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Die Spitzenkandidatin Simone Jell-Huber (3. v. l.) mit einem Teil ihrer Mitstreiter (v. l.): Ernst Giller, Marianne Ehrler, Seppo Schmid, Heiner Müller-Ermann, Michaela Meister und Joseph Kronseder. 

Bürgermeisterwahl in Dorfen

SPD-Kandidatin Simone Jell-Huber fordert Bürgermeister Grundner heraus

Kampfansage an Heinz Grundner:  „Ich werde Dorfen gestalten und nicht nur verwalten“, sagt SPD-Bürgermeisterkandidatin Simone Jell-Huber.

Dorfen – Simone Jell-Huber ist Bürgermeisterkandidatin der Dorfener SPD. Die 45-Jährige, die ihren Doppelnamen seit der Hochzeit mit Fritz Huber vor drei Monaten trägt, wurde am Dienstagabend in der Aufstellungsversammlung im „Gasthaus am Markt“ einstimmig nominiert. Die langjährige Ortsvorsitzende, Stadt- und Kreisrätin wirbt mit bezahlbarem Wohnraum, nachhaltigem Klimaschutz sowie neuen Mobilitätskonzepten für sich.

„Ich komme als Spitzenkandidatin glaubwürdig rüber“, sagte die Realschullehrerin selbstbewusst. Ursprünglich kommt Jell-Huber aus Taufkirchen, lebt aber seit 25 Jahren in Dorfen. Seit zwölf Jahren ist sie Vorsitzende des Ortsvereins mit knapp 40 Genossen. Bei der Wahl waren elf stimmberechtigte Mitglieder anwesend, die geschlossen hinter den Kandidaten standen.

Ihre Stärke sei es, offen auf Menschen zuzugehen, sagte Jell-Huber über sich selbst. Da sehe sie sich im Gegensatz zu CSU-Amtsinhaber Heinz Grundner, dem die Spitzenkandidatin Visionen und Kreativität absprach. „Ich werde Dorfen gestalten und nicht nur verwalten“, meinte sie. Schon seit einem Jahr liege ein von ihr verantwortetes Mobilitätskonzept auf dem Schreibtisch des Rathauschefs, der Themen dieser Art nicht forciere. Im Falle eines Wahlsiegs versprach die Bürgermeisterkandidatin zudem ehrliche Bürgerbeteiligung.

Die SPD hat am Dienstag auch ihre Stadtratsliste aufgestellt. Der Frauenanteil ist hoch. „Derweil die CSU im Landkreis Erding nur wenige Frauen aufstellt, stimmt bei der SPD in Dorfen die Parität“, sagte Urgestein Heiner Müller-Ermann, der auf Platz  vier der Liste steht. „Die CSU ist nach wie vor eine Männerpartei, die Frauen nicht so ernst nimmt“, erklärte der Genosse.

Platz zwei belegte Josef „Seppo“ Schmid, der sich ganz den Genossenschaften verschrieben hat und dieses Geschäftsmodell auch im sozialen Wohnungsbau sowie im Energiebereich forcieren möchte. Viele Jahre arbeitete er an der Uni als Geograph, er sei also wissenschaftlich versiert in den Bereichen Wasserwirtschaft und Klimawandel. Vor zwei Jahren beschloss er nun, eine 20-Stunden-Stelle im Marienstift anzunehmen. Seither engagiert er sich bei der Tafel, der Nachbarschafts- und Flüchtlingshilfe und auch im Johannis-Café, das mittlerweile als Genossenschaft geführt wird.

Seit knapp 18 Jahren ist Michaela Meister Kreisrätin und sitzt seither für die SPD im Stadtrat. Nach zwei Anläufen auf den Chefsessel im Dorfener Rathaus steht sie ihrer Partei zwar nicht mehr als Spitzenkandidatin zur Verfügung, möchte aber weiterhin ihre Erfahrungen im Stadtrat einbringen (Platz 3). Im Bauausschuss begleitete sie in den vergangenen Jahren viele Projekte – vom neuen Rathaus bis zur Marienstift-Erweiterung.

Die Liste der Kandidaten ist bunt und reicht vom 19-jährigen Ben Bauer (Platz 8), B-Jugendtrainer und Heilerziehungspfleger in Algasing, oder Joseph Kronseder (Platz 10) von der Flüchtlingshilfe, und Plamen Petrov (Platz 14), der seit sieben Jahre in Dorfen lebt und seine Wurzeln in Bulgarien hat, bis hin zu erfahrenen Urgesteinen wie Marianne Ehrler (Platz 9) und Müller-Ermann (Platz 4).

Freilich, der Wahlkampf wird nicht leicht, die SPD ist angeschlagen. Doch Bürgermeister- und Stadtratswahlen seien Personenwahlen, so Spitzenkandidatin Jell-Huber: „Wir haben gute Chancen“, meint sie. Und: „Wir möchten uns einbringen und mitgestalten.“

Die SPD-Stadtratsliste:

1, Simone Jell-Huber, 2. Seppo Schmid, 3. Michaela Meister, 4. Heiner Müller-Ehrmann, 5. Yvonne Daller, 6. Ernst Giller, 7. Franziska Schmid, 8. Ben Bauer, 9. Marianne Ehrler, 10. Joseph Kronseder, 11. Beate Sitte, 12. Heinz Meister, 13. Lara Bakac, 14. Plamen Petrov, 15. Birgit Schickert, 16. Heinz Eder, 17. Esther Bubel, 18. Christoph Zauner, 19. Inge Asendorf, 20. Bernhard Dircks, 21. Reni Warkalla, 22. Sebastian Unterbichler, 23. Sandra Fischkandl, 24. Fritz Huber.

Michaele Heske

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