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An einem Strang ziehen Bürgermeister Heinz Grundner (l.) und der neue Stadtwerke-Chef Klaus Steiner – hier bei der Vorstellung der Pläne für den Aufbau eines eigenen Dorfener Glasfasernetzes im Juli 2018. 

Lief ein Vertrag über Jahre unbemerkt weiter? Es drohen neue Prozesse

Stadtwerke kündigen Figls letzten Vertrag

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Der Streit zwischen dem früheren Stadtwerke-Chef Karl-Heinz Figl  und der Stadt Dorfen geht in die nächste Runde. Bald dürfte es ein Wiedersehen vor Gericht geben. Man kennt sich dort.

Dorfen - Seit über drei Jahren ist Karl-Heinz Figl nicht mehr Geschäftsführer der Stadtwerke Dorfen.Als kaufmännischer Leiter ist er aber nur freigestellt. Sein Arbeitsvertrag ist nach wie vor gültig, Figl bezieht sein Gehalt.

Aber wie lange noch? Sein Nachfolger als Chef des kommunalen Versorgers, Klaus Steiner, sagte am Freitag unserer Zeitung: „Wir haben Herrn Dr. Figl die Kündigung ausgesprochen.“ Der Aufsichtsrat, dem seit 1. Januar 2017 wieder Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) vorsteht, habe „entsprechende Maßnahmen“ ergriffen. Näher darauf eingehen wollte Steiner nicht. Er erinnert an eine Festlegung von Betriebs- und Aufsichtsrat: „Eine Rückkehr Figls zu den Stadtwerken schließen wir aus. Er wird freigestellt.“

Doch wie konnte es dazu kommen, dass Figl als Geschäftsführer gekündigt wurde, nicht aber als kaufmännischer Leiter? Grundner meint: „Das muss übersehen worden sein.“ Steiner hingegen glaubt nicht an Nachlässigkeit: „Üblicherweise ist es in diesen Fällen so, dass der erste Vertrag zu Gunsten des höherrangigen erlischt.“ So habe es ja auch das Arbeitsgericht in der ersten Instanz gesehen. Figl sah das anders – und bekam letztlich Recht.

Steiner berichtet von einem weiteren aufziehenden Rechtsstreit mit Figl. Er soll die Differenzvergütung in der Phase der Freistellung betreffen. Es geht um Geld.

Zu Figls Schadensersatzklage gegen die Stadt Dorfen und ihn persönlich will sich Grundner mit Verweis auf das schwebende Verfahren nicht äußern. Eine Motivation Figls könnte sein, dass er mit dieser Vorgeschichtekeinen neuen Job mehr findet.

Zu den gesamten Querelen äußert sich Grundner distanziert: „Das fand alles in der Zeit statt, in der man mich als Aufsichtsratschef abgewählt hatte.“ ham

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