Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen

Mitten in Ebersberg: Wohnhaus steht in Flammen
Rekordbesuch in der Bürgerversammlung: Die Lärmprobleme mit der A94 waren das Hauptthema.

Erst die A94, dann die B15-Umleitung

Schwindkirchener fürchten weitere Belastungen durch Isentalautobahn

Die A94 ist auch für Schwindkirchener ein Problem. Ein weiteres wird die B15-Vollsperrung ab April 2020. Bei der Bürgerversammlung wurden vernünftige Lösungen gefordert.

Schwindkirchen – An allen Ecken und Enden droht im Gemeindegebiet Dorfen Verkehrschaos. Durch die A94 sind erhebliche Beeinträchtigungen der Lebensqualität entstanden. Der Neubau der Isen-Brücke mit Totalsperrung der B15 als einziger leistungsfähiger Stadtdurchfahrt zwischen April und Oktober 2020 kommt obendrauf. In der Schwindkirchener Bürgerversammlung im Neuwirt-Saal herrschte angesichts dieser heißen mit rund 120 Besuchern Rekordinteresse. Die meisten Besucher waren wohl Wegen der Autobahn gekommen.

Die BI Schwindkirchen überreichte Bürgermeister Heinz Grundner eine Unterschriftenliste mit Forderungen zu Lärmverbesserungen an der A94. Der Ort liegt nur wenige hundert Meter von der Isentaltrasse entfernt. Seit Jahren gibt es eine Bürgerinitiative, die sich nicht als grundsätzlicher Autobahngegner, sondern als Trassengegner positioniert hat. Immer wieder hat die BI Verbesserungsvorschläge für den Bereich eingebracht.

Dauerlärm seit Eröffnung der Isentalautobahn

Sprecher Anton Brenninger stellte klar, dass nicht nur die Stadt Dorfen Lärmprobleme habe. Er überreichte an Grundner rund 250 Unterschriften für einen wirksamen Lärmschutz an der A94 für die Bürger im Bereich Schwindkirchen, Schiltern und Stollnkirchen denn: „Seit der Eröffnung gehe von der Isental-Autobahn ein hoher Dauerlärm aus, der die Bewohner entlang des Goldachtals stark beeinträchtigt.“

Der Lärm störe nicht nur die Gespräche auf Terrassen und Balkonen sowie den Schlaf bei gekippten Fenstern, er gefährde langfristig die Gesundheit durch Risiken wie Bluthochdruck oder Herzkreislaufproblemen.

Fledermäuse als Joker

Die BI stelle drei Forderungen, untermauert durch die Unterschriftenliste, sagte Brenninger. Gefordert werde ein wirksamer Schutz vor Lärm und Schadstoffen, die von der A94 ausgehen, eine gründliche, unabhängige Untersuchung der Möglichkeiten, den A94-Lärm zu minimieren sowie, dass die zuständigen Behörden Maßnahmen einer Lärmreduzierung möglichst rasch umsetzen und wirksam überwachen.

Unheil droht den Autobahnbauern, sollten die rund 200 streng geschützten Fledermäuse der Art Große Mausohren im Schwindkirchener Kirchturm Probleme mit der A94 haben. Vielleicht mögen die „den Lärm ned so“, meinte Brenninger. Dann könnte der „Joker“ Einhausung der A94 im Bereich Schwindkirchen gezogen werden, der gerichtlich festgeschrieben sei.

Nachhaltige Lösungen müssen her

Brenninger dankte der Stadt, die das Hochwasserrückhaltbecken oberhalb von Steinberg rund drei Mal größer gebaut habe, als von den A94-Bauern geplant. Zusätzlich habe die Kommune rund 300 000 Euro in zusätzlichen Schutz gegen Schlaglärm am Übergang der Goldachtal-Brücke investierte, „was den Lärm sehr gut reduziert hat“. Dennoch sei Schwindkirchen aus allen Himmelsrichtungen vom Lärm „sehr schwer betroffen“. Das sei „unerträglich für den Ort“. Ein Tempolimit sei „okay“ aber es müssten nachhaltige Lösungen her, meinte Breninger.

Grundner betonte, die Beschwerden seien „völlig korrekt“ und appellierte an die Bürger, möglichst Einwände gegen den A94-Lärm zu schreiben. Das unterstütze die Forderungen nach Verbesserungsmaßnahmen, die im Bundesverkehrsministerium vorlägen. Jetzt werde erst der Ist-Zustand erfasst.

B15-Vollsperrung stellt Dorfen vor große Verkehrsprobleme

Ein heißes Thema ist auch die Vollsperrung der B15 für den Brückenneubau über die Isen in Dorfen, die am Mittwochabend im Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt behandelt wurde. Das Projekt stellt die Verantwortlichen vor erhebliche Probleme, den Verkehr zu regeln. Rund 20 000 Fahrzeuge fahren täglich auf der B15 durch Dorfen. Alfred Mayerhofer befürchtete in dem Zusammenhang, dass die Verkehrsplaner die B15-Umleitung über Wasentegernbach und Schwindkirchen führen könnten.

Aufgrund der sehr engen Straßenverhältnisse in Wasentegernbach beim Bahnübergang und in der Gruber-Kurve sowie in Schwindkirchen am „Alten Wirt“ bei der Ein- und Abfahrt auf die Staatsstraße 2086 ergäben sich „große Probleme. Die Lösung darf nicht wieder Schwindkirchen sein“. Und wenn doch, hofft Mayerhofer auf aktiven Protest der Bürger und „genug Bauern, die die Straße zustellen“.

Lösung noch nicht klar

Grundner räumte ein, dass die geplante sechsmonatige Vollsperrung der B15 „ned spaßig wird für die ganze Stadt und das Umland“. Die Isen trennt dann Dorfen in Süd- und Nordteil und nur eine schmale Straße durchs Stadtzentrum mit zwei engen Stadttoren, die die B15 weiter in Nord-Süd-Richtung verbindet.

Wie man den Quell- und Zielverkehr, die Schulbusse, BRK (Süden), Polizei und FFW (Norden) „intelligent regeln“ könne, sei noch nicht klar, erklärte der Bürgermeister. Es müsse „eine vernünftige Lösung gefunden werden“. Er fordere „eine möglichst weiträumige Umleitung des gesamten Verkehrs“.

Hermann Weingartner

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