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Einkaufspassage Marienhof: Zwei Läden stehen leer (im Bild das ehemalige Bürgerbüro der Stadt). 

Leer stehende Läden

Dorfen soll keine Geisterstadt werden

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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Noch kann man nicht von einem Innenstadt-Sterben sprechen. Aber wer durch Dorfen geht, sieht zunehmend mehr Läden und Geschäfte, die geschlossen sind. Verödet die Innenstadt?

Dorfen – Beispiel Marienhof am Marienplatz. Die einzige Einkaufspassage Dorfens lockt nicht mehr zum Shoppen. Schon am Eingang wird dem Besucher signalisiert: Hier geht’s bergab. Die Ladenfläche der ehemaligen Postfiliale ist seit eineinhalb Jahren geschlossen. Durch die Schaufenster sieht man nur Schmutz. Keine 20 Meter weiter der zweite Leerstand. Wo früher einmal ein Schreibwarenfachgeschäft und danach während der Bauzeit des neuen Rathauses das Bürgerbüro der Stadt untergebracht war, ist jetzt nur ungenutzter Raum. An den Fenstern gängen Plakate mit der Botschaft: „Zu vermieten“.

Auch am Unteren Markt beginnt sich das Bild zu verfestigen, dass Handel und Gastronomie kränkeln. Das ehemalige Gasthaus der Brauerei Stierberg hat seit langem die Rolläden herunter gelassen. Schräg gegenüber auf der anderen Seite des Platzes steht ein ehemaliges Fotofachgeschäft leer. Hier sind wenigstens die Schaufenster sauber geputzt.

Auch am Unteren Markt ist die Tendenz des kränkelnden Einzelhandels zu sehen. Ein Gasthaus hat die Rolläden herunter gelassen, ein Laden gegenüber geschlossen.

„Die Leerstände nehmen zu. Wir müssen Strategien entwickeln, um dem entgegenzuwirken“, sagt Stefan Tremmel, der Vorsitzende des Förderkreises Dorfen. Derzeit sei man im Gespräch mit der Stadt, zusammen mit der für Dorfen tätigen Beratungsgesellschaft CIMA ein Leerstandsmanagement zu entwickeln. Ziel dabei solle sein, schon im Vorfeld möglich Leerstände zu erkennen und zu verhindern. So könne man versuchen, vom Leerstand bedrohte Geschäftsflächen mit neuem Leben zu erfüllen. Denn es gebe immer wieder Anfragen von Firmen, die nach Dorfen wollten.

Dazu muss man wissen: Die Situation in Dorfen ist eine besondere. Nicht wenige der Geschäfte in der Innenstadt sind inhabergeführt. Davon gibt es etliche Läden, bei denen schon jetzt feststeht, dass es keine Nachfolger gibt. Es ist also abzusehen, dass diese Läden leer stehen werden, wenn die Inhaber zusperren. In Zeiten von Corona, in denen bei den Kunden der Euro nicht mehr so locker sitzt, möglicherweise noch schneller. Dem Förderkreis schwebt vor, mit Geschäftsleuten zu sprechen, die keine Nachfolger haben. Doch dazu wäre auch eine Firmenkunden-Datenbank notwendig. Die gibt es in Dorfen noch nicht.

Wie eine Kommune aktiv gegen das Aussterben der Innenstadt arbeiten kann, zeigt beispielhaft die Stadt Schrobenhausen. Dort hilft das Stadtmarketing angehenden Geschäftsgründern auf Wunsch bei der Standortwahl, der Umsetzung der Geschäftsidee oder aber auch bei der Ausarbeitung eines Business-Plans. Da die Kommune die aktuellen Mietspiegel kennt und genau weiß, wo welcher Laden leer steht oder bald leer stehen wird, kann sie bei der Immobiliensuche helfen. Und Schrobenhausen geht noch weiter: Es gibt einen Mietzuschuss von bis zu 60 Prozent für die ersten drei Jahre. Damit soll die Hemmschwelle, sich selbstständig zu machen, gesenkt werden.

Die Stadt Dorfen hat 2016 einen ersten Schritt gegen das Innenstadt-Sterben gemacht. Der Stadtrat beschloss damals ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept mit einer Dorfener Sortimentsliste. In diesem Konzept ist festgeschrieben, wo in Dorfen Einzelhandel stattfinden soll. So dürfen im Innenstadtbereich alle Waren angeboten werden. In dezentralen Lagen wie etwa dem neuen Gewerbegebiet im Dorfener Süden ist nur sonstiger Bedarf (Autozubehör, Baumarktartikel, Brennstoffe, Gartenartikel, Möbel etc.) zulässig.

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