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Der neue Unkenbotschafter Jan Haft – natürlich im passenden Outfit.
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Der neue Unkenbotschafter Jan Haft – natürlich im passenden Outfit.

Neuer Unkenbotschafter

Die Unken-Mission des Dorfener Naturfilmers Jan Haft

  • vonTimo Aichele
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Die Gelbbauchunke ist ein Urviech, das nicht aussterben darf: Das ist  eine wichtige Nachricht, die der bekannte Naturfilmer Jan Haft als Unkenbotschafter verbreitet.

Esterndorf – Jan Haft ist Deutschlands bekanntester Naturfilmer: Viele haben seinen neuesten Film „Die Wiese“ im Kino gesehen oder das gleichnamige Buch gelesen. Darin erzählt der 52-jährige Esterndorfer, warum er sofort zusagte, als er gefragt wurde, ob er „Unkenbotschafter“ im Rahmen des Projekts „Allen Unkenrufen zum Trotz“ werden möchte. An der groß angelegten Aktion des Bundesamts für Naturschutz beteiligt sich auch der Bund Naturschutz Erding. Das Ziel: die Rettung der bedrohten Gelbbauchunke, die schon seit der Zeit der Saurier existiert.

Jede Gelbbauchunke hat ein individuelles Fleckenmuster auf ihrer Unterseite.

Diese stark gefährdeten Tiere sind kleine, krötenähnliche Froschlurche, schlammfarben und unscheinbar von oben, aber mit leuchtend gelben Flecken auf der Unterseite. Dies hatte Haft schon anschaulich überprüft, als er, mit einer Taucherbrille ausgestattet, den Kopf vor laufender Kamera in eine Pfütze steckte. Den Filmclip dazu sieht man unter www.gelbbauchunke-bayern.de/gelbbauchunke.

Haft lebt mit seiner Frau Melanie und drei Kindern in Esterndorf im Westen von Dorfen. Erst kürzlich habe er für die ZDF-Kindersendung Pur+ eine Corona-Sendung gemacht und dafür in der Natur gefilmt. „Da sind wir ganz gezielt zu einem Unkengewässer gegangen“, erzählt der studierte Geologe und Biologe. Das sei eine der Gelegenheiten, bei denen er als Unkenbotschafter darauf hinweisen könne: „Das ist ein ganz besonderes Tier. Dem geht’s schlecht.“

Denn Unken finden in unserer Kulturlandschaft nicht mehr die Lebensräume, die sie brauchen. Sie leben in Kleinstgewässern wie zum Beispiel Pfützen. „Und Pfützen sind nicht so beliebt“, sagt Haft. „Das sind aber keine Dreckstümpel, in denen Krankheiten gedeihen, sondern wertvolle Lebensräume.“ Auch der Laubfrosch sei auf solche Gewässer angewiesen.

Früher gab es sie in der Natur, Büffel suhlten sich darin. Später liefen genug Kühe und Schweine im Freien herum, es gab entsprechende Bereiche mit Pfützen. Doch mittlerweile würden auch auf Feldwegen immer mehr Unebenheiten sofort ausgeglichen, zum Beispiel mit Dachziegeln. „Es kommt sogar vor, dass sich Bürger über unebene Wege beschweren, ganz ohne böse Hinterdanken“, sagt Deutschlands bekanntester Naturfilmer, „und dann ist da eine gewisse Ordnungsliebe am Werk“. Am Ende fänden Gelbbauchunken oder Laubfrösche gar keine Lebensräume mehr.

Derzeit arbeitet Haft an seinem nächsten Kinofilm. „Heimat“ soll im Frühjahr 2021 herauskommen und Naturlebensräume von den Alpen bis zur Ostsee zeigen. Für seine Arbeit sei die Corona-Zeit sogar ein Segen gewesen, erzählt der 52-Jährige. „Wir haben zum Beispiel den Nationalpark Berchtesgaden ganz für alleine gehabt – keine Besucher, keine Flieger am Himmel, keine Kettensägengeräusche im Hintergrund.“ Neben den Vorteilen für seine Filmprojekte habe er die Zeit mit viel weniger Terminen genossen. „Im Großen und Ganzen tut’s uns Menschen ganz gut“, sagt der Naturliebhaber.

Sie gab es schon zur Saurier-Zeit: die Gelbbauchunke, hier in der „Kahnstellung“.

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