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Gemeinsam für den Klimaschutz (v. l.): die Gymnasiastinnen Paula Hutner, Lea Thalmeier und Emma Wiegel sowie Umweltreferent Gerald Forstmaier rufen zu Dorfens erster „Fridays for Future“-Demo auf. 

Ganze Stadt soll mobilisiert werden

Schüler-Demo in Dorfen für den Klimaschutz

Für den weltweiten Klima-Streik-Tag organisieren Dorfener Schüler eine große Demo. Die ganze Stadt soll mobilisiert werden, denn „es gibt keinen Planet B“.

Dorfen„Es gibt nun mal keinen Planeten B“, sagt Gerald Forstmaier, Umweltreferent der Stadt Dorfen. Deshalb müsse diese Welt gerettet werden. Und zwar jetzt. Dafür haben sich Schüler und junge Menschen in Dorfen mit verschiedenen Gruppen und Organisationen zusammengeschlossen und für Freitag, 20. September, eine Demonstration mit Kundgebung auf dem Rathausplatz vorbereitet. Sie ist Teil des weltweiten Klima-Streik-Tages.

Forstmaier sieht nicht nur die Industrie und Politik in der Verantwortung, sondern jeden einzelnen. Und genau darauf zielt die erste „Fridays for Future“-Demo in Dorfen ab – federführend organisiert von einigen Dorfener Schülern. Schon lange wird an Gymnasium und Mittelschule über den Klimawandel diskutiert. Und ebenso lange liebäugeln etliche Schüler mit „Fridays for Future“. Doch eine Demo zu organisieren, sei gar nicht so einfach, sagt Lea Thalmeier, die in die zehnte Klasse des Gymnasiums geht. Dafür brauche man das richtige Knowhow und Kooperationspartner. Denn: „In Dorfen gab es bislang noch keine vergleichbare Umweltaktion.“

Greta Thunberg kein Vorbild

Die jungen Umweltschützer haben Gleichgesinnte beim Bund Naturschutz, der Evangelischen Jugend und anderen Organisationen gefunden. Sie planen ihr eigenes Ding. Greta Thunberg sehen sie nicht als Vorbild, auch wenn sie den Mut der Aktivistin bewundern: „Fridays for Future war für uns eher ein kreativer Anstoß. Wir wollen selbst Verantwortung übernehmen“, sagt Emma Wiegel (11. Klasse). Paula Hutner (11. Klasse) ergänzt: „Es ist immens wichtig, die Umwelt zu erhalten.“

Mit der Demo wollen die Veranstalter die Dorfener wachrütteln, sagt Forstmaier. Und er erzählt die Geschichte vom Frosch, der in ein Gefäß mit kochendem Wasser gelegt wird: „Der Frosch hüpft raus und überlebt.“ Anders sei es beim Frosch, der in einem Gefäß mit kühlem Wasser liege, das langsam zum Sieden gebracht werde. Der Frosch reagiert nicht – und stirbt. „Die Menschen realisieren die Folgen der globalen Erderwärmung nicht“, sagt Forstmaier. „Sie wiegen sich in Sicherheit.“

Umstieg auf erneuerbare Energien: Eine Mammutaufgabe

Die Initiatoren der Demo fordern ein politisches und gesellschaftliches Umdenken. Der Umstieg auf erneuerbare Energien stehe an, denn die vorhandenen Ressourcen – Erdöl, Gas oder Kohle – würden nur noch wenige Jahrzehnte reichen. Sollte indes komplett auf Atomkraft umgestellt werden, so reiche das Uran lediglich für 30 Jahre: „Eine Mammutaufgabe, die da vor uns liegt“, weiß der Umweltreferent, der für die Grünen im Stadtrat sitzt.

„Eile tut Not“, sagt Forstmaier: „Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend.“ Der Dorfener verweist auf vergangene Umweltprobleme wie das Ozonloch oder das Waldsterben: „Damals hat man den wirtschaftlichen Untergang beschworen, aber die deutsche Industrie lag schnell vorne, hat mit Katalysator und Entschwefelungsanlagen reagiert. Weltweit einigte man sich auf Ersatzstoffe für FCKW.“

20. September um 10 Uhr am Friedhofsplatz

Auch der persönliche Lebensstil müsse neu überdacht werden, so die Schülerinnen. Weitgehend auf Flugreisen verzichten, weniger Fleisch essen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen, steht auf der Agenda. „Wir stehen hier, weil wir was ändern wollen“, betonen die Mädchen. Und sie sind nicht alleine: „Viele Klassenkameraden werden an der Demo teilnehmen – und hoffentlich unterstützen uns auch viele Erwachsene.“

Die Klima-Demonstration startet am Freitag, 20. September, um 10 Uhr am Friedhofsplatz – in zentraler Nähe der Dorfener Schulen. Die Klimaschützer ziehen dann am Johannisplatz vorbei direkt zum Rathaus. Dort gibt es um 11 Uhr eine Kundgebung, die Hutner moderieren wird.

Ob es Sanktionen wegen des einmaligen Schulschwänzens gebe, sei dahingestellt und obliege den Dorfener Schulleitern, sagt Forstmaier. „Unsere Eltern stehen jedenfalls hinter unserem Engagement und unterstützen uns“, betont Thalheimer.

Michaele Heske

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