Einen neuen Heizkessel bauen die Stadtwerke Dorfen in Rinning: Geschäftsführer Klaus Steiner (r.) und Technischer Betriebsleiter Alois Huber besichtigen die Baustelle. 
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Einen neuen Heizkessel bauen die Stadtwerke Dorfen in Rinning: Geschäftsführer Klaus Steiner (r.) und Technischer Betriebsleiter Alois Huber besichtigen die Baustelle. 

Ausbau Biomasse-Heizwerk

„Seit einem Jahr mit dem Rücken zur Wand“

  • vonCIF.H. Weingartner
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Das Biomasse-Heizwerk in Rinning muss dringend erweitert werden. Der Bauausschuss hat dem 1,7-Millionen-Euro-Projekt der Stadtwerke Dorfen nun Grünes Licht gegeben.

Dorfen – Im Kampf gegen den Klimawandel ist die Vermeidung des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 ein wichtiges Ziel. So auch bei den Stadtwerken Dorfen mit ihrer fast CO2-neutral erzeugten Wärmeenergie. Für 1,7 Millionen Euro wollen die Stadtwerke in Rinning die Wärmekapazität ihres Biomasse-Heizwerks (BMHK) ausbauen. Der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrats hat nun einem entsprechenden Antrag einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Bauamtsleiter Franz Wandinger erklärte, für die Überschreitung der Baugrenze durch Gebäudeteile von 12,5 Quadratmetern sei eine Befreiung nötig. An das bestehende Heizwerk werde ein baugleiches Gebäude angebaut mit einem 18 Meter hohen Kamin für einen neuen Biomassekessel einschließlich Elektro-Filter zur Staubabsaugung.

2007 wurde die Anlage errichtet. Etwa 1,7 Millionen Euro werden nun bei rund 300 000 Euro Förderung aus Landesmitteln in das Erweiterungsprojekt fließen. Das bestätigten Geschäftsführer Klaus Steiner und der Technische Betriebsleiter Alois Huber vor Ort am Betriebsgelände auf Nachfrage der Heimatzeitung . „Seit einem Jahr stehen wir mit dem Rücken zur Wand“, berichtete Huber über die dringende Notwendigkeit eines zweiten Heizkessels. „Wir bringen die Wärmeleistung nicht mehr her und haben im Winter einen Notkessel im Einsatz.“

Derzeit können mit dem bestehenden Biomasse-Heizofen 1500 Kilowatt (kw) Wärmeleistung erzeugt werden plus 750 kw aus zwei Blockheizkraftwerken (BHKW) im Keller der Anlage und einem weiteren Aggregat mit 250 kw am Firmensitz. Um den Wärmebedarf im Winter ohne Notkessel zu decken, werde nun ein zweiter, hochmoderner Biomasse-Holzkessel mit rund 2300 kw Wärmeleistung im neuen Betriebsgebäude-Anbau in Rinning installiert, erläuterte Huber. An kalten „Spitzentagen“ könne der Wärmebedarf auf rund 3500 kw steigen.

Beim neuen Heizofen werde die Asche in Containern im Keller separat erfasst. Man hoffe, die Verbrennungsprozesse so in den Griff zu bekommen, dass so saubere Asche anfalle und wieder als Dünger Verwendung finden könne. „Das würde den Kreislauf schließen: Hackschnitzel aus dem eigenen Stadtwald für die Energieerzeugung und die Asche wieder als Dünger auf die Felder.“ Zu dem Projekt habe man im Genehmigungsverfahren „viele Gutachten eingeholt“, sagte Steiner. Einwände von Nachbarn habe es nicht gegeben.

„Ziel ist, im Herbst mit der Probephase zu beginnen, und Weihnachten soll der Normalbetrieb laufen“, erläuterte Huber. Die Anlage sei hochmodern und optimiere sich selbst. Das erfolge durch Erfassung zahlreicher technischer Daten und Wetterprognosen. Damit werde es automatisiert möglich, Wärme intelligent und bedarfsgerecht zu erzeugen, was nachhaltig und klimafreundlich sei. Die Anlage könne jederzeit über ein Leitstellensystem auch von fern überwacht und gesteuert werden.

Steiner berichtete, die Stadtwerke würden heuer insgesamt neun Millionen Euro in zukunftweisende Projekte investieren. Das sei „ziemlich einmalig“ in der Firmengeschichte. Künftigen Zuwachs erwarte er bei der Fernwärme vor allem im Altbaubereich in Dorfens Innenstadt. „Die Wärmesparte hat Perspektive“, ist er sich sicher.

Bei der Glasfaser sei man „im Zieleinlauf“. Heuer werde das „Projekt Dorfen“ mit einem Gesamtvolumen von fast 8,5 Millionen Euro abgeschlossen. Über 700 Glasfaseranschlüsse seien erstellt worden. Auf dem Gebiet von Glasfaser und Telekommunikation „wachsen wir gut, das ist ein Erfolgsmodell“.

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