Der tägliche Stau auf der B15 in Dorfen (Archivbild).
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Der tägliche Stau auf der B15 in Dorfen (Archivbild).

Resolution des Kreistags

Mühldorfer Votum für alte B 15

  • vonTimo Aichele
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Die Fraktionen im Mühldorfer Kreistag sind sich einig: Ein B15neu soll es in ihrem Landkreis nicht geben. Stattdessen wird eine Ertüchtigung bestehender Straßen gefordert. Eine Debatte, die rund um Dorfen von größtem Interesse ist.

Mühldorf – Gegen jeden B 15-Neubau durch den Landkreis Mühldorf und für den Ausbau bestehender Straßenverbindungen – dieses Votum hat der Mühldorfer Kreisausschuss am Dienstag abgegeben. Anlass war der Vorstoß von CSU-Kreisrat und Schönbergs Bürgermeister Alfred Lantenhammer für den Erhalt der raumgeordneten Trasse im Kreis Mühldorf. Diese lehnte der Kreisausschuss einstimmig ab. Ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen wurde stattdessen mit 12:1 Stimmen angenommen. In einer Resolution soll nun die Ertüchtigung der bestehenden Verkehrsverbindung gefordert werden.

Aus Erdinger Sicht lässt das eine alte Sorge wachsen: noch mehr Druck auf die jetzt schon überlasteten B 15-Ortsdurchfahrten in Dorfen und Taufkirchen.

Die Mühldorfer Kreistagsfraktionen fordern den sofortigen Stopp weiterer Planungen und auch ein Ende der Überlegungen einer B 15 neu auf der raumgeordneten oder einer anderen neuen Trasse im Landkreis Mühldorf. Sie sprachen sich dafür aus, dass dafür eine realistische, zeitnahe Ertüchtigung der vorhandenen Nord-Süd-Achsen unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten umgesetzt werden sollte.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass die A 94 die letzte Autobahn in Deutschland gewesen ist, die auf völlig neuem Grund gebaut wurde“, erklärte Landrat Max Heimerl (CSU). Die Bürger müssten dagegen durch Ortsumfahrungen entlastet werden. „Wir müssen auf digitale und intelligente Lösungen bei der Bewältigung des Verkehrs setzen“, so Heimerl.

Man müsse bei diesen Überlegungen das ganze Straßennetz einbeziehen, sagte der Mühldorfer CSU-Landtagsabgeordnete Marcel Huber dazu im Gespräch mit dem Erdinger/Dorfener Anzeiger. „Vielleicht schaffen wir es, die Verkehrsströme zwischen Nord und Süd auf mehrere Achsen zu verteilen“, erklärte er. Die raumgeordnete Trasse sei 40 Jahre alt und von den Verkehrsprognosen und naturschutzrechtlichen Bedingungen veraltet. Vielleicht könne man aber Teile dieser Trasse nutzen, so Huber

Lantenhammer hatte dagegen ein Mühldorfer Bekenntnis zum Bau einer vierspurigen, kreuzungsfreien Straße auf der seit 1978 raumgeordneten und linienbestimmten Planungstrasse von Landshut-Ost bis zum Autobahnanschluss der A 94 bei Obertaufkirchen beantragt. Die Bürger sollten in einem Ratsbegehren darüber entscheiden. Da Lantenhammer nicht Mitglied im Kreisausschuss ist, wird er sich erst am morgigen Freitag in die Diskussion einbringen.

„Wir brauchen in unserem Raum keine Nord-Süd-Verbindung“, erklärte WGW-Fraktionschef Josef Schöberl. Von Stierberg in der Gemeinde Obertaufkirchen aus sollten laut Lantenhammer alle Fahrzeuge auf der A 94 nach Dorfen fahren. „Dies würde erst funktionieren, wenn St. Wolfgang eine Umgehung baut“, sagte Schöberl. 

 JOSEF BAUER & TIMO AICHELE

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