Ich komme total gerne ins Jakobmayer – egal ob Kino oder Kabarett“, erklärte auch Stadträtin Simone Jell-Huber. „Ein echtes Kleinod, einzigartig in der Region, eine Bereicherung für Dorfen“, lobte die SPD-Frau. „Vor allem leiten Birgitt Binder und ihr Team das Kulturzentrum mit extrem viel Herzblut.“

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