An ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen ist Dorfens Kläranlage. Sie wird grundlegend ertüchtigt.   
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An ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen ist Dorfens Kläranlage. Sie wird grundlegend ertüchtigt.   

Erweiterung und Mordernisierung

Über acht Millionen Euro für die Dorfener Kläranlage

  • vonCIF.H. Weingartner
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Der Zuzug fordert seinen Tribut: Die Kapazität der Dorfener Kläranlage muss verdoppelt werden. Und auch in Wasentegernbach sind Maßnahmen notwendig.

Dorfen – Steter Zuzug und Gewerbeentwicklung bringen der Boom-Region Erding nicht nur Vorteile. So ist in Dorfen die Leistungsfähigkeit der kommunalen Kläranlage bereits an ihre Grenzen gestoßen und muss dringend ertüchtig werden. Und auch die kleinere Kläranlage in Wasentegernbach reicht für den östlichen Gemeindeteil dort nicht aus. Die Stadt muss für beide Maßnahmen mit einer Investitionssumme von gut acht Millionen Euro rechnen. Der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates beschloss für die größere der beiden Anlagen die Verdoppelung der Kapazität und für Wasentegernbach den Anschluss an Dorfen.

Die Dorfener Kläranlage wurde 1975 am östlichen Stadtrand mit einer Reinigungsleistung von 13 000 Einwohnergleichwerten (EWG) errichtet und vor zehn Jahren auf 15 500 EWG erweitert. Nun sollen es 32 000 EWG werden.

An der Kläranlage Wasentegernbach „muss was gemacht werden, um die Grenzwerte einhalten zu können“, erläuterte Kostas Athanasiadis, Geschäftsführer der beauftragten Dr.-Steinle-Ingenieurgesellschaft für Abwassertechnik. Probleme habe die Anlage unter anderem mit Undichtigkeiten des Absetzteiches, die Zu- und Ablaufwerte seien „nicht stimmig“, die Stickstoffablaufwerte „ziemlich erhöht“, und eine neue Lösung für die Klärschlammentsorgung müsse gefunden werden.

Drei Varianten stellte Athanasiadis im Bauausschuss dazu vor: Sanierung für rund eine Million Euro (netto), die Optimierung für rund 1,3 Millionen Euro (netto) und den Anschluss an die Dorfener Anlage für rund 670 000 Euro (netto). Die dritte Variante sei nicht nur die „wirtschaftlich attraktivste“, sondern auch die „beste Option für die Umwelt“.

Dabei werde über eine rund fünf Kilometer lange Leitung die Schmutzfracht in Dorfens Kläranlage gepumpt. 4850 Meter verlaufen auf kommunalem Grund. Den Betrieb sichert ein zweites Pumpwerk, das errichtet wird. Auch bei den jährlichen Betriebskosten falle der Anschluss an Dorfen mit rund 69 000 Euro deutlich am günstigsten aus.

Die Argumente überzeugten. Der Ausschuss beschloss, die Wasentegernbacher Anlage an die Dorfener anzuschließen. Die Planungsleistungen wurden für 106 000 Euro an das Ingenieurbüro Co-Plan AG vergeben. Das Ingenieurbüro Steinle ist wiederum seit der Auftragserteilung im Februar 2019 für die Planung an der Dorfener Kläranlage zuständig.

Diese sei an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen und arbeite bereits gelegentlich über der Grenze, berichtete Tiefbauamtsleiter Jürgen Dietrich, dennoch könne man „die geforderten Grenzwerte noch einhalten“. Einig war man sich, dass in Dorfen weiter mit stetem Einwohnerzuwachs zu rechnen ist. Dafür muss die Klärung der Abwässer entsprechend der gesetzlichen Richtlinien gesichert sein – als Voraussetzung für die Genehmigung weiterer Bau- und Gewerbegebiete.

Daher soll die Kläranlage auf etwa 32 000 Einwohnerwerte ausgebaut werden, was einen Puffer von 15 Prozent enthält. 20 000 EWG sind für die kommunale und 10 000 EWG für die gewerblich-industrielle Schmutzwasserfracht sowie rund 1500 EWG aus Wasentegernbach eingeplant.

Dorfens Kläranlage werde hochmodern, erläuterte Athanasiadis, es komme eine zweite Reinigungsstraße mit neuem Belebungs- und Nachklärbecken im Osten am bestehenden Betriebsgelände hinzu. Damit wird künftig auch ein Notbetrieb möglich sein, etwa beim Ausfall einer der Reinigungsstraßen oder für nötige Arbeiten. Errichtet wird auch ein Faulturm mit 300 Kubikmeter Volumen. Mit dem dort entstehenden Faulgas wird ein Blockheizkraftwerk betrieben, das Strom und Wärme für den Eigenbedarf erzeugt.

Bis Oktober 2020 soll die Planung stehen. Die bauliche Realisierung ist von 2021 bis Ende 2023 geplant. Dann soll auch Wasentegernbach angeschlossen werden.

Andreas Hartl (GAL) hakte nach, ob und wie sich die Maßnahmen auf die Abwassergebühren auswirken werden. Das könne man noch nicht sagen, so Bürgermeister Heinz Grundner (CSU), „da werden wir uns dann im Stadtrat unterhalten“.

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