Dorfener Freibad 

Kritik: Heuer keine Schwimmkurse

Eine Dorfenerin moniert, dass heuer keine Schwimmkurse im Freibad angeboten worden seien. Stadt und Wasserwacht rechtfertigen sich.

Dorfen Landläufig glaubt man ja, Schwimmenkönnen sei eine Selbstverständlichkeit. Unfassbar daher eine Zahl von 2017: 404 Menschen sind vergangenes Jahr in deutschen Gewässern laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ertrunken. Immerhin konnten 756 Menschen, die in Gefahr geraten waren, gerettet werden.

Im Dorfener Freibad ist bisher noch kein Badegast ertrunken und in der Vergangenheit sind alljährlich Schwimmkurse organisiert worden. Jetzt gab’s Kritik, weil heuer erstmals kein Schwimmkurs im städtischen Familienfreibad angeboten worden war. Silvia Baumgartner sagte unserer Zeitung, sie habe sich im Juli deshalb auch an die Stadt gewandt und vier wochenlang keine Auskunft bekommen. Schon seit Mai habe die Dorfenerin auch im Freibad immer wieder nachgefragt, ob ein Schwimmkurs stattfinde. Auch da habe sie keine hinreichenden Informationen bekommen. Gescheitert sei zudem ein Versuch, sich im Taufkirchener Waldbad anzumelden. Da seien die beiden Kurse schon voll gewesen. Es heiße ja immer, Kinder sollen Schwimmen lernen, erinnert Baumgartner und meint daher: „Die Stadt ist in der Pflicht.“ Da rede man derzeit vom Bau eines Hallenbads im Zusammenhang mit der möglichen Verlagerung des Freibads an den Stadtrand, „aber Schwimmkurs gibt’s keinen. Das passt ned z’amm“, findet Baumgartner.

Bürgermeister Heinz Grundner wies die Kritik zurück. In der Vergangenheit seien jedes Jahr Schwimmkurse angeboten worden. „Heuer ist tatsächlich nix z’ammganga“, räumte der Bürgermeister ein. Die Stadt könne mit eigenem Personal keine Schwimmkurse anbieten, das werde auch künftig nicht möglich sein. Bislang sei der Schwimmunterricht privat oder von der Wasserwachtortsgruppe Dorfen angeboten worden. Im August sei Urlaubszeit gewesen, und er selbst habe auch Urlaub gehabt, erklärte Grundner. Daher habe es keine schnelle Antwort auf die Anfrage zum Schwimmkurs gegeben.

Auch die stellvertretende Vorsitzende der Dorfener Wasserwachtgruppe, Petra Tafelmeier, rechtfertigte sich. Leute hätten oft die Auffassung, ein Schwimmkurs müsse jetzt und sofort angeboten werden. Die Wasserwacht habe aber sehr wohl den Leuten im Freibad mehrfach genau erklärt, warum heuer kein Schwimmkurs angeboten werden konnte. Zum einen gebe es seit zwei Jahren die private Schwimmausbildung von Evi Kögel nicht mehr, die Jahrzehnte lang Kindern das Schwimmen beigebracht hatte. Die Betriebsleiterin des Freibads habe heuer aus persönlichen Gründen auch keinen Kurs geben können. Leider habe auch die Wasserwacht keinen Schwimmunterricht durchführen können, weil das dazu berechtigte Personal fehlte.

Und wegen des schönen Wetters und der vielen Badegästen habe das Badpersonal und die Wasserwacht heuer sehr viel zu tun gehabt, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. Zur Leitung eines Schwimmkurses brauche es einen sogenannten S-Schein, erklärte Tafelmeier. Den erwerben die Wasserwachtmitglieder in ihrer Freizeit bei einem Kurs an mehreren Wochenenden. Für den Schwimmkurs investierten die Ehrenamtlichen noch mal mindestens zehn Tage ihrer Freizeit. Heuer hatte man kein Personal mit der nötigen Ausbildung, was sich 2019 wieder ändern werde. Für nächstes Jahr versprach Tafelmeier wieder Schwimmkurse in Dorfen. Die Ortsgruppe habe trotz vieler Wachstunden auch heuer viele Schwimmabzeichen abgenommen. Zudem sei jeder bei der Wasserwacht willkommen. prä

Die Badesaison

im Dorfener Freibad dauert noch bis 12. September.

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