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Insektenjäger: Fledermäuse jagen vor allem Mücken und Schnaken. 

Nachtschwärmergarten

Plädoyer für die Flattertiere

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Fledermäuse haben derzeit nicht bei allen einen guten Ruf. Gelten die Tiere in China doch als Überträger des Corona-Virus auf Menschen. Ganz anders bei uns: Hier werden die Tiere geschützt.

Dorfen – Für Ende März hatte die Ortsgruppe Dorfen des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) mit der Stadt und der örtlichen Fledermausgruppe geplant, einen in Dorfen neu angelegten „Nachtschwärmergarten“ der Öffentlichkeit vorzustellen. Dies musste aufgrund der Corona-Krise ausfallen. LBV-Ortsgruppenchef Franz Leutner informiert jetzt, was in Sachen Fledermausschutz gemacht wurde. In der kleinen Parzelle, die die Ortsgruppe von der Stadt zur Verfügung gestellt bekam, wurden demnach schwerpunktmäßig nachtblühende Sträucher und Bäume gepflanzt wie Geißblatt, Schlehe, Schwarzer Holunder und Wildrosen, um Schwärmer und Nachtfalter anzulocken. „Diese nachtaktiven Insekten sind für die Bestäubung einer Vielzahl von Wildpflanzen unentbehrlich und dienen zugleich den Fledermäusen als überlebenswichtige Nahrung. Sicherlich werden sich in diesen Zeiten viele Bürger fragen, wieso ausgerechnet Fledermäuse einen besonderen Schutz verdienen, da sie doch als Überträger von Infektionskrankheiten im Verdacht stehen. Vieles ist hier noch ungeklärt, aber es gilt als ausgeschlossen, dass hierzulande Fledermäuse mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert sind. Damit ist auch die Angst vor einer Übertragung auf den Menschen unbegründet“, schreibt Leutner in einer Mitteilung.

Trotz aller Bedenken, Fledermäuse seien wie Vögel „absolut lebensnotwendig, sowohl im Naturhaushalt, als auch für uns Menschen“. Sie regulierten die Bestände von Schadinsekten und ganz wesentlich die Verbreitung von Stechmücken und Schnaken, die Menschen das Leben unerträglich machen könnten. Leutner: „Wer die Folgen des Klimawandels ernst nimmt, wird Fledermäuse besonders schätzen. Schließlich werden sogenannte tropische Mücken inzwischen auch bei uns immer häufiger, darunter die Asiatische Tigermücke oder auch die Malaria übertragende Anopheles-Mücke. Eine Zwergfledermaus vertilgt zwischen 600 und 1000 Mücken pro Nacht. Größere Exemplare wie der Große Abendsegler verzehren im Laufe eines Sommers zirka eine Million Mücken und Fliegen. Beide Arten seien in der Dämmerung über dem Dorfener Rückhaltebecken gut zu beobachten.

Inzwischen würden immer mehr Wissenschaftler darauf hinweisen, dass die Ausbreitung des Corona-Virus auch Folge eines massiv gestörten Naturhaushalts sei. Die Zerstörung der Lebensräume beschleunige nicht nur die Zunahme von gefährlichen Mücken und ähnlichen Plagegeistern, sondern auch die Ausbreitung von unerwünschten Viren und anderen Mikroben. „Für den Schutz der Fledermaus gibt es also gute Gründe“, konstatiert Leutner.

Möglich sei der Arten- und Bestandserhalt aber nur in einer naturnah und gut strukturierten Landschaft. Viel könnten hier Landwirte beitragen, aber auch Gartenbesitzer. Mit heimischem Saat- und Pflanzgut, ohne Chemie und mit weniger Dünger bewirtschaftet, bildeten gärtnerische Flächen einen Verbund von artenreichen Lebensräumen zusammen mit den Hecken und Wäldern der Umgebung. Leutner: „Auch mehr wildes Grün sollten wir zulassen. Vielleicht können wir dann die selten gewordene, aber in Dorfen nachgewiesene Kleine Bartfledermaus wieder öfter im kunstvollen Flug zwischen den Sträuchern jagen sehen.“

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