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Die Partymacher: Andreas Wagner (26, l.) und Tobias Maier (27) legen im Dorfener Tonwerk an Heiligabend auch „Last Christmas“ auf.

Party an Heiligabend: So feiern junge Dorfener nach der Bescherung

In manchen Familien ist das Stoff für Diskussionen: die After-Party mit Freunden nach der Bescherung im Wohnzimmer.

Dorfen – Macht hoch die Tür, die Tor macht weit – einige Lokalitäten öffnen auch an Heiligabend ihre Pforten. Denn nach Bescherung und familiärem Festschmaus fängt die Weihnachtsparty in Dorfen erst richtig an. „Es ist mittlerweile durchaus okay, wenn die Kinder nach Bescherung und Weihnachtsessen bei den Eltern gemeinsam mit Freunden feiern. Da hat sich in den Familien viel geändert“, sagt Andreas Wagner, einer der beiden Betreiber des Tonwerk in Dorfen.

Früher mussten die jungen Leute nach Erding fahren, wenn sie an Weihnachten noch Party machen wollten. „Das ist der Grund, warum wir an Heiligabend das Tonwerk öffnen“, erzählt Wagners Geschäftspartner Tobias Maier. Ab 22 Uhr legt er in der Event-Location auf. „Last Christmas von Wham ist der schönste Weihnachtssong ever“, findet der DJ. „Das Lied werde ich am 24. Dezember sehr oft spielen.“

Auch für Bernhard Roth (22) gehört es einfach zu Weihnachten dazu, sich am späten Abend im Dorfener Jugendzentrum an der Jahnstraße mit Gleichgesinnten zu treffen. „Am Anfang haben meine Eltern schon komisch geschaut, wenn mein Bruder und ich nach dem Familienfest zum Feiern gegangen sind. Mittlerweile ist es okay für sie.“ Schließlich gingen die Eltern ohnehin viel früher ins Bett, so Roth.

Dennoch haben kaum Lokale in Dorfen geöffnet: „Keiner wollte am Heiligen Abend hinterm Tresen stehen – deshalb haben wir geschlossen“, sagt Seppo Schmid, Geschäftsführer des Dorfener Johannis-Café. Mittlerweile feiere er gerne mit der Familie, früher sei das anders gewesen: „Die Freunde, die nicht mehr in Dorfen wohnen, kommen extra zu Weihnachten nach Hause.“

Und weil Weihnachten in diesem Jahr so günstig liege, reisten die meisten Auswärtigen schon am vierten Adventswochenende in die Heimat: „Da hatten wir schon Zeit zum Treffen.“ Am ersten sowie zweiten Feiertag habe das „Johannis“ freilich wie gewohnt offen.

Genau aus diesem Grund will auch der 19-jährige Jonas Ziegler aus Dorfen an Heiligabend zuhause bleiben: „Die Tage davor haben wir viel Party gemacht – am 24. Dezember muss man erst mal wieder relaxen, bevor es dann an den Weihnachtsfeiertagen mit der Party weitergeht.“ Außerdem stehe an Heiligabend das beste Essen des Jahres auf dem Tisch: „Mit vollem Bauch lässt sich nicht gut feiern.“

Während die einen vor und über Weihnachten nicht aus dem Party-Modus rauskommen, ist es für andere junge Dorfener fast schon ein Sakrileg, den Abend nicht traditionell mit der Familie vor dem Tannenbaum zu verbringen. Pascal Wilfer beispielsweise käme nicht mal auf diese Idee. „Ich bleibe daheim, wir zünden die Kerzen an und singen“, sagt der 20-jährige Student. Und sein Kumpel Lukas Huge (18) ergänzt: „Ich gehe dann noch mit den Eltern in die Christmesse.“

Doch nicht jeder hat eine Familie. „Viele Leute sind an Weihnachten alleine“, sagt Ashis Mohapatra, Inhaber des indischen Restaurants Taj in Dorfen. „Bei uns kann man am Heiligen Abend mit der Freundin essen gehen, muss nicht alleine zuhause sitzen und Trübsal blasen.“ Besonders gut laufe das Weihnachtsgeschäft in der gleichnamigen Erdinger Dependance: „Das Taj in Erding ist in der Nähe des Altenheims. Viele Leute, die am Heiligen Abend hier ihre Verwandten besuchen, kommen abends zum Essen.“ Gut, dass in Indien Weihnachten kein Feiertag ist.

Michaele Heske

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