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Eine starke Truppe, die zusammenhält: Der Motorrad-Stammtisch St. Wolfgang trifft sich seit 30 Jahren – einmal in der Woche. Zum runden Geburtstag feier ten die Biker mit Wirt Sepp Vogl (vorne, M.).

„Ois, wos gredt werd, bleibt am Stammtisch“

Seit 30 Jahren treffen sich St.-Wolfganger Biker in Dorfen

Sie kennen sich schon länger als sie ihre Frauen kennen: Die Biker aus St. Wolfgang treffen sich schon seit 30 Jahren regelmäßig.

Dorfen/St. Wolfgang –Der Stammtisch ist eine Institution in Bayern, aber vielerorts vom Aussterben bedroht. Nicht so im östlichen Landkreis, wo sich die Runde des Motorradstammtisches St. Wolfgang nun schon seit drei Jahrzehnten ununterbrochen jede Woche trifft. Den runden Geburtstag feierten die Biker gleich zwei Tage lang mit einem zünftigen Fest beim Dorfener Stammtischwirt Sepp Vogl im Gasthaus Lebzelter.

Zum aktuellen Stammtisch zählen aus St. Wolfgang und Armstorf Ralf Wittig, Roland Wittig, Claus Heller, Hermann Daumoser, Josef Stierstorfer, Johann Schwarzenbauer und Stefan Müller, aus Dorfen und Schwindkirchen sind Stefan Haas und Wolfgang Larasser dabei. Beim Besuch der Männer-Runde wird schnell klar: „Da Stammtisch is heilig – do muaß ma hi.“

„Ois, wos gredt werd, bleibt am Stammtisch“

In den 30 Jahren haben sich die Biker natürlich bestens kennengelernt – bei zahllosen gemeinsamen Abenden, Ausflügen und Exkursionen. Heute sind „alle mindestens 50 Jahre alt, und prinzipiell kennen wir uns alle länger als wir unsere Frauen kennen“.

Am Biker-Stammtisch, so erzählt Müller, werden Neuigkeiten ausgetauscht – über die großen und kleinen Dinge vor Ort. Es wird aber auch über die Welt politisiert und philosophiert und natürlich übers gemeinsame Hobby, das Biken. Und dazu gibt’s auch das eine oder andere Bierchen. Es sei schön, dass man über alles reden könne. Denn eines ist hochheilig bei den Motorradfreunden: „Ois, wos gredt werd, bleibt am Stammtisch.“

Zum Stammtisch „muss ma hi“

Und der ist in den vergangenen 30 Jahren noch nie leer geblieben. Sorgen, der geliebte Treff könnte sich mal auflösen, hat man bei den Bikern keine. Weder die berufliche oder private Situationen, kein Fernsehprogramm, noch ein kleines Zipperlein können die Biker davon anhalten – zum Stammtisch „muss ma hi“, sagen sie.

Früher sind sie alle Mofa oder Moped gefahren, erinnern sich die Stammtischbrüder. Dann wurden sie älter und die Zweiräder größer – so kam der Stammtisch zustande. Los ging’s beim Lebzelter, den damals noch Helga und Hermann Haas führten. Zwischendurch war man auch mal kurz in anderen Wirtshäusern zu Gast oder verlegte den Stammtisch nach St. Wolfgang beim Dorffest. Aber Basisstation ist das Gasthaus Lebzelter. Man versteht sich einfach: „Streiten gab’s bei uns noch nie. Mia verstehn uns einfach sauguad“, sagt Müller, „aber du muaßt dir des scho aa dakämpfa“.

Ohne Gasthaus kein Stammtisch

Der erste Ausflug führte die Biker mit dem Bus zum Törggelen nach Südtirol. Seitdem machen die Freunde jedes Jahr, oft mehrmals, einen Biker-Trip, etwa nach Zeltweg oder Spielberg.

Sehr froh ist die Runde über ihren Herbergswirt Sepp Vogl. Denn ohne Gasthaus gäbe es keinen Stammtisch. Deshalb ist sich die Runde einig: „Da Sepp darf ned zuamacha.“ Der wird nächstes Jahr 60 Jahre und darf wieder mit auf den Männer-Trip – „und wenn’s nach Texas ist“, versprechen die Stammtischbrüder.

wei

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