Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus
+
Windrad im Sonnenaufgang.

Zwei Standorte sollen geprüft werden

Dorfen: Neue Chance für die Windkraft

Die Stadt Dorfen unternimmt einen neuen Vorstoß in Richtung Windenergie, auch wenn die meisten Stadträte im Umweltausschuss dem Ganzen nur wenig Erfolgschancen geben.

VON BIRGIT LANG

DorfenDie Stadt Dorfen unternimmt einen neuerlichen Vorstoß in Richtung Windenergie, auch wenn die meisten Stadträte im Umwelt-, Natur- und Klimaausschuss dem Ganzen nur wenig Erfolgschancen geben. Umweltreferent Gerald Forstmaier (Grüne) hatte den Stein mit zwei Anträgen ins Rollen gebracht. Beide wurden nach ausgiebiger Diskussion einstimmig befürwortet.

Bürgermeister Heinz Grundner erklärte eingangs der Debatte, der Freistaat forciere die Windenergie-Gewinnung, und es gebe eine Förderung für einen so genannten Windkümmerer für Kommunen. Forstmaier betonte, alle erneuerbaren Energiearten müssten ausgebaut werden, um die Energiewende in Bayern voranzutreiben. Gerade im Winter habe die Windenergie höchstes Potenzial.

Alle bayerischen Kommunen, die Windenergie regional fördern wollen, könnten sich um Unterstützung durch einen Windkümmerer bewerben, sagte Forstmaier. Das sei pro Regierungsbezirk eine Person, die Projekte von Städten und Gemeinden betreue. Dieser Kümmerer suche nach Flächenpotenzial und werbe auch für die Akzeptanz von Windkraft bei Bürgern und Kommunen. Auch Standorte, die nicht in der eigenen Gemeinde liegen, kämen in Frage, so Forstmaier. Das Ganze sei kostenlos. Die Stadt müsse den Kümmerer nicht bezahlen, nur den Antrag bis September stellen.

Grundner erinnerte an die Windkraft-Diskussionen vor acht Jahren. Im Stadtbereich seien damals relativ wenig geeignete Standorte übrig geblieben. Er plädierte dafür, erst Flächen zu finden und dann einen Kümmerer einzuschalten. „Es schadet ja nichts, wenn man sich um diese Unterstützung des Freistaats bemüht“, stellte er fest. Günther Drobilitsch (Gemeinwohl) fand es richtig, die erneuerbaren Energien voranzutreiben, befürchtete aber, dass die alten Erkenntnisse nur bestätigt würden. Auch Martin Greimel (CSU) machte sich wenig Hoffnung. „Die Idee ist gut. Ich würde sie auch unterstützen. Aber es wird sich nichts Großes ändern.“ Er fragte, was der Kümmerer außer der Standortsuche mache. Für ihn wirke er schwerpunktmäßig als Moderator, und er bringe sein Fachwissen ein, antwortete Forstmaier.

Zweifel an der Wirtschaftlichkeit

Walter Zwirglmaier (ÜWG) fand Windenergie „grundsätzlich vorteilhaft“, war aber skeptisch, ob angesichts der relativ geringen Windverhältnisse „ein solcher Eingriff in unsere Landschaft“ überhaupt Sinn mache. „Bloß vorantreiben, damit wir auch eine haben“, das sei für ihn keine Option.

Michael Oberhofer (CSU) sprach die Situation von Anwohnern und Investoren angesichts der geringen Ausbeute an. Man solle die Wirtschaftlichkeit nicht außer Augen lassen. Auch Sabine Berger (CSU) fragte sich, ob überhaupt ein Investor für eine solche „Mordsinvestition“ vorhanden sei. Für die Stadt Dorfen sei eine solche Investition nicht vorgesehen, erklärte Grundner.

Mit seinem zweiten Antrag will Forstmaier die Windenergie-Potenziale und damit die Wirtschaftlichkeit der Standorte Nickl-Holz – ein Waldstück, das der Dorfener Nikolaistiftung gehört, aber auf Taufkirchener Flur liegt – und auf dem Hügel bei Osendorf südlich der A 94 abklären lassen. Die Messung des durchschnittlichen Windaufkommens könnten Stadt oder Stadtwerke in die Wege leiten. Bereits 2014 sei bei Voruntersuchungen der Energie Vision Erding ein Windenergie-Cluster im Nikl-Holz herausgearbeitet worden, sagte Forstmaier. Allerdings seien die Bemühungen wegen der 10-H-Regelung jäh zum Erliegen gekommen. Auf dem Hügel auf Dorfener Flur sei höhenbedingt mit guten Messwerten zu rechnen, prophezeite der Umweltreferent. Allerdings sieht er in der Standfestigkeit des Bodens ein Problem.

Mit dem Nikl-Holz als gemeinsames Projekt könne man das Mittelzentrum Dorfen-Taufkirchen stärken, sagte Forstmaier. Taufkirchens Altbürgermeister Franz Hofstetter habe ihm vor geraumer Zeit ein positives Signal gegeben.

Taufkirchen soll mit ins Boot

Wichtig sei, das konkrete Windpotenzial auf Nabenhöhe – wo sich der Rotor befindet – auszuloten. Denn dort oben verdopple sich die Windgeschwindigkeit und damit die Leistung um ein Vielfaches. „Das ist die zentrale Größe, ob es sich rechnet“, sagte Forstmaier. Er empfahl, dies über die Energieallianz Bayern ausführen zu lassen. Mittlerweile gebe es dafür Laser, die viel genauere Daten ermitteln als noch vor sechs Jahren.

Greimel wollte wissen, was die Windmessung koste und erklärte: „Eine Windkraftanlage in Osendorf würde mir nicht sehr gefallen, weil sie über Dorfen thronen würde.“ Er bevorzuge das Nikl-Holz.

Grundner betonte, man müsse zu allerst ausloten, ob in Taufkirchen überhaupt die Bereitschaft bestehe, hier mitzumachen. Gleiches gelte für den Eigentümer des Hügels bei Osendorf.

Schließlich beschloss der Ausschuss einstimmig, sich um die Aufnahme ins staatliche Programm der so genannten Windkümmerer zu bewerben, Windkraftanlagen für beide Standorte zu prüfen und die Kosten für die Windmessung zu ermitteln. Dann erst wird entschieden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Viele Polizeieinsätze in Erding: Nachbarn stören sich an Privatfeiern
Die lauen Sommernächte haben viele Erdinger im Freien verbracht und auch mi Freunden gefeiert. Einige Nachbarn fühlten sich davon gestört.
Viele Polizeieinsätze in Erding: Nachbarn stören sich an Privatfeiern
Feueralarm in Oberdinger Asylunterkunft
Feuerwehr und Polizei sind zur Asylunterkunft an der FTO in Aufkirchen geeilt. Der Grund: ein Feueralarm.
Feueralarm in Oberdinger Asylunterkunft
Sohn löst Vater als Kommandant ab
Der Vorstand der Fraunberger Feuerwehr hat sich einer Verjüngungskur unterzogen. Und das durchaus an der Führungsspitze.
Sohn löst Vater als Kommandant ab
Übler Scherz: Täter zerkratzt Auto und sprüht Bauschaum in Auspuff
Übler Scherz: Täter zerkratzt Auto und sprüht Bauschaum in Auspuff

Kommentare