Familiendrama mit drei Toten: Immer mehr Details bekannt - „Muss man erst mal setzen lassen“

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Entlang der Bahnlinie sollen im Gemeindegebiet PV-Anlagen installiert werden. Symbolbild.

Bahnlinie München-Mühldorf

Dorfen will PV-Anlagen entlang der Schienen

Der Umweltausschuss der Stadt will prüfen, in welchen Bereichen des Gemeindegebiets Photovoltaik-Anlagen entlang der Bahnlinie Mühldorf–München errichtet werden können.

Dorfen Der Umwelt-, Natur- und Klimaausschuss der Stadt Dorfen war in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig dafür, zu prüfen, in welchen Bereichen des Gemeindegebiets Photovoltaik-Anlagen entlang der Bahnlinie Mühldorf–München errichtet werden können.

„Irgendwo muss regenerativer Strom ja herkommen“, sagte Rathauschef Heinz Grundner (CSU). Auch wenn Eingriffe ins Landschaftsbild damit einhergehen. Dennoch sollen potenzielle Flächen innerhalb von Landschaftsschutzgebieten zunächst nicht belastet werden, so der Beschluss der Stadträte.

PV-Anlagen lassen sich bestens in die Landschaft integrieren

PV-Anlagen lassen sich bestens in die Landschaft integrieren, erklärte Antragsteller Gerald Forstmaier von den Grünen. „Die Anlagen sind ruhig, bewegen sich nicht, und es ist einfach, diese zu begrünen.“ Er empfahl, dass die Stadtwerke dringend Grundstückseigentümer an der A94 und der Bahnlinie suchen, die bereit sind, PV-Anlagen auf ihrem Grund und Boden zu installieren.

Heiner Müller-Ermann (SPD) riet, die Anlagen indes nicht von der Bahn abhängig zu machen: „Die DB-Netz hat sich bei Planungen bislang immer extrem kommunalfeindlich verhalten.“

Klimaschutz hat oberste Priorität

Für die Stadt Dorfen habe Klimaschutz oberste Priorität – auch darin waren sich alle Stadträte einig. Schließlich könne niemand die Erderwärmung leugnen, und Dorfen wolle weiterhin eine Vorreiterrolle innehaben. Das betonten die Ausschussmitglieder aller Fraktionen immer wieder.

Dennoch: Beim zweiten Antrag, der an diesem Abend verhandelt wurde, regte sich Widerstand auf Seiten des konservativen Flügels. Die Stadtwerke seien mit der Bitte an die Stadt herangetreten, auf zertifizierten Strom aus erneuerbaren Energien umzustellen, erläuterte Dorfens Umweltreferent Forstmaier das Anliegen. Kostenpunkt: zwischen 18 000 und 20 000 Euro.

„Dorfener nehmen den Ökostrom nicht an“

Während Müller-Ermann und seine SPD-Kollegin Michaela Meister die Stadt auch hier in einer Vorreiterrolle sahen und meinten, die Stadt sei gut beraten, wenn sie mit gutem Beispiel voran gehe, stimmten Bürgermeister Grundner sowie weitere fünf Stadträte dem Antrag zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zu. Begründung: Das Geld könne besser investiert werden, etwa in Umwelt-, Natur- und Artenschutz.

„Die Dorfener nehmen den Ökostrom ohnehin nicht an“, meinte Michael Oberhofer (CSU). „Gerade dann sollte die Stadt Vorbild sein und die Dorfener Stadtwerke auf ihrem Weg begleiten, die schließlich das Auffangbecken für regenerative Erzeuger in der Region sind, wie etwa Biogas-Erzeuger“, konterte Müller-Ermann.

Martin Greimel (CSU) verwies diplomatisch auf einen späteren Zeitpunkt. „Wenn ein konkretes Tarifwerk der Stadtwerke vorliegt und alle Parameter bekannt sind, sollten wir erneut über zertifizierten Öko-Strom für die Stadt abstimmen“, schlug der Gewerbereferent vor.

Auch wenn alles getan werden müsse, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen, dürfe nicht alles unter dessen Diktat gesehen werden, meinten die Antragsgegner. Aufgeschoben sei schließlich nicht aufgehoben. „Der Tarifwechsel durch die Stadt wird als Umweltmaßnahme ins Budget im nächsten Jahr aufgenommen“, fasste Grundner zusammen.

Michaele Heske

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